Stadtgeschichte - Geschichte und Anekdoten - moderne Kunst und Architektur - historische Gebäude - Gärten und Villen - Handwerk und Industrie - Museen und Freizeiteinrichtungen des 1. Arrondissement (1. Bezirk)

Die Königsplätze des 17. Jahrhunderts: “place Dauphine”, “place Vendôme”, und “place des Victoires”

Ile de la cité ("Stadtinsel")
Hier war seit dem 3.-5. Jahrhundert das Zentrum der königlichen, gerichtlichen und religiösen Macht (die mittelalterliche “cité” (city) wurde jedoch am Ende des 19. Jh. durch die Stadterneuerung von Haussmann beseitigt).

1- Die Sainte Chapelle, Heilige Kapelle, Nr. 4 bd du Palais
Die “Heilige Kapelle” liegt innerhalb des Justizpalastes (oberste nationale Gerichtshöfe): aus diesem Grunde findet eine Ausweiskontrolle statt.  
(Metro Cité) ( Führungen Tel. 01 43 54 30 09, geöffnet 9.30-18.30 von April bis September, 10.00-17.00 von Oktober bis März) (sehr empfehlenswerte Konzerte im Sommer Tel. 01 43 26 02 28)
Dieses Juwel der gotischen Baukunst des 13. Jahrhunderts lehnt sich heute an die nüchternen Mauern des Justizpalastes. Die “Sainte Chapelle” wurde 1248 durch König Ludwig den Heiligen erbaut, um die Reliquie der Dornenkrone und ein Fragment des Kreuzes (jetzt in Notre Dame) aufzunehmen. Der französische König bezahlte für den Kauf der Reliquien aus der Hand seines Vetters, des Kaisers von Konstantinopel, und für den Schrein (ein von Edelsteinen funkelndes Behältnis, das während der Revolution eingeschmolzen wurde) das zweieinhalbmal soviel wie für den Bau der Sainte Chapelle... Sie geriet 1630 in Brand und wurde danach nur sehr langsam wieder hergestellt. Die Revolution plante ihre Zerstörung, doch dann diente sie bis 1837 als Archiv für die Gerichtsakten bevor sie von 1841 bis 1867 dank der wiedererwachten Begeisterung des 19. Jahrhunderts für das Mittelalter restauriert wurde. Der mutmaßliche Baumeister Pierre de Montreuil hat in wenig mehr als zwei Jahren Bauzeit die Errungenschaften der Gotik aufs höchste verfeinert.: Der Druck der Gewölbe wird über hoch aufragende contreforts nach außen abgeleitet (gekrönt von pinacles aber bewußt ohne Strebebögen). So konnten an die Stelle des Mauer sehr große Glasfenster treten. Die Festigkeit der Konstruktion wurde auch dadurch erreicht, daß die Steine in der Richtung der Adern behauen wurden. Auch wenn das Pfeilerwerk der Wand noch so fligran und zerbrechlich wirkt, es hat seit siebenhundert Jahren nicht einen Mauerriß gegeben, so ausgewogen ist es gefügt. An der Hauptfassade, deren Dekor aus dem 19. Jh. stammt, sind zwei Portale übereinander gestellt. Die große Rose darüber wird von einer filigranen Balustrade aus Lilien gekrönt, dem Symbol der Könige von Frankreich. 

Die Kapelle hat zwei Etagen: ein Erdgeschoß für die Diener und das Volk, eine erste Etage für den König. Der untere Bereich der Kapelle wurde im 19. Jh. neu dekoriert. Die Steinplatten des Fußbodens bedecken Grabstellen der Chorherren des 14. und 15. Jh. Die obere Kapelle ist ein einziger riesiger Raum aus Glas: die Fenster, die ältesten in Paris, zeigen 1134 Szenen aus dem Alten und Neuen Testament;: 720 stammen aus den 13. Jahrhundert; und wurden von den Meistern der Kathedrale von Chartres geschaffen. Die Fenster sollen von links nach rechts und von unten nach oben gelesen werden ( links vom Eingang erkennt man die Schöpfungsgeschichte, dann den Auszug aus Ägypten, die zwölf Gebote; ganz am Ende hinter der abside wird das Leben des hl. Johannes, der Jungfrau Maria, die Kindheit und das Leiden Christi dargestellt; die große rose stellt das jüngste Gericht dar). Der Rest der Architektur verschwindet unter den Vergoldungen, die im 19. Jh. nach ursprünglichen Fragmenten wiederhergestellt wurden. In der Mitte der Apsis stand der Reliquienschrein unter einem Baldachin aus Holz (eine Replik des ursprünglichen, der in der Revolution zerstört wurde). Der heilige König Ludwig stieg oft die linke Treppe empor, um den Schrein vorzuzeigen. Jeder Pfeiler trägt die Statue eines Apostels mit einem der 12 Kreuze von der Weihe der Kirche. Zwei Nischen waren für den König und für die Königsfamilie reserviert. Eine kleine mit einem Gitter versehene Einbuchtung erlaubte es dem Gottesdienst aus dem Gebetsraum zu folgen, ohne gesehen zu werden. Schließlich verband eine kleine Galerie das Portal mit den Gemächern es heiligen Königs Ludwig.

Palais de Justice, Justizpalast, Nr. 4 bd du Palais
(Metro Cité) (Tel : 01 44 32 50 00 oder 01 44 32 67 19, geöffnet 8.00-18.00 außer Sonntags)
Der Dreiklang des mittelalterlichen Paris bestand aus dem Sitz der Königsmacht auf der Insel der “Cité” dem rechten Ufer der Handeltreibenden (“rive droite”) und dem linken Ufer der Universität (“rive gauche”). Nach dem Wegzug des Königs blieben Parlament und Gerichtsbarkeit. Die Insel der “Cité” war dank ihrer geschützten Lage seit der gallisch-römischen Zeit Sitz der römischen Gouverneure, der Merowinger und Karolinger Könige. Ende des 14. Jh. wollte Karl der Fünfte von Frankreich die Festung verlassen, da der Vogt der aufständischen Kaufleute 1357 hier seine Räte ermordet hatte. Der “Palais de Justice” wurde Sitz des Parlaments von Paris, indes der König im “Hotel” (herrschaftliche Stadtwohnung) St. Paul und im Louvre residierte. Feuersbrünste von 1618 und 1776 veranlaßten beim Wiederaufbau bedeutende Veränderungen. Der lebhafte Buch- und Kurzwaren Handel verschwand 1840. Erweiterungen folgten unter dem zweiten Empire und bis 1914.

Die Bausubstanz ist heute eine Mischung aus verschiedenen Epochen. Der Glockenturm “tour de l'Horloge an der Ecke “quai de l'Horloge” (“Glockenturmufer”) und “boulevard du Palais” stammt aus dem 14. Jh.: Er trägt die älteste öffentliche Turmuhr von Paris. Sie wurde häufig restauriert, geht aber nicht mehr. Die Nordfassade des Palastes reichte bis zum Wasser der Seine bis 1611 als die Kais erbaut wurden. Die drei Rundtürme datieren auf 1300. Hier ist heute der Eingang zur “Conciergerie” (Sie ist das dem Gericht des Justizpalastes angeschlossene Gefängnis, in dem u.a. Marie-Antoinette gefangen war, siehe dort) Der zweite ist der “Silberturm"  "tour d'Argent" da hier die königliche Schatzkammer war. Der dritte wird "tour Bonbec" genannt (in deutsch etwa Turm “Guter Schnabel”) denn er brachte die Gefangenen durch die Folter zum Reden. Diese Türme und die unteren Partien sind die Reste der Königsfestung der Kapetinger. Die oberen Teile wurden ab 1860 durch Duc in neugotischem Stil errichtet. Viollet -le Duc war es auch, der die imposante Fassade des Kassationsgerichts (oberster Gerichtshof) im Westen errichtete. Um den Blick auf den neue neoklassischen Bau freizumachen ließ er eine Seite des “Dauphine”-Platzes abreißen. Am “Boulevard du Palais” ist der Haupteingang zum Justizpalast, erbaut 1786 in klassischem Stil und abgeschlossen durch ein schönes durchbrochenes Gitter. Der Maihof “Cour du Mai” heißt so, weil man hier jährlich einen Baum pflanzte. Der Zutritt zu zivil- oder strafrechtlichen Verhandlungen des Gerichtes ist frei. Etwas weiter Richtung Saint-Michel  ist der Eingang zur “Police correctionnelle” (Verbrechensbekämpfung der Polizei): der gewölbte Durchgang führt zur “Sainte-Chapelle). Gleich links erinnert eine Tafel daran, daß hier eine Kapelle stand, in der König Philippe-Auguste (1165-1223), der Gründer der Universität von Paris, Kampfgefährte und Gegner von Richard Löwenherz getauft wurde. Die Bruderschaft der Pilger zum Mont-Saint-Michel erhielt hier 1210 ihren Sitz: daher der Name des “boulevard Saint-Michel”. Im Innern des Justizpalastes kann man vor allem den Wartesaal (“Salle des pas perdus”) und die Goldene Kammer (“chambre Dorée”), wo das Revolutionsgericht seit 1793 tagte und zahlreiche Todesurteile fällte, wie gegen Königin Marie-Antoinette.

