Stadtgeschichte - Geschichte und Anekdoten - moderne Kunst und Architektur - historische Gebäude - Gärten und Gartenstraßen - Handwerk und Industrie - Museen und Freizeiteinrichtungen im 7. Arrondissement

Zwischen Boulevard Saint-Germain und Orsay-Museum

Das Electra-Gelände (espace Electra), 6 rue Récamier
(Tel. 01 42 84 23 60 oder 01 53 63 23 45, geöffnet 12.00-19.00 außer Montag)
(www der letzten Ausstellung von Etienne-Jules Marey)
Ausstellungsbereich der Stiftung EDF (Französische Elektrizitätsgesellschaft). 
In der Nähe die bezaubernden und schattigen Gartenanlage des  
1- Square
Récamier

2- Wohngebäude, 28-30 Boulevard Raspail
(Architekt Pol Abraham, 1932)
Beispiel der Architektur der 30er Jahre, der Architektur einer Zwischenzeit, die heute in  Vergessenheit geraten ist. Die vertikalen und massiven Partien der Fassade haben tragende Funktion, sind also funktionell, wurden aber besonders kräftig angelegt, um mit den schwarzen Horizontalen der Fensteröffnungen und der Balkone in spielerische Beziehung zu treten. Das Spiel der Bauvolumina wird weiter betont durch die Plastizität einzelner Bauelemente und durch Rücksprünge. Die Eckfenster bieten eine „drei-Viertel-Ansicht“  Die Ausarbeitung ist sehr sorgfältig: vorgeblendeter Stein, Rotunde der Eingangshalle, Fahrstuhl in einer Säule aus Stahl und Glas, rechteckige Regenableitungen aus Kupfer.

 

3- Das Gläserne Haus (maison de verre), 31 rue Saint-Guillaume (www)
(Für die Besichtigung durch Gruppen wende man sich an den Freundskreis Pierre Chareau (
Association des amis de Pierre Chareau), Tel. 
01 42 22 01 04. Zwischen Anmeldung und Besichtigung muss man eine Frist von einem Monat einrechnen.) 
(innerhalb des Hofs, Architekt Pierre Chareau, 1931)
Gebaut im Auftrag von Jean D'Alsace, einem Arzt der Avantgarde, wird hier die Grundidee der modernen Architektur verwirklicht, die Ästhetik des 20. Jh. aus der industriellen Technologie zu entwickeln. Das Haus erhält sein Licht ausschließlich über die Fassaden aus Glaskacheln. Alle Materialien sind industrieller und genormter Herkunft, die Beweglichkeit der Trennwände im Inneren ist total, die Nieten der tragenden metallischen Struktur sind unverblendet, ebenso die Kabel- und Versorgungsleitungen. Das neue Haus wurde unter ein ehemaliges Stadtpalais gefügt, da der betagte Mieter der obersten Etage nicht ausziehen wollte. (siehe die Abb. oben und unten mit der Außen- und Innenansicht)

"Science-Po" Das bekannte Institut für politische Wissenschaften befindet sich bei der Hausnr. 27 in der rue Saint-Guillaume (www).

Der Faubourg Saint-Germain
Heute noch sind etwa hundert der ehemals gut 300 hôtels particuliers (Stadtpalais) vorhanden, die im 18. Jh. von der Aristokratie hier in der "Vorstadt von Saint Germain" errichtet wurden, als sie das Maraisviertel verließ, um sich an der Straße nach Versailles und in der Nähe des Louvre anzusiedeln. Sie können nicht alle eigens erwähnt werden. Man trifft auf sie im Verlauf des vorgeschlagenen Rundgangs immer wieder. Auf einige von ihnen wird im folgenden aber doch hingewiesen. Leider sind ihre Gittertore oft verschlossen und man muss Mitte September und den 'Tag des Kulturerbe' (journée du patrimoine) abwarten, um in ihr Inneres vordringen zu können.
Der Faubourg Saint Germain ist auch das Zentrum der
Kunstgalerien und der Altertumshändler (antiquaires)

Rue des Saint-Pères : Stadtpalais Hausnr. 30.