La Conciergerie, Nr. 1 quai de l'Horloge (www)
(Metro Cité) (Tel. 01 43 54 30 06, geöffnet: 9.30-18.00 April bis September, 10.00-16.30 Oktober bis März)
Conciergerie” nannte man einst im Königspalast der Kapetinger die Orte, die der Autorität des Gouverneurs des Königshauses unterstanden: Der “Concierge” war ein Hoher Herr und hatte große Einkünfte durch die Vermietung der Werkstätten und Verkaufsstände im Erdgeschoß. Im Jahr 1596 zählte man 224: Buchhändler, Goldschmiede , Weinhändler, Barbiere... Seit die Palasttürme ab dem 14. Jh. als Gefängnis dienten, vermehrten sich die Einkünfte des “Concierge” durch die Mieten für Gefängniszellen und ihr Mobiliar. Der heutige Eingang stammt von 1864. Man kann die schönen gotischen Gewölbesäle besichtigen: Den Saal der Garden (salle des Gardes”), den Saal der Waffenträger (salle des Gens d'Armes), die alten Küchen. In der Revolution wurden die Baulichkeiten für die Aufnahme der zahlreichen Gefangenen und Verurteilten hergerichtet. Die Galerie der Gefangenen (“galerie des Prisonniers”) war das Vorzimmer des Revolutionsgerichts. In der Zeit des Terrors von Januar 1793 bis Juli 1794 gingen 2800 Gefangene von hier zur Guillotine, die je auf den Plätzen des “Carrousel” auf der “Place de la Concorde”, der Bastille, der “Nation” errichtet waren. Eine Liste der Enthaupteten erinnert an ihre Namen. Die “Conciergerie” den letzten Gang von Marie-Antoinette, Philippe-Egalité, aber auch Danton, Desmoulins, die  Girondisten, Saint-Just, madame Roland, Charlotte Corday, Lavoisier, den  General Hoche. Drei Zellen sind wiederhergestellt worden. Die “Strohleute” waren die armen Gefangenen, die auf dem Stroh der “Straße von Paris” zusammengedrängt waren.; die “Geldsäcke” konnten in einem Bett schlafen, die Privilegierten hatten eine eigene Zelle. Die Ausstellung erzählt vom Alltag in der Conciergerie. Man kann auch den Hof der Frauen, den Nachbau des Kerkers von Marie-Antoinette und die Sühnekapelle besuchen, die am Ort der ehemaligen Zelle der Königin errichtet wurde.

2- La place Dauphine
(Metro-Stationen Pont neuf, Châtelet)
Place Dauphine.jpg (14683 octets)Bis ins 17. Jh. befanden sich an dieser Stelle nur drei kleine Inseln, die ein sumpfiger Arm der Seine trennte. An diesem Ort wurde 1314 Jacques de Molay, der Großmeister des Templiers auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Ende des 16. Jh. beschloß der König, die Seitenarme aufzuschütten und die Inseln zu verbinden. Heinrich IV. verkaufte das Gelände an de Harlay, Präsident des Parlaments von Paris, um einen dreieckigen Platz zu bauen. Errichtet zu Ehren des künftigen Ludwig des XIII., den “Dauphin” (Thronfolger), war es nach der “place des Vosges” (Vogesenplatz) der zweite geometrische Königsplatz im 17. Jh. Doch anders als dort wurden die Eigentümer nicht auf die Gleichförmigkeit der 32 Häuser verpflichtet. Heute haben nur noch wenige ihr ursprüngliches Aussehen, etwa Haus Nr. 14: Fassade aus Ziegel und weißen Steinen, Arkaden im Erdgeschoß, zwei Etagen, Schieferdach. Im 17. Jh. war der Platz völlig abgeschlossen mit nur zwei Zugängen, von denen nur noch der Richtung “Pont Neuf” vorhanden ist. Der Architekt Duc riß die Häuser ab, die den Platz nach Osten abschlossen, damit man besser seine neue Fassade des Justizpalastes bewundern konnte...

Pont Neuf (“Neue Brücke”)
(Metro Pont Neuf) (1607)
Pont Neuf.jpg (7841 octets)Anders als sein Name sagt eine der ersten Brücken aus Stein und heute die älteste Brücke von Paris. Begonnen 1578 um die Verbindung zwischen dem Louvre und der Abtei von Saint-Germain des Prés zu erleichtern, konnte sie erst 1607 von Heinrich IV. eingeweiht werden. Die beiden Teile der Brücke wurden durch eine Aufschüttung über zwei kleinen Inseln miteinander verbunden. Die “Neue Brücke” hatte sofort viel Erfolg bei den Spaziergängern, die seine achitektonischen Neuerungen bewunderten: keine Häuser mehr an den Brückenrändern, freie Sicht auf den Fluß und den Louvre, eine Breite, die durch die halbmondförmigen Buchten über jedem Pfeiler noch mehr beeindruckt, die Bürgersteige, die vor Schlamm und Reitern schützten. Die Brücke bildete rasch eine Bühne ständiger Aktivität. ambulante Händler, Bücherstände, Schaulustige, die besonders zum Pumpwerk der Samaritaine kamen, das die Stadt mit Wasser versorgte. Die Brücke ist in ihrem ursprünglichen Zustand: nur die 385 Masken, die einst die Bögen schmückten, sind verschwunden (einige befinden sich in den Museen “Cluny” und “Carnavalet”). Die Kandelaber wurden im 19. Jh. von Victor Baltard entworfen. Christo verhüllte 1985 dieses Symbol des alten Paris.

Schiffsrundfahrten auf der Seine
Vedettes du Pont-Neuf, “Vedettes” am Pont-Neuf, square du Vert-Galant
(Tel. 01 46 33 98 38)
Aussichtsboote auf der Seine für 150 Personen

3- Magasins de la Samaritaine, Kaufhäuser derSamaritaine”, rue de la Monnaie (“Münzgasse”)
(Metro Pont-Neuf) (geöffnet 9.30-19.00 außer Sonntag, Donnerstags bis 22.00)
(Architekten:
Henri Sauvage und Frantz Jourdain, 1910, 1928)
Samaritaine.jpg (12096 octets)Die vier Kaufhäuser der Samaritaine, erbaut zwischen 1900 und 1930 sind ein schönes Muster der Kaufhausarchitektur vom Anfang des Jahrhunderts. Collectionneurs de peinture, Ernest Cognacq und  seine Frau Louise Jay gehörten zu den großen Kaufhausgründern des 19. Jh. Ihre modernen Grundsätze (feste, ausgeschilderte Preise, Anprobe der Kleider) zogen immer mehr Kunden an. Der Laden von 1869 in der rue du Pont-Neuf mußte 30 Jahre später durch einen Neubau ersetzt werden. Fertiggestellt 1910 von Frantz Jourdain ist das Gebäude mit seiner Metallstruktur und den großen verglasten Nischen ziemlich revolutionär: die Metallnieten, die damals als häßlich galten, waren überall sichtbar. Für den Bau des Hauses Nr. 2 an der Seine (und entlang der “rue de la Monnaie” (Münzgasse) wollte Ästhetikkommission der Stadt Paris keine Metallteile in der Nachbarschaft des Louvre sehen. Die Leitung der “Samaritaine” wünschte eine Fassade aus Stein. Die Architekten Henri Sauvage und Frantz Jourdain schufen daraufhin eine Metallstruktur hinter einer Fassade aus Naturstein und Art Déco- Skulpturen. Im Inneren blieben die Metallstruktur “Art nouveau” der bemerkenswerten Treppen, die farbigen Fresken und die Glasfenster der Epoche erhalten. Das Haus Ecke rue de Rivoli und rue de Boucher wurde 1930 von denselben Architekten gebaut. Der Name der vier Kaufhäuser stammt vom Pumpwerk der “Samaritaine”, errichtet unter König “Henri IV.” unter einem Brückenbogen der “Pont Neuf” für die Wasserversorgung der Stadt.