Museum der Geschichte des Protestantismus, 54 rue des Saint-Pères
(Tel. 01 45 48 62 07, Besuchergruppen nach Voranmeldung, geöffnet jeweils am Vormittag außer Samstag und Sonntag)
Das Museum ist ein Teil der Bibliothek zur Geschichte des Protestantismus. Die Dokumente beziehen sich vor allem auf bedeutende Persönlichkeiten aus der Gemeinschaft der Hugenotten,  die sich im Verlauf der Geschichte einen Namen gemacht haben: Sully, Henri IV, Agrippa d'Aubigné, Cujas etc.

Quai Voltaire : Stadtpalais Hausnr.  9, 19, 29

4- Rue de l'Université : Die ENA (die Eliteschule, aus der viele führende Persönlichkeiten in der Politik und Wirtschaft Frankreichs hervorgegangen sind) befindet sich in einem ehemaligen Stadtpalais (Hausnr. 13) (Abb. oben) (www)
Weitere Stadtpalais bei den Nsr. 15, 17

5- Rue de Lille : Hausnr. 41 beherbergt ein Restaurant von 1907 im Stil des Art déco. Eine Skulptur von Dubuffet entdeckt man bei der Nr. 56, am Eingang zum „hôtel de la Caisse des dépôts et consignations“ (Depositenbank).  Weitere Stadtpalais bei Hausnr. 67 oder in der  Rue de Poitiers  Nr. 12, usw..

Librairie (Buchhandlung)  la Documentation française

Quai d'Orsay
Der Name der Straße erinnert an den Vogt der Kaufleute (Bürgermeister) Charles Boucher d'Orsay, der 1708 den Grundstein für die erste Uferstraße legte, die später den Namen „quai Anatole France“ erhielt. Der Anlage des heutigen quai d'Orsay wurde 1808 begonnen. Der Name gilt in aller Welt als Synonym für die Außenpolitik und das Außenministeriums Frankreichs. Dieses liegt genau genommen aber in der
rue de l'Université 130 (siehe weiter unten).

6- Das Orsay-Museum , 7 quai Anatole France, 1 rue de Bellechasse (www, Bilder www)
(Metro Solférino, RER Musée d'Orsay)
(Tel. 01 40 49 48 14, geöffnet täglich außer Montag von 9.00-18.00 zwischen 20 Juni und 20 September, zwischen 10.00-18.00 im Winter, "Museumsnacht" Donnerstags  10.00-21.45)
(Architekten: Act-architecture, Bardon, Colboc, Philippon, Aulenti)
Der ehemalige Orsay-Bahnhof wurde 1897 von Victor Laloux erbaut, dann aber 1939 aufgegeben, da die Bahnsteige für die elektrischen Züge nicht mehr lang genug waren. Der Abriss war seit 1961 beschlossene Sache. Seine Erhaltung verdankt der Bau der allgemeinen Erregung über die Zerstörung der Pariser Markthallen Baltard’s 1971 und dem plötzlich erwachten Interesse für das  kulturelle Erbe aus dem 19. Jh. Es hatte zunächst mehrere Projekte gegeben, unter anderem für ein riesiges modernes Hotel. Staatspräsident Valéry Giscard d'Estaing entschied schließlich, in ihm das Museum für die Kunst der zweiten Hälfte des 19. Jh. einzurichten. Bei der Verwirklichung des Projekts wurden die bestehenden Bauten vollständig, erhalten, „deren Inneres aber in aller Freiheit neu geordnet. Dabei wurden insbesondere Ausstellungsräume in Form kleiner Kuben geschaffen.