Aussicht von der Terrasse der Samaritaine
(geöffnet 9.30-19.00 Donnerstag bis 22.00, ab Ostern bis Oktober)

Man muß entlang der
rue de la Monnaie bis an das obere Ende des Kaufhauses Nr. 2 gehen (46 m von haut). In der 9. Etage bietet die Terrasse einen schönen Ausblick auf das Zentrum von Paris. Die Orientierungstafel stammt aus dem Jahr 1930. Restaurant geöffnet von 19:30 bis 23:00.

Eglise / Kirche Saint-Germain l'Auxerrois, Nr. 2 place du Louvre
(Metro Pont-Neuf) (Tel: 01 42 60 13 96, geöffnet 8.00-12.30 et 15.00-19.00)
Die Geschichte dieser Kirche ist wie bei den meisten Pariser Kirchen... doch mit dem Unterschied, daß St. Germain die Kirche des Louvre und damit die der französischen Könige im 17. und 18. Jahrhundert war. Ursprünglich ein Heiligtum aus der Merowingerzeit, dann mehrmals vergrößert oder wiederaufgebaut: aus dem 12. Jahrhundert stammt der romanische Turm, aus dem 13. Portal und Chor. Vergrößerungen erfolgen bis ins 16. Jahrhundert, als die Könige aus dem Hause Valois ihren Sitz im Louvre nehmen. Die Kirche wird königliche Pfarrei, die Könige hören hier die Messe, die Künstler, die im Louvre wohnen, werden hier beerdigt. Maler, Goldschmiede, Kupferstecher, Dichter, die Architekten Le Vau, Gabriel und Soufflot. Das 18. Jahrhundert ist für Saint-Germain wie für viele andere Kirchen ungünstig: der Eingang wird vergrößert, um bei Prozessionen den Baldachin durchzulassen, die farbigen Glasfenster werden durch klare ersetzt, der gotische Lettner gefällt dieser neoklassischen Zeit nicht mehr und wird abgerissen. Zur Zeit der Revolution geschlossen, als Heumagazin, als Druckerei verwendet. Von 1840 bis 1850 unter der Leitung von Lassus und Baltard restauriert.

Der Louvre (www, www louvre.edu)
(Metro:  Palais-Royal-Musée du Louvre)
Louvre1.jpg (10851 octets)Burg im Mittelalter, Residenz der Könige von Frankreich, königliche Kunstgalerie, gewaltiges Museum, alle Epochen, alle Regime haben den Louvrepalast gepflegt und bereichert. Die Republik macht heute keine Ausnahme und seit 15 Jahren große Anstrengungen für den Grand Louvre. König Philippe-Auguste errichtete 1190 eine Festung um die Mauern an der Seine zu befestigen. Neue Ausgrabungen haben Bergfried, Burgraben und Fundamente aus dem Mittelalter freigelegt, die man im "Louvre médiéval" besichtigen kann. Ab 1515 begann François Ier (Kg Franz I.)mit dem Umbau der alten Burg in ein Renaissanceschloß. Henri IV. (Heinrich IV.) faßte 1594 den großen Plan, den Louvre mit dem Tuileries-Schloß mittels zweier langgestreckter galeries consacrées aux collections d'art des Königs zu verbinden. Im 17 Jh. zeigt der Louvre die Entwicklung des königlichen Geschmacks hin zum französischen Klassizismus: Für den Bau der großen klassischen Kolonnade. des Eingangs wählte er den regelmäßigen Plan von Claude Perrault statt des barocken von Bernini. Die Kolonnade am Louvre-Platz (“place du Louvre”) wurde soeben nach mehrjähriger Restaurierung von seinen Gerüsten befreit. Der unmittelbar dahinter gelegene quadratische Hof “Cour carrée” ist nunmehr zur Stadt hin offen und abends schön beleuchtet (offen im Sommer 7.30-24.00, im Winter 8.45-22.00). Museum seit 1793 wurde der Louvre unter dem zweiten Empire (Napoleon III. 1852-1870) letztmals umgebaut, als die Galerien beiderseits der “cour Napoleon” (Hof Napoleon) fertig wurden. Doch kaum war der ursprüngliche Plan einer Verbindung des Louvre und der Tuilerien vollendet wurde der Palast der Tuilerien 1871 niedergebrannt durch die la Commune.

Pyramide des Louvre
(Architekt Ieoh Ming Pei -
www-, 1989)
Präsident Mitterand beschloß 1981 im Rahmen seiner bedeutenden Tätigkeit als Bauherr, das Museum des “Grand Louvre” durch den Richelieu-Flügel (zur rue de Rivoli gelegen) zu vergrößern, der bis dahin das Finanzministerium beherbergte. Die Verlegung des Ministeriums nach Bercy machte eine Erweiterung des Museums von 30 000 m2  auf 55 000 m2  möglich. Der Architekt Ieoh Ming Pei wurde mit dem Projekt beauftragt und schlug vor, einen zentralen Eingang in der “cour Napoléon” (Hof Napoleon) zu errichten und den Parkplatz den Fußgängern zurückzugeben: der neue “Eingang der Pyramide” öffnet den zentralen Zugang zu den drei Flügeln des Museums und vermeidet so ein 800 Meter langes “Flurmuseum”. Die schmucklos-durchsichtige Silhouette war seinerzeit sehr umstritten, doch für den Erbauer sollte die Pyramide sich der klassischen Architektur weder anpassen noch sich ihr widersetzen. Der Plan des “Grand Louvre” sieht noch die Erneuerung der Räume des Kunstgewerbe-Museums (musée des Arts décoratifs), die Erneuerung des Gartens der Tuilerien und die Reinigung der Fassaden vor. Im Carrousel du Louvre errichtete Michel Macary weitläufige unterirdische Ladenpassagen: die Boutiken für Kunst, Luxus- oder Freizeitartikel sind inzwischen lebhaft frequentiert.

Das Louvre-Museum
(Tel.
Ansage: 01 40 20 51 51, Tel. Empfang: 01 40 20 53 17, geöffnet  9.00-18.00 außer Dienstag; längere Öffnungszeit bis 21.45 für Teile des Museums am Montag, für den ganzen Louvre am Mittwoch. Um Warteschlangen zu vermeiden, kann man den Zugang von der Metro aus oder über die Eingänge in der Nähe des Triumphbogens wählen) 
Der Palast des Louvre wurde 1793 Museum. Das Museum umfaßt alle Epochen der Geschichte bis zum 19. Jh. Die wichtigsten Abteilungen umfassen die Orientalischen, die Ägyptischen (neu renoviert), die Griechischen und römischen Altertümer, die französische Skulptur und Malerei vom 14. bis zum 19. Jh., die Italienische Malerei, die Kunst Nordeuropas ... Die Geschichte des Louvre-Stadtviertels wird durch 16 Modelle am Eingang des “Denon-Flügels” auf wunderbare Weise wiederbelebt.
(Site
www : le site éducatif du Louvre.edu avec de nombreuses oeuvres en ligne, accès payant, première visite gratuite)

Kunstgewerbemuseum, Musée des arts décoratifs, Nr. 107 rue de Rivoli (www)
(Metro:  Palais Royal, Tuileries) (Tel. 01 44 55 57 50, geöffnet 11.00-18.00 außer Montag; Samstag und Sonntag 10.00-18.00)
Das Kunstgewerbemuseum erfährt im Rahmen des Projekts “Grand-Louvre” umfangreiche Modernisierungen: Der Empfangsbereich wird erneuert, die Sammlungen des 20. Jh. erhalten neue Ausstellungsflächen. Zur Zeit sind die neuen Sammlungen von Möbeln und Kunstgegenständen noch geschlossen. Fertig sind die Abteilungen Mittelalter und Renaissance mit Tapisserien, Malerei und Möbeln vom 14. bis zum 16. Jh. Erst 1999 und 2000 werden voraussichtlich die Möbel des 17., 18. und 19. Jh., die Möbel des Art déco und der Moderne, die Schenkung Dubuffet und die Spielzeugsammlung wieder zugänglich sein.