Das Museum gilt als eines der schönsten der Welt. Es ist vor allem der Malerei und der Skulptur gewidmet, zeigt aber auch die weiteren Formen des künstlerischen Schaffens (Kunsthandwerk, Architektur, Grafik sowie Photographie in Sonderausstellungen). Darüber hinaus werden die Beziehungen zwischen dem künstlerischen Schaffen und dem historischen, sozialen und wirtschaftlichen Umfeld der Zeit zur Wirkung gebracht. Die Sammlungen stammen großteils aus dem Louvre, dem Museum des  „Jeu de Paume“, dem Tokyo - Palais für die Nachimpressionisten sowie aus zahlreichen Erbschaften und Schenkungen. Das Erdgeschoss zeigt Skulpturen von Carpaux und Rude, Gemälde von Ingres, Courbet, Manet und den Malern von Barbizon (Millet, Corot), dazu Möbel von 1850-1880, weiter Karikaturen von Daumier, Gemälde von Puvis de Chavanne und Gustave Moreau. Hier findet man auch ein Planmodell des Opern-Viertels. Die obere Etage präsentiert viele der berühmten und großartigen Gemälde von Manet, Degas, Monet, Pissaro, Renoir, Cézanne, van Gogh, Seurat, Matisse, Gauguin und Toulouse-Lautrec. Vom Café aus genießt man einen schönen Blick auf die Seine. Das Zwischengeschoß zeigt Werke des Naturalismus und des Symbolismus, Skulpturen von Rodin, Möbel des „Art nouveau“ (Guimard) sowie die Malerei der „Nabis“-Schule. Das Restaurant  des Museums befindet sich im ehemaligen Bahnhofshotel.

Schiffsanlegestelle
Paris-Canal, port de Solférino, quai Anatole-France (www)
(Neben dem Parkplatz des musée d'Orsay, Metrostationen Solférino und Musée d'Orsay)
Abfahrt um 9:30 in Richtung la Villette
, für eine Kreuzfahrt auf der Seine und den Kanal „Saint-Martin“.

Passerelle Solférino
(Architekt Marc Mimram, www, 1999)
Die Solferinobrücke war in einem so schlechten Zustand, dass sie 1960 abgerissen werden musste. Sie wurde zunächst durch einen provisorischen Steg ersetzt, der 1992 aber für die Öffentlichkeit geschlossen wurde. Der geplante Neubau sollte eine direkte Verbindung zwischen dem Orsaymuseum und dem Tuileriengarten schaffen. Der beauftragte Architekt und Bauingenieur entwarf einen neuen Steg, der sowohl von der oberen wie von der unteren Uferstraße aus zugänglich ist und einen stützenfreien Stahlbogen bildet. Bald nach seine Einweihung musste er leider sofort wieder geschlossen werden, da Schwingungen auftraten und die längs verlegten Holzlatten bei feuchtem Wetter rutschig wie eine Seifenbahn wurden. Nach Lösung dieser Probleme wurde der Steg Ende 2000 wieder zugänglich und in städtische Obhut übergeben (Man hatte Dämpfungselemente eingebaut und rutschfeste Mittel aufgebracht). Der Bau selbst kostete ca.16 Millionen Euro und wurde vom Kulturministerium und dem Ministerium für öffentliche Einrichtungen zu 62,5 % bzw. 37,5% finanziert.

(Gegenüber dem musée d'Orsay...)
7- Musée de la légion d'honneur, 2 rue de Bellechasse
(Metro Solférino, RER Musée d'Orsay)
(Tel. 01 40 62 84 25
oder 01 45 55 95 16, geöffnet 14.00-17.00 außer Montag)
Das Museum der Ehrenlegion und der ehemaligen Ritterorden ist im „hôtel de Salm-Kyrburg“ von 1787, untergebracht. Das Stadtpalais zeigt einen deutlichen Gegensatz zwischen der strengen Fassade zum Hof (mit Triumphbogen und Säulenreihen) und der bezaubernden Gartenseite mit dem Halbrund eines von Statuen gekrönten Pavillons. Hier befindet sich seit 1804 der Sitz des Ordens der Ehrenlegion. Das Palais wurde 1871 während des Aufstandes der Kommune niedergebrannt, jedoch originalgetreu wiederaufgebaut. Die Ritterorden waren einst dem Adel vorbehaltene Vereinigungen der Elite. Sie wurden 1791 aufgelöst. Die Ehrenlegion wurde 1804 von Napoleon gegründet, um die "Talente zu ehren, die zur Verteidigung und zum Wohlergehen des Landes beitragen“. Die Ehrenlegion zählt heute 250 000 Mitglieder in den folgenden fünf Rängen: Ritter, Offizier, Kommandeur, Großoffizier, Großkreuz. Das Museum zeigt Medaillen, Abzeichen und Ehrenzeichen, die die Geschichte dieser Ordensstufen illustrieren.