Mode und Textil Museum, Musée de la mode et du textile, Nr. 107 rue de Rivoli (www)
(Metro Palais Royal, Tuileries) (Tel. 01 44 55 57 50, geöffnet 11.00-18.00 außer Montag; Mittwochs 11.00-22.00, Samstag, Sonntag 10.00-18.00)
Renoviert 1986 ist das Museum aus zwei Sammlungen hervorgegangen: aus der Textilienabteilung des Kunsgewerbemuseums mit zahlreichen Stoffen sowie 1500 Kleidungsstücken vom 16. bis zum 20. Jh. und aus den Sammlungen der Französischen Vereinigung des Handwerks bzw. der Kunst der Bekleidung (Union française des arts du costume), die aus 9000 vollständigen Bekleidungen und aus über 30 000 Einzelteilen und Accessoires besteht. Da die Textilien zu empfindlich sind, um ständig dem Tageslicht ausgesetzt zu sein, werden die nach Themen geordneten Ausstellungen alle vier Monate erneuert. Auf zwei Etagen zeigt das Museums schöne Stoffe der bürgerlichen Mode und die eleganten Modelle der “Haute Couture” seit dem 18. Jh. Die Textiltechnik wird durch einige Webstühle und eine Zeittafel kurz vorgestellt. Die Ausstellung beginnt anders als sonst im Museum mit den 60er und 70er Jahren (Miniröcke, geometrische Muster), setzt sich fort mit dem New-look der Nachkriegszeit von Christian Dior (betonte Büste und Wespentaille) Es folgen die pelzbesetzten Kleider der 30er Jahre, die knabenhafte “Garconne”-Erscheinung der 20er, der Sultanstil um 1910. Das 19. Jh. wir vertreten durch die Mode der Puffs um 1870, das 18. Jh. durch die Volant-Roben. Eine Boutique-Buchhandlung bietet Accessoires und Schmuck von Artcodif an sowie Bücher zur Mode.

Museum für Werbung, Musée de la publicité, Nr. 107 rue de Rivoli (www, www réalisé par Claude Closky)
(architecte Jean Nouvel, vidéo de Guillaume Paris, parcours sonore de Frédéric Sanchez, 1999)
(métro Palais Royal, Tuileries) (tel. 01 44 55 57 50, ouvert du mardi au vendredi de 11.00 à 18.00, le mercredi jusqu'à 21.00, samedi et dimanche de 10.00 à 18.00)
Oben in der 5. Etage des Kunstgewerbemuseums (musée des Arts décoratifs) gelegen. Die Sammlungen bestehen aus 50 000 Plakaten vom 18. Jh. bis heute sowie aus zahlreichen Werbefilmen. 

Tuilerien- und Carousel-Garten, Jardin des Tuileries et du Carrousel
Tuileriesmieux.jpg (10444 octets)André Le Nôtre gestaltete den alten kleinen Garten des Tuilerien-Schlosses neu als Park in französischen Stil (1666); er schuf eine breite Allee, ein Entwurf der in den Champs-Elysées weiterlebt. Die Restauration des Gartens geht seiner Vollendung entgegen. Etwa 100 Statuen schmücken ihn, darunter 18 Skulpturen von Maillol. (Von hier aus hat man rechts Zugang zu einer Kirche und ihre Skulpturen...)

Kirche Saint-Roch, Nr. 296 rue Saint-Honoré
(Metro  Pyramides) (Tel.. 01 42 60 81 69, geöffnet 8.30-19.15)
Als die Revolution viele Klöster zerstörte, kamen zahlreiche Skulpturen und Malereien in diese große Kirche, die so zu einer Art Museum der religiösen Kunst de 18. und 19. Jahrhunderts wurde (man vergleiche das entsprechende Dokument der Stadt Paris). Der Bau der Kirche begann 1653 nach einem klassischen Plan, wurde 1701 durch die Kapelle der Jungfrau Maria weitergeführt (Jules Hardouin-Mansart) und erst 1719 dank einer Spende des Bankier Law fertiggestellt, damals auf dem Gipfel seinen kurzen Karriere. Das 18. Jh. fügte freilich noch die elegante Fassade zur rue Saint-Honoré an (Entwurf von Robert de Cotte), außerdem einige Erweiterungen wie die Kapelle “du Calvaire” (Kreuzweg), zu der man über ein System aneinandergereihter Kapellen gelangt. Zahlreiche Konzerte an den Abenden der Wochentage und Sonntag Nachmittag.
(Am Ende des Tuilerien-Gartens nach rechts...)

4- Galerie du Jeu de Paume
(Metro Concorde) (geöffnet 12.00-19.00 außer Montag, Dienstag 12.00-21.30)
E
rrichtet von Napoleon III. für die Spiele seines Sohnes an Stelle einer von Henri IV Anfang 17. Jh. gebauten Orangerie. Als zu Beginn des 20. Jh. das Spiel “jeu de Paume” vom Tennis abgelöst wird, wird das Gebäude für Kunstausstellungen verwendet. Von 1947 bis 1986 beherbergte es die Sammlung der Kunstwerke des Impressionismus, die jetzt im Orsay-Museum (musée d'Orsay) ausgestellt sind. Diese “Nationalgalerie” dient heute den Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.

5- Orangerie-Museum, Musée de l'Orangerie
(Metro Concorde) (Tel. 01 42 97 48 16, geöffnet 9.45-17.15, außer Dienstag)
D
ie ehemalige Orangerie des Tuilerien-Gartens lange Zeit Ausstellungsgebäude hat seit 1977 die Seerosenbilder von Monet und die berühmte Sammlung Walter-Guillaume aufgenommen. Die Sammlung von Domenica Walter und ihren beiden Ehemännern, dem Kunsthändler Paul Guillaume und dem Architekten und Kunstmäzen Jean Walter besteht aus Meisterwerken des Impressionismus bis 1930: Soutine, Cézanne, Renoir, Derain, Picasso, der Zöllner (le douanier) Rousseau et Utrillo. Das Erdgeschoß ist seit 1927 den Seerosenbildern gewidmet, die Claude Monet während des ersten Weltkriegs in seinem Haus in Giverny malte. Das Motiv der Seerose löst sich auf in den wechselnden Spiegelungen des Lichts. Der Maler hat die acht großen Gemälde dem Staat gestiftet; sie wurden nach den Angaben des Malers an ihrem jetzigen Platz ausgestellt.
(Man kann weitergehen Richtung 8. Arrondissement und "la Concorde")

6- Vendôme-Platz, Place Vendôme  (www)
(metro Madeleine, Opéra)
(architecte François Mansart, 1687)
Z
ur Zeit der (französischen) Klassik, im 16., 17. und 18. Jahrhundert erfolgte eine Stadtverschönerung durch die Anlage geometrischer Plätze als Rahmen für eine Reiterstatue des Königs. Gleichzeitig mit dem "Siegesplatz" ("place des Victoires") wurde die place Vendôme gebaut, mit einer Statue Ludwigs des XIV. als römischer Kaiser. Bis zur Revolution "Platz Ludwigs des Großen" (place Louis-le Grand) erhielt er dann den Namen der Stadtvilla, an deren Stelle er errichtet wurde. Zunächst als rechteckiger Platz geplant, schuf Mansart einen achteckigen Stadtraum mit abgerundeten Ecken und nur einer Straße, was dem Ganzen die Atmosphäre eines Salons verleiht. Die prächtigen Häuser zu Beginn des 18. Jh. in einer majestätischen Klassik errichtet (Säulen, Arkaden, Giebel) wurden an große Finanziers und Steuerpächter verkauft. Das neue Stadtviertel trat bald die Nachfolge der place des Vosges und des Marais in der Gunst der Vornehmen an. In der Revolution wurde die Statue des Königs umgestürzt und eingeschmolzen. 1806 ließ Napoleon auf dem alten Sockel eine Säule zu Ehren der siegreichen Soldaten von Austerlitz errichten. Er nahm die Traianssäule in Rom zum Vorbild und das Metall der österreichischen Kanonen als Material. Auch die Flachreliefs berichten vom Feldzug des Jahres 1805. Die Statue Napoleons an der Spitze überdauerte nicht den Regimewechsel von 1815. Doch die von Napoleon III. aufgestellte Kopie ist immer noch da. Ende des 19. Jh. kamen die Leuchten von Hittorff dazu. Neu mit Granit und Platten gepflastert, wurde der Platz 1992 weitgehend zur Fußgängerzone. Die "place Vendôme" ist nach wie vor Symbol des Luxus: sein Name ruft die Juweliere der rue de la Paix ins Gedächtnis (nur Boucheron befindet sich Nr. 26) Das Hotel Ritz, gegründet 1898 ist Nr. 17. Das Justizministerium Haus Nr. 13 (www) wurde 1717 für die Kanzlei des Königreichs gekauft. Die Fassade trägt seit 1795 ein Metermaß aus Marmor, um die Pariser an das neue Maß zu gewöhnen.
(Site www "Autour de la place Vendôme")
(Im Norden beginnt die rue de la Paix. Nach rechts weiter in die rue Danièle Casanova...)

7- Bürogebäude, place du marché Saint-Honoré
(Metro Pyramides, Opéra) (ab 22.00 geschlossen)
(Architekt Ricardo Bofill, 1997)
In diesem Ort stand vor zweihundert Jahren das Jakobiner-Kloster, nach dem 1789 der revolutionäre Klub seinen Namen erhielt. Im 19. Jh. wurden vier Pavillons im Stil "Baltard" für einen Markt errichtet, der dem Platz seinen Namen gab. 1955 wurden sie durch ein massif-häßliches Parkhaus ersetzt. Nach Ablauf der Konzession beauftragte die Stadt Paris den katalanischen Architekten Ricardo Bofill mit einem neuen Projekt. Sein Bürohaus für die Bank Paribas wurde 1997 fertig. In Anlehnung an die gedeckten Passagen des 19. Jh. mit Geschäften zu beiden Seiten errichtete Bofill eine große "fließende und transparente" Halle aus Glas in Erinnerung an Baltard. Sie schließt mit einem dreieckigen Giebel ab und wird von einem durchsichtigen Giebel gedeckt, der an den Markt erinnert. Die klassischen Säulen, für die der Architekt bekannt ist, sind hier ganz diskret eingesetzt, gleichsam als eine Art Signatur. Im unterirdischen Parking sind sie freilich wieder monumental.

Pause-Restaurant Brunch et restaurant

(Weiter über die rue des Petits-Champs...)

8- Passage Choiseul, Nr. 44 rue des Petits Champs, rue Saint-Augustin, 2.
Arrondissement
(
Metro Quatre-Septembre)
T
ypisch für die erste Hälfte des 19. Jh. waren überdachte Passagen, die vor Regen und Pferden schützten in einer Zeit, als es die Bürgersteige noch nicht gab. Der Eingang wurde 1827 durch ein schönes Gebäude von 1655 gebrochen. Bemerkenswert ist die der Antike nachempfundene Dekoration im Innern und die Buchhandlung Percepied in Haus Nr. 23, die an die Dichterschule des Parnass von 1870 erinnert. Louis-Ferdinand Céline verbrachte hier seine Kindheit und beschrieb sie in seinem Buch "Mort à crédit" (Tod auf Raten).

Nr. 45 in der rue des Petits-Champs befindet das hôtel Lully von 1673; das im Inneren von Silvio Petracone und Michel Vodar für die Firma Unibail erneuert wurde.

Rechts von der Nationalbibliothek (Bibliothèque Nationale) führt die Richelieu-Straße (rue de Richelieu) auf einen monumentalen Brunnen (9) zu der Molière gewidmet ist und der den Beginn der Molière-Straße (rue Molière) bildet.

Nationalbibliothek, Bibliothèque Nationale de France, site Richelieu, 58 rue de Richelieu, 2. Arrondissement
(Metro "Bourse"("Börse) oder "Quatre-septembre") (Tel : 01 47 03 81 26, für Wissenschaftler geöffnet von 9.00-20.00, außer Sonntag. Die Galerien "Mazarin" et "Mansart" sind bei den wechselnden Ausstellungen frei zugänglich. Das Münzkabinett öffnet von 13.00-17.00, Tel. 01 47 03 83 34. Führungen finden statt: Tel. 01 44 61 21 69, www)
Die erste königliche Bibliothek wurde von Karl V. im Louvre zusammengebracht: im Jahr 1373 wurden 973 Bände gezählt, die dann aber verkauft und zerstreut wurden. Der eigentliche Beginn der Bibliothek geht auf die Valois zurück. Ludwig XII. und Franz I richteten in ihren Schlössern in Blois und in Fontainebleau Bibliotheken ein. Im 16. Jh. folgte die Bibliothek dem König auf seinen Reisen. Seit 1537 war jeder Verleger gesetzlich verpflichtet, ein Pflichtexemplare von jedem gedruckten Werk in der Bibliothek zu hinterlegen. Unter Ludwig XIV. kommt sich die Bibliothek wieder in den Louvre und wird durch die Sammlungen der großen Adelsfamilien immer reicher. Seit 1692 wird sie unter bestimmten Voraussetzungen der Öffentlichkeit zugänglich. Aus Platzmangel läßt Colbert einen Teil der Bücher in zwei Häuser bringen, die ihm in der rue Vivienne gehören und in zwei Residenzen von Mazarin, wo
Mansart zwei Galerien parallel zur rue de Richelieu baut (die heutigen Galerien Mansart et Mazarine der Bibliothek). 

Seit 1720 für Gelehrte zugänglich, wächst die Bibliothek ständig; Kataloge werden erstellt. Schließlich kommen 1724 alle Bücher hierher; der Architekt Robert de Cotte erweitert die beiden Galerien Mansart's. Erhalten ist nur die Mittelfassade im Ehrenhof. Finanzielle Engpässe des Ancien régime verhindern im 18. Jh. eine Vergrößerung, doch die Revolution verursacht einen neuen Zustrom: die Bibliotheken des emigrierten Adels und der Klöster werden verstaatlicht und die Pflichtabgabe wird verstärkt (heute kommen 40 000 Werke im Jahr auf diesem Weg in die Nationalbibliothek). Außerdem ermöglichen neue Drucktechniken eine Ausdehnung der Buchproduktion. Aber erst 1860 kommt es zu weitreichenden Umbauten unter dem Architekten Labrouste. Er errichtet die Fassade des Empfangsgebäudes am square Louvois, den weiten Lesesaal und das zentrale Büchermagazin, das ursprünglich mittels einer ausgeklügelten Fensterkonstruktion erleuchtet wurde. Diese Bauten werden durch ein System neuartiger Metallgerüste gestützt. Zur Zeit werden die 12 Millionen Bände, die Periodika, die Tonträger und die audiovisuellen Sammlungen an den neuen Standort "Tolbiac" im 13. Arrondissement gebracht. Die traditionelle "BN" behält die besonderen Sammlungen: Manuskripte, Musikpartituren, Drucke, alte Karten, Theaterkostüme, Münzen und Medaillen.

10- Le Palais Royal (www)
(Metro Palais-Royal-Musée du Louvre)
(geöffnet: 7.00-23.00 im Sommer; 7.30-20.30 im Winter)
Der Palast des Kardinals ('Palais-Cardinal') wurde von 1624 bis 1639 für den Kardinal Richelieu erbaut. Er wählte diesen Ort, um dem König im Louvre möglichst nahe zu sein. Von diesem ersten Bau ist nur die Galerie der Schiffsbuge erhalten: diese Symbole der Kriegsmarine sind an der Ostwand des Säulenhofs von Buren zu sehen. Aus spekulativen gründen läßt sich Richelieu ein Stück der ("Walls" /der Umfassunsmauer) Karls des V., an den/die sich der Palast anlehnt, übertragen und kauft zusätzlich benachbarte Grundstücke um Mietshäuser mit Blick auf seien Park zu bauen. Bei seinem Tod hinterläßt der Kardinal seien Palast dem König, der 1643 zum "Königlichen" ("Palais Royal) wird, als die Regentin Anna von Österreich sich hier mit dem jungen König Ludwig dem XIV. einrichtet. Der Sonnenkönig gab ihn später seinem Bruder. In dieser Familie, der Herzöge von Orléans, verblieb er. Der Brand von 1763 war Anlaß für eine vollständige Rekonstruktion des Palais.