Die Hausnr. 78 und 80 der  rue de Lille beherbergen eine Botschaft und ein Ministerium und zeigen die für das 7. Arrondissement (und das 16. Jh.) charakteristische Umnutzung der ehemaligen Stadtpalais, von denen viele glücklicherweise noch heute vom Schmuck ihrer Gärten umgeben werden

Zwischen Palais Bourbon und Hôtel Matignon, das Viertel der Ministerien

8- Die Nationalversammlung (Assemblée nationale), 126 rue de l'Université (www)
(Tel. 01 48 87 24 14 oder 01 40 63 77 77, Besichtigung Samstags um 10.00, 14.00, 15.00 außer an den Sitzungstagen des Parlaments, Treffpunkt Hausnr. 33, quai d'Orsay; Personalpapiere erforderlich) 
Das Palais Bourbon wurde 1726 gebaut, für eine legitimierte Tochter Ludwigs XIV. mit Madame de Montespan, der Witwe des Herzogs von Bourbon. Übrig davon ist nur noch die Hauptfassade an der rue de l'Université. Ein zeitgenössischer Architekt bemerkte, es sei um eines der ersten Palais „um angenehm darin wohnen zu können“ statt nur „zu repräsentieren“. Die Gartenanlagen stiegen in Terrassen bis zur Seine herab. Der Prinz von Condé, Enkel der Herzogin, ließ es vergrößern und fügte ihm das benachbarte Palais des „hôtel de Lassay“ hinzu. Heute befindet sich hier die Residenz des Präsidenten der Nationalversammlung (Hausnr.128).

In der Revolution wurde das Palais beschlagnahmt, damit sich in ihm 1795 den Rat der Fünfhundert versammeln konnte. Der damals errichtete Sitzungssaal ist auch das heutige Halbrund („hémicycle“) des Plenarsaals. Hier entstand die Bezeichnung der Linken und Rechten in der Politik: die Monarchisten hatten sich rechts vom Redner gesetzt, die Revolutionäre links. Das Zentrum wurde „marais“, Sumpf, genannt. Napoleon ließ 1807 die heutige Fassade zum Concorde-Platz hin errichten, rein aus dekorative Gründen. Ihr antikisierender, für das Empire typischer Stil (korinthisches Peristyl mit Giebel) sollte der Kolonnade der gleichzeitig errichteten Madeleine -Kirche entsprechen.

In der Restaurationszeit nach 1814 erhielt der Prinz von Condé das Palais Bourbon zurück, das aber angemietet und 1827 schließlich gekauft wurde, um in ihm die gesetzgebende Körperschaft unterzubringen. Es handelt sich dabei noch keineswegs eine repräsentative Volksvertretung, denn es galt noch das Zensuswahlrecht und ihr Einfluss war.gering.  Nach der heutigen Verfassung werden die Abgeordneten der Nationalversammlung in allgemeiner und direkter Wahl für sechs Jahre gewählt und haben die Aufgabe, die Gesetzesvorlagen zu prüfen, zu diskutieren, abzuändern und zu beschließen. Damit sie endgültig Gesetz werden, müssen sie im gleichen Wortlaut vom Senat, der zweiten Kammer des Parlaments, angenommen werden, die im Luxemburgpalast tagt. Das Innere des Palais Bourbon ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: Viele der Räume sind mit Gemälden und Skulpturen geschmückt. Die schöne Bibliothek wurde von Delacroix mit der Darstellung der Geschichte der antiken Zivilisation ausgemalt (1838-1847).

Das Außenministerium (ministère des affaires étrangères), 130 rue de l'Université, wurde 1845 in dem für das 19. Jh. typischen Stil des Eklektizismus erbaut. 
Der Platz des Palais Bourbon  ist mit seiner geometrischen Anlage und der Statue im Zentrum typisch für die klassischen Platzanlagen des 18. Jh.

Metrostation Assemblée nationale  
(Malereien von Jean-Charles Blais)
(Man folgt dem Straßenverlauf, am besten mit Fahrrad...)

9- Rue de Grenelle
Zahlreiche Stadtpalais aus dem 17.-18. Jh., sind zum Sitz von Ministerien geworden: etwa die Nr. 101, 116, 110, 138; Die Nr. 127 (9) zeigt den neoklassischen „Louis XVI“ - Stil, der nach der Entdeckung von Pompeji und Herculaneum um 1750-60 wieder zu Ehren kam (Abb. gegenüber)

 

 

 

(Abstecher zu einer kleinen neogotischen Kirche ...)