Der spätere Philippe Égalité ließ aus Geldmangel 60 Pavillons rund um den Garten bauen, die Bauten Richelieu's isolierten. Die neuen Galerien wurden von Arkaden gesäumt, deren Erdgeschoß einige Boutiken beherbergte. Die Galerien und die parallelen Straßen dazu nahmen die Namen der drei Söhne des Herzogs von Orléans an: die Straßen "rue de Valois", "rue de Beaujolais", "rue de Montpensier". Der Herzog von Orléans untersagte der Polizei den Zugang zu seinem Besitz, so daß die Gärten des "Palais-Royal" ein Ort ständiger Aufregung werden: eine Hochburg des Freidenkertums und der "Libertinage", des Handels und der Freiheit mittels der 113 Cafés unter seinen Arkaden. Am 13. Juli 1789 kommt die Menge hier zusammen, um den Worten von Camille Desmoulins zu lauschen: er ruft das Volk auf, zu den Waffen zu greifen. Der Palais wurde in seiner heutigen Form ab 1817 für Louis-Philippe, Herzog von Orléans, dem späteren König der Franzosen, vollendet. Hier entstand die ersten Straßenbeleuchtung mit Stadtgas. Von 1938 bis 1954 wohnte die Romanschriftstellerin Colette in der rue Beaujolais Nr 9 über der Passage "du Perron". Jetzt befindet sich im Palais royal das Kulturministerium (www), der Konstitutions-Rat (Verfassungsrat, Conseil constitutionnel) (www) und der Conseil d'Etat (Staats-Rat, www, visite guidée); er dominiert die schwarzen und weißen Säulen von "Buren", die Mitte der Jahre um 1980 sehr umstritten waren. Man hat Zutritt zum Garten über die "rue de Beaujolais" oder die "place Colette". Der Richelieu-Saal der Comédie Française befindet sich nebenan, am Platz André Malraux.

Gallerie Colbert.jpg (11113 octets)11- Galerie Colbert, Nr. 6 rue des Petits-Champs ou 2 rue Vivienne, 2. Arrondissement
(Metro Bourse, Pyramides) (geöffnet 10.00-18.00 außer Sonntag)(métro Bourse)
Uberdachte Passagen sind typisch für die erste Hälfte des 19. Jh.: sie schützten vor Regen und Pferden zu einer Zeit, als es Bürgersteige noch nicht gab. Die Galerie Colbert wurde 1826 von einer Investorengruppe (damals sagte man Spekulanten) gebaut, die der Erfolg der Galerie "Vivienne" lockte. Sie wurde in den 1980er Jahren abgerissen und identisch auf Rechnung der Nationalbibliothek wiederaufgebaut. In der Tat verkauft die Boutique Colbert Postkarten, Plakate, Bücher, die von der "BN" zu ihren Sammlungen herausgibt. Die Abteilung "Darstellende Kunst" stellt hier Modelle von Bühnenbildern und Kostüme aus. Rund um die eleganter Rotunde präsentiert die benachbarte Bibliothek wechselnde Ausstellungen mit Photographien oder Plakaten. Das große Café Colbert wurde ebenfalls im ursprünglichen Geist von 1900 renoviert.
(Gleich nebenan -rue Vivienne-, befindet sich die...)

Galerie Vivienne, Nr. 4 rue des petits champs, 6 rue Vivienne, 5 rue de la Banque, 2. Arrondissement
(
Metro Bourse, Pyramides)
Gallerie Vivienne.jpg (11237 octets)Errichtet 1823; Der elegante überdachte Passage wird noch heute von Modeboutiquen gesäumt. Nr. 13 befindet sich eine monumentale Treppe zur einstigen Wohnung von Vidocq, zuerst Zuchthäusler, dann Chef einer Polizeibrigade, die aus ehemaligen Straffälligen bestand.

Basilika Notre-Dame des Victoires, Place des Petits-Pères, 2. Arrondissement
(
Metro Bourse, Sentier) (tél. 01 42 60 96 71)
Der Bau von 1629 bis 1740 erhielt seinen Namen nach dem Sieg Richelieu's über die Protestanten bei der Einnahme von La Rochelle im Jahr 1628. Die Kirche ist der einzige Zeuge eines Klosters der Augustinermönche, die man im Volk "Kleine Väter" (Petits Pères) nannte. Nach ihrer Vertreibung durch die Revolution wurden die Gebäude 1859 abgerissen.

12- Place des Victoires
(Metro Bourse, Sentier)
(architecte Jules Hardouin-Mansart, 1685)
Place des Victoires.jpg (10936 octets)Die Französischen Könige prägten im 16. und 17. Jahrhundert die Stadt durch die Anlage geometrischer Plätze, in deren Zentrum ihre Reiterstatue stand. Der Siegesplatz (Place des Victoires) wurde von einem geschickten Höfling nach dem Sieg von Nijmwegen 1678 für Ludwig XIV. geschaffen. François d'Aubusson, Herzog "de la Feuillade" gab ein Standbild des Königs im Krönungsmantel, gekrönt von der Siegesgöttin, in Auftrag, der ein dreiköpfiges Monster zerschmettert, das die "Triple-Alliance" (den Dreibund) symbolisiert. Um den neuen Platz bauen zu können, kaufte er ein vornehmes Stadthaus indes die Stadt Paris, auch sie wollte dem König den Hof machen, einige benachbarte Häuser enteignete. Jules Hardouin-Mansart baute 1685 den Platz wie einen Schrein: gleichförmige Häuser, keine Straße sollte in der Verlängerung einer anderen auf den Platz zulaufen, alles um die Wirkung der Statue zu erhöhen, die sich von den Fronten der Häuser abhob. Vier Fackeln brannten ohne Unterlaß, um den weihevollen Charakter des triumphalen Platzes zu betonen. Die Revolution schickte die Statue in die Gießerei. Auf dem alten Sockel ließ Napoleon eine Statue zu Ehren eines seiner Generale errichten, nach antikem Vorbild nackt. Bald wurden Palisade aufgestellt, um die schamlose Statue zu verdecken, die dann 1816 eingeschmolzen wurde. Die jetzige Statue ist von 1822. Harmonie und Homogenität des Platzes verloren sich im Verlauf des 19. Jh. mehr und mehr mit dem Neubau von Häusern und der Verbreiterung von Straßen. Der bedeutendste Schaden erfolgte 1884 mit dem Straßendurchbruch der rue Etienne Marcel, der dem Platz seine Geschlossenheit raubte. Erhalten ist noch der "triumphale" Schmuck an zahlreichen eleganten Modeboutiken.

Les Halles - Die Markthallen
Der Rundgang folgt ab jetzt dem Plan des 2. Arrondissement (Bourse, Sentier, Montorgueil)

Les Halles (die Markthallen) gelten seit dem Mittelalter als "Bauch von Paris". Die Funktion als Marktort steht seit 800 Jahren dem politischen Machtzentrum der "Cité" bzw. der Autorität des Geistes im "quartier latin" gegenüber. Napoleon III. gab dem Architekten Baltard 1851 den Auftrag Pavillons aus Eisen als eine Art Regenschirm zu errichten, um den Großmarkt der Hauptstadt zu schützen. Alter und Enge des Marktes waren der Grund, ihn in den Jahren 1962-1969 nach Rungis zu verlegen, 15 km südlich von Paris. Die zehn Pavillons wurden abgerissen, trotz der Proteste der Kenner und der öffentlichen Meinung. Diese Zerstörung war immerhin Anlaß dafür, dem industriellen patrimoine des 19. Jh. mehr Aufmerksamkeit zu widmen: Der Orsay-Bahnhof ("la gare" d'Orsay) blieb vor allem aus diesem Grund erhalten. Einer der Pavillons von Baltard blieb in Nogent-sur-Marne erhalten und kann besichtigt werden. Zehn Jahre lang blieb das Loch offen, das die Hallen hinterließen. Viele, oft futuristische Pläne wurden gemacht, während die riesige Regionalbahnstation des RER Châtelet-les Halles entstand und ein "Maulwurfsgang für Autos" der es erlaubt, das Viertel im Tunnel zu unterfahren. Schließlich wurde 1979 das "Forum des Halles" gebaut, in dem die Handelstradition des Quartiers weiterlebt.

13- La fontaine des Innocents, Der Brunnen der Unschuldigen Kinder, am Platz / place Jean du Bellay
(
Metro Châtelet-Les Halles)
Fontaine des Innocents.jpg (11263 octets)Mit dem Namen einer benachbarten Kirche lag hier seit gallo-romanischer Zeit der Friedhof "
cimetière des Innocents". Um ihn vom Markt der "Halles" abzutrennen, ließ Philipp-August 1186 rundum eine Mauer errichten. Diese wurde später durch einen Kreuzgang des Klosters mit Arkaden und Spitzbogengewölbe ergänzt. Vom 12. bis ins 18. Jh. war dies der Hauptfriedhof von Paris für die Pfarreien ohne eigenen Friedhof und für das Hospital des "Hôtel-Dieu". Die reichen Familien leisteten sich Grabstätten während die Knochen der Armengräber unter den Dächern der Galerien angehäuft wurden. Als der Friedhof 1786 aufgehoben wurde, brachte man die Reste von 2 Millionen Körpern in alte Steinbrüche, die so zu den catacombes von Denfert-Rochereau wurden (14. Arrondissement). Zuerst wurde ein Markt eingerichtet. Dann wurde der freie Raum 1858 zum square (öffentliche Grünanlage) umgestaltet. Der Brunnen "des Innoncents" wurde 1649 geschaffen und ist der einzige Renaissance-Brunnen in Paris. Gestaltet mit den Skulpturen von Nymphen durch Jean Goujon, war er zuerst an den Friedhof "des Innocent" angelehnt. Nach der Verlagerung des Friedhofs wurde die Fontaine 1788 in die Mitte des neuen Platzes verlagert, wobei ihr eine vierte Seite von Pajou hinzugefügt wurde.

Auf Höhe von Haus Nr. 11 der rue de la Ferronnerie zeigt eine Zeichnung auf dem Boden die Lage des Wagens Heinrichs IV. bei seiner Ermordung am 14. Mai 1610 an. Die große Menschenmenge und der dichte Wagenverkehr der Kaufleute der Hallen machte es dem Mörder Ravaillac möglich, nahe genug an den vom Volk geliebten König heranzukommen.

14- Le Forum des Halles
(
Metro Châtelet-Les Halles)
(Architekt Claude Vasconi et Georges Pencréac'h, 1979)
Seit den 80er Jahren macht die Bündelung der drei Linien des RER am Haltepunkt der "Halles" aus dem Forum ein wichtiges Tor, das den Zugang nach Paris ermöglicht. (RER ist das Regionale Schnellbahn-Netz der Eisenbahn). Das Forum, 1979 errichtet, bildet auf vier Stockwerken eine weitläufige Ladengalerie, ständig belebt von Schaulustigen, Spaziergängern, Käufern... Die Architekten wollten, "daß das Sonnenlicht mittels kaskadenförmig angebrachter Fenster überall anwesend ist". Die Fenster fallen gleichzeitig durch ihre weiß gemalten Aluminiumstrukturen ins Auge. Der untere Platz mit dem
Pygmalion, einer Skulptur von Julio Silva, sollte ursprünglich zum Garten der "Halles" hin geöffnet sein, aber wirtschaftliche Überlegungen führten zur Errichtung einer vierten Bauseite. Das Forum wird von kleinen Pavillons aus Glas und Stahl gekrönt, eine Art "Folies" in Form von Sonnenschirmen, die gleichsam den Garten fortsetzen, "so daß er mitten in der Stadt erstirbt" so die Bauingenieure Jean Willerval und Jean Prouvé).

Das Museum der Holographie, Musée de l'holographie, Forum niveau -1, Nr. 15 à 21 (jetzt nur noch im Internet www und bei Ausstellungen)
(
Metro Châtelet-Les Halles) (Das Museum zeigt jetzt seine Bestände vielerorts nur noch als Wanderausstellung)
Die Technik des Hologramms ermöglicht dreidimensionale Bilder. Sie wurde seit den 60er Jahren dank der Beherrschung des Lasers entwickelt. Nicht das Abbild eines Gegenstandes wird fotografisch erfaßt, sondern das von ihm reflektierte Licht eines Laser. Das Museum zeigt einfache Abbildungen von Gegenständen, Stereogramme, die den Eindruck erwecken, als ob sie sich von der Stelle bewegen, wenn der Betrachter seinen Standort wechselt, weiter großformatige Hologramme (über den Kosmos, die Raumfahrt, die Erde, die Frauen) schließlich Hologramme, die Kunstwerke aus russischen Museen zeigen.

Museum "Grévin am Forum", Musée Grévin du Forum, Forum des Halles (-1. Etage)
(
Metro Châtelet-Les Halles) (Tel. 01 40 26 28 50, geöffnet 10.30-18.45, Sonntags 13.00-19.00)
Annex des
musée Grévin das am Boulevard Montmartre im 9. Arrondissement liegt. Hier am Forum wird nach der Darstellungsart der"son et lumières" ("Bild und Ton") vom Ende des 19. Jh. eine Reise in die Welten von Victor Hugo, Verlaine, Jules Verne, der Oper, der Weltausstellungen geboten…

Pavillon des Arts, 101 rue Rambuteau
(tel. 01 42 33 82 50)
Lieu d'expositions.

Der "Rechteckplatz", la place carrée, und die Einrichtungen unter dem Garten "des Halles"
(Architekt Paul Chemetov, 1985)
Place carrée.jpg (10762 octets)Der Architekt schuf eine "sichtbare und mächtige tragende Struktur, die fähig ist, das riesige Gewicht des Gartens tragen und zu stabilisieren". In dieser Absicht hat er Blöcke aus Sichtbeton, Strebepfeiler und neogotische Spitzbogen verwendet, die "wie ein Echo auf die Kirche "Saint-Eustache" in der Nachbarschaft wirken.

Diese große unterirdische Straße versorgt die Videothek von Paris ("Forum des Images") (www), das Auditorium der "Halles", ein großes Schwimmbad unter einem tropischen Pflanzenbeet und die vielen verschiedenen Kinos von Cité-ciné (www).

Der Garten der "Halles", jardin des Halles, rue Rambuteau, rue Berger
D
er Garten überdeckt die weitläufigen Einrichtungen in der Tiefe. Von Linden gesäumte Alleen (die Ende Juni blühen) verlängern die Straßenachsen des Viertels. Ungehinderte Blickachsen vor der Kirche "Saint-Eustache" werden durch einen muschelförmigen Platz gewährleistet, den ein steinerner Kopf von Herne de Milder schmückt. Die Pflasterung des Platzes zeichnet ein Labyrinth in trügerischer Perspektive. Die überwachsenen Arkaden und Bogengänge im Süden stammen von dem Bildhauer François-Xavier Lalanne. Nahe der Börse überdecken vier gläserne Pyramiden ein tropisches Pflanzbeet als Schmuck für das Schwimmbad. Die Blumen der Ränge rundum sind nur für das Auge erreichbar. Zum Ausgleich war der Garten der "Halles" einer der ersten, den man betreten, auf dem man liegen durfte.

Le jardin des Enfants (Der Kindergarten) an der rue Rambuteau zwischen Forum und Saint-Eustache wurde 1986 von Claude Lalanne gebaut. Er nimmt sich vor, Kinder in Räumen versinken zu lassen, die ihnen gemäß sind: die "weiche Welt" mit einem Schwimmbad aus blauen Bällen, die Welt der Vulkane, die Welt der Geometrie und der Klänge, der Tropenwald usw.