Die Kirche Sainte-Clotilde, 23 b rue Las-Cases
(Metro Solferino) (Tel. 01 47 05 22 46, geöffnet 8.00-19.00)

Die Kirche der Gemeinde der Vorstadt „Faubourg Saint-Germain“, wurde 1846 in neogotischem Stil erbaut. Sie spricht für die wachsende Neigung der Julimonarchie (1830-1948) für das Mittelalter, dessen 'Kunst der Barbaren' (der „Goten“) seit der Renaissance verworfen worden war. Das
neu erwachende Interesse wurde vor allem durch den Architekten Viollet-le-Duc gefördert, der zahlreiche gotische Bauten restaurierte. Die Kirche ist der hl. Chlothilde geweiht, die unter den Statuen der Fassade an der Seite ihres Gemahls Chlodwig dargestellt ist. Die Tochter des Burgunderkönigs Chilperic bewegte den Frankenkönig, dazu, sich 496 zum Christentum zu bekehren.

 

 

 

10- Musée Rodin, 77 rue de Varenne (www)
(Metro Varenne Tel.. 01 44 18 61 24 oder 01 45 50 42 34,  geöffnet von 9.30-17.45, von Oktober bis März nur bis 16.45, Montags geschlossen )
Der Bildhauer Rodin bezog 1908 das „hôtel de Biron“, ein Rokokopalais aus dem 18. Jh. Es war zuvor in Künstlerateliers aufgeteilt worden. 1911 wurde es vom Staat aufgekauft. Das Rodinmuseum wurde 1919 eröffnet, nachdem der Künstler seine Werke gestiftet hatte. Es zeigt alle seine großen Skulpturen: Der Kuss, die Bürger von Calais, die Hand Gottes. Einer der Säle ist Camille Claudel gewidmet, der Schwester des Dichters Paul Claudel, die von 1882 bis 1898 Schülerin und Gefährtin Rodin’s war. Man begegnet auch einigen Gemälden, die der Bildhauer von Van Gogh, Renoir, Monet gekauft hatte. In dem angenehmen, schattigen und weitläufigen Garten sind monumentale Bronzen ausgestellt: der Denker, Balzac, der Eingang zur Hölle. Die letztere (vom „musée des Arts décoratifs“ in Auftrag gegeben aber nicht abgenommen) illustriert Dantes Hölle.  Der Garten ist gegen eine Gebühr von 7 F (ca. 1 Euro) zugänglich. Der kleine Automat am Eingang verhindert Warteschlangen.

Rue de Varenne, hier befinden sich besonders tiefgründige Gartenanlagen

11- Hôtel Matignon, 57 rue de Varenne (www)
(Metrostationen Solférino, Rue du Bac, Varenne) (zugänglich nur Mitte September bei den Tagen des Kulturerbes - des offenen Denkmals)
Der Bau dieses Stadtpalais begann im Jahr 1721. Bald nach der Errichtung wurde es an Jacques Goyon de Matignon, den Grafen von Thorigny verkauft. Nach der  Revolution wechselte der Rokokobau mehrfach den Besitzer. Talleyrand gab in ihm glänzende Feste. Im Jahr 1815 kam es durch einen Tausch des Königs Louis XVIII. gegen den Elysée-Palast an die Herzogin von Bourbon. Als Erbteil ging es an die Schwester des Königs Louis-Philippe und gehörte nach 1847 mehreren Herzögen. Danach diente es Österreich-Ungarn als Botschaft. Im Jahr 1935 kaufte der Staat das Palais für das Präsidium des Rats der Republik. Schließlich wurde das Hôtel Matignon 1958 zum Amtssitz des Premierministers. Sein halbmondförmiger Eingang erleichterte früher die Vorfahrt der Karossen. Der weitläufige Garten dehnt sich bis zur rue de Babylone.

Weitere Stadtpalais bei den Hausnr. 50, 47...