Das "Museum der Anwälte", Musée de l'Avocat, Nr. 25 rue du Jour
(
Metro Louvre-Rivoli) (Tel. : 01 47 83 50 03, geöffnet nach Verabredung, außer Samstag und Sonntag)
Das elegante "Hotel" (Stadtpalais) "Antoine de la Porte" stammt aus dem 17. Jh. In seinen Kellern wird die Sammlung des Advokatenstandes gezeigt. In den Dokumenten werden berühmte Prozesse wieder lebendig: der von Marie-Antoinette, von Dreyfus, von Stavisky, von Henriette Caillaux, die den Direktor des Figaro ermordete.

Kirche / Eglise Saint-Eustache, place René Cassin
(
Metro Châtelet-Les Halles)
D
er Bau von 1532 bis 1667 ist in seine schlanken Struktur gotisch, doch die Innenausstattung ist Renaissance und die Fassade Klassik. Die dem hl. Eustachius geweihte Kirche ersetzte eine Kapelle aus dem 12. Jh. Der hl. Eustachius erlitt in Rom im 2. Jh. den Märtyrertod. Seine Bekehrung zum Christentum soll auf die wundersame Begegnung mit einem Hirsch zurückgehen. So wurde er zum Patron der Jäger. Grundriß, architektonische Struktur und das ausgewogene System der Gewölbe sind wie gesagt gotisch: die auffälligsten Zeichen dafür sind die Strebepfeiler, das Portal und die Treppentürmchen, die man gut vom nördlichen “impasse St. Eustache” (der Sackgasse St. Eustache) aus sehen kann. Die Fassade dagegen wurde im 18. Jh. im klassischen Stil neu gestaltet. Die Kirche verlor dabei das erste Joch des Kirchenschiffs. Im Innern wird die gotische Struktur verdeckt durch die Säulen und Pilaster der Renaissance. Während der Revolution wurde die Kirche zum Tempel des Ackerbaus, dann 1803 wiedereröffnet; sie brannte 1840 und wurde von Victor Baltard restauriert, dem Architekten auch der benachbarten Pavillons.

Tête du jardin des Halles.jpg (8610 octets)Krypta der hl Agnes, Crypte Sainte-Agnès.
D
ie Kapelle der hl. Agnes lag am Chor der Kirche von Saint-Eustache. Übrig von ihr ist heute eine Tür über der ein Wappen einen Fisch zeigt. Es erinnert an einen Kaufmann aus dem 13. Jh., der ein Vermögen mit dem Verkauf von Fischen in den Markthallen machte. König Philippe Auguste schuldete Jean Allais Geld. Als der König zum Kreuzzug aufbrach, verlieh er dem Kaufmann das Recht  auf die Einnahme eines denier (Heller) pro verkauften Korb Fische.. Dieser wurde reich an Geld aber auch an Gewissensbissen und ließ deshalb die St-Agnes-Kapelle errichten, die aber im 16. Jh. beim Bau der Kirche abgerissen wurde. Bei einer Erneuerung der Fundamente vor 20 Jahren wurden alte Dekorationen aus dieser Kapelle gefunden, die man wieder in den Mauern der Kirche verbaut hatte.

Vor der Kirche von Sainte-Eustache ruht ein steinerner Kopf von Henri de Miller  ("Ecoute", 1986). Der Bildhauer ist auch der Schöpfer der Sonnenuhr im Garten.
(Am Ende des Gartens befindet sich die “Bourse du Commerce”...)

Die “Warenbörse”, Bourse du commerce, rue de Viarmes (www)
(
MetroChâtelet-Les Halles) (Tel. 01 45 08 39 44, geöffnet 9.00-18.00 außer Samstag, Sonntag)
Bourse du Commerce.jpg (7397 octets)A
n dieser Stelle standen zuerst zwei schöne Wohnhäuser: Das “Hotel de Nesles”, in dem Blanca von Kastilien 1252 starb und in dem Johannes von Luxemburg wohnte, dann Ludwig, Herzog von Orléans, der von Jean sans Peur (Johann Ohnefurcht) ermordet wurde. Katharina von Medici ließ 1572 ein prächtiges “hôtel” (Stadtpalais) erbauen. von ihm ist eine große colonne astrologique (astrologische Säule) übriggeblieben, die von der Königin angeblich für ihren Astrologen errichtet wurde. Das obere Kabinett, dessen Ecken in die vier Himmelsrichtungen zeigen war von eine heute zerstörten Glasscheibe bedeckt. Als das Hotel 1750 abgerissen wurde, wurde die Säule an die Stadt Paris verkauft, die einen Brunnen und eine Sonnenuhr einbaute. Der Vogt der Kaufleute von Viarmes ließ 1768 eine hölzerne Getreidehalle errichten. Als sie abbrannte erhielt Belanger den Auftrag, die Kuppel entsprechend seinem Plan aus Schmiedeeisen zu rekonstruieren. Das war 1811 eine der ersten Gelegenheiten, bei denen das unbrennbare und widerstandsfähigere Eisen verwendet wurde. Der Architekt arbeitete mit zwei Ingenieuren zusammen, auch das eine Neuerung. Nach dem Umbau Ende des 19. Jh. zeigt die Warenbörse heute eine dezent feierliche Säulenfassade zur Straße “rue circulaire de Viarmes” hin. Bemerkenswert im Innern ist die weite Kuppel und eine doppelläufige aus Schmiedeeisen gefertigte Treppe des 18. Jh.

15- Galerie Véro-Dodat, Nr. 19 rue Jean-Jacques Rousseau, 2 rue du Bouloi.
Z
wei Pariser Fleischer/Wurstmacher eröffneten 1826 die Uberdachte Passagen von Vero und Dodat. Sie hatte großen Erfolg vor allem wegen ihrer Nähe zu den “Messageries” (“Nachrichten und Warentransporte”), von wo aus Eilwagen nach ganz Europa abfuhren. Diese sollten freilich mit der Entwicklung des Eisenbahnverkehrs nach und nach verschwinden. Der aufwendige Dekor aus der Restauration (1814-1830) ist erhalten geblieben .

Vereine, Verbände des 1. Arrondissement

Rathaus des 1 Arrondissement   Michel Caldaguès, Nr. 4 place du Louvre, 75 042 Paris cedex 01, Metro Louvre, Tel. : 01 44 50 75 01

Statistik des 1

Statistiques du recensement de 1990
Sondage de l'INSEE au 1/4
Chiffres du 1er Chiffres de Paris Chiffres de l'agglomération parisienne
Population totale 18 368 2 151 245 9 316 656
Population par âge (en %)
0-19 ans
20-39 ans
40-59 ans
60-74 ans
+ de 75 ans

15,7
36,1
27,3
12,2
8,6

18,6
35,9
24,7
12,2
8,5

25,5
33,8
24,7
10,2
5,7
Familles  (couples et enfants)
dont enfants

Personnes habitant seules (en % des ménages)
Nombre de personnes par ménage
10 616
3 444

55,9
1,76
1 423 932
491 292

49,8
1,92
7 486 068
2 920 272
33,2
2,41
Taux d'activité (en %)
dont chomeurs
63,7
8,5
60,9
9,7
62,5
9,0
Catégories socio-professionnelles des
ménages (selon personne de référence) (en %)
Agriculteurs
exploitants
Artisans, commerçants, chefs d'entreprises
Cadres professions intellectuelles sup.
Professions intermédiaires
Employés
Ouvriers
Retraités

Autres (élèves, étudiants, "au foyer")


0
7,3
26,9
12,1
13,9
8,3
21,7

9,7


0
5,5
23,4
13,9
13,8
10,5
23,4
9,4


0,1
5,3
18,4
16,3
14,2
17,4
22,3
6,0
Statut d'occupation du logement
par les ménages (en %)
Propriétaires-occupants
Locataires
Logés gratuitement

Logements sans confort
=  (sans salle de bain ni WC intérieurs)


22,9
65,6
11,6
11,3


28,3
63,0
8,7
8,1
40,2
54,0
5,8

3,9
Ménages ne disposant pas de voitures (en %)
Actifs travaillant à Paris
=  (même commune pour l'agglomération)
62
77,2
53,7
72,9
34,5
33,9

Websites zum 1. Arrondissement im internet
Paris visite : du Petit Palais au Grand Louvre, le chemin des Pharaons
Le Paris de Philippe Auguste : remarquable site sur la vie de la ville, les métiers, la muraille etc.

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© 1997-01 Dessillages, alle Rechte vorbehalten
Übersetzung Hermann Hammer