12- Das Maillol - Museum - Die Stiftung Dina Vierny, 59-61 rue de Grenelle (www)
(Metro rue du Bac) (Tel. 01 42 22 59 58, geöffnet 11.00-18.00 außer Dienstag)
Das Museum des katalanischen Bildhauers Aristide Maillol wurde in einem schönen Stadtpalais eingerichtet, in dem der Dichter Alfred de Musset gewohnt hatte. Seine Gründerin war Dina Vierny, die mehr als 10 Jahre lang Maillols letztes Modell war. Das Museum  präsentiert Zeichnungen, Gemälde und originale Gipsformen des Bildhauers. Ergänzt wird es  durch die private Sammlung von Dina Vierry mit Werken der naiven Malerei: es sind Gemälde und Zeichnungen von Matisse, Dufy, Kandinski, Duchamps sowie mehrerer zeitgenössischer russischer Künstler.

Der benachbarte Brunnen, die Fontaine des Quatre-Saisons, wurde 1739 von Bouchandon zur Versorgung des Stadtviertels mit Wasser errichtet. Die großen allegorischen Figuren stellen die Stadt Paris dar, eingerahmt von den Flüssen der Seine und der Marne. Flachreliefs zeigen die 4 Jahreszeiten. Der antikisierende Stil nimmt das vorweg, was sich einige Jahre später überall ausbreitete.

Die Boutique Décoration: die Verkaufsstätte von Terence Coran, dem Schöpfer von "Habitat" (kreative Wohnraumgestaltung)

13- Le Bon Marché, 140 rue du Bac (www)
(Metro Sèvres-Babylone)

(Architekt Gustave Eiffel)
Es handelt sich beim Bon Marché um das aller erste große Kaufhaus von Paris. Es wurde 1852 von Aristide Boucicaut gegründet und vergrößerte sich in den Jahren 1869 bis 1882 rasch , vor allem dank fortschrittlicher kaufmännischer Ideen des Gründers: großer Umsatz - kleiner Preis, ungehinderter Zugang der Kunden, Ware mit festen Preisen (diese hingen damals auch von den Vorstellungen der Kunden ab), Gewährung der Möglichkeit zur Erstattung des Kaufpreises. Boucicaut war auch darin ein Neuerer, dass er ein paternalistisch geprägtes soziales Modell förderte, das Zola in seinem Roman „Au bonheur des dames“ beschrieb. Schließlich nutzte er für sein Kaufhaus die neue Metallarchitektur der 2. Hälfte des 19. Jh. Das Bon marché wurde von Gustave Eiffel gebaut, einem ihrer Hauptvertreter.
Das Stadtquartier des quartier du Bon Marché beherbergt eine der bedeutendsten Konzentrationen von Boutiquen für Bekleidung, schick in der rue du Cherche-Midi und der rue de Sèvres, eher luxuriöser Art im Bereich der rue du Bac.

Wenn man dem Verlauf der rue de Babylone weiter folgt, kommt man bei der Nr. 29  zur Gartenanlage des Jardin Catherine Labouré (und zum schattigen Blätterdach des Hôtel Matignon.

14- Das Kino la Pagode, 57 b (bis) rue de Babylone
(Metro François-Xavier) (Tel. 01 45 55 48 48, Programm www, als Kennwort "pagode" eingeben)
(Architekt Alexandre Marcel)
Der Pavillon im chinesischen Stil wurde 1895 für die Frau des Direktors des Bon Marché - Kaufhauses errichtet und zeugt von der Begeisterung der Jahrhundertwende für den Fernen Osten. (Die Herkunft des Pavillon ist freilich nicht ganz geklärt; manche Quellen berichten von einem Transport aus Japan). Der Bau diente ab 1905 für Empfänge der Gesandtschaft Chinas, die Hausnr. 57 residierte. Seit 1931 befindet sich in ihm ein Kino, das erst vor kurzem renoviert wurde.

Vom Invaliden-Bau zum Eiffelturm

15- Les Invalides (www)
(Metro Invalides)
(Tel. 01 44 42 37 72 oder Ansagedienst unter Nr. 01 44 42 37 67, geöffnet 10.00-18.00 von April bis September, von 10.00-17.00 ab Oktober bis März)
(Architekten Libéral Bruant, Jules Hardouin-Mansart, 1671-1706)
Ludwig XIV. ließ dieses Palais von 1671 an erbauen, um die im Dienst de Königs verwundeten Soldaten zu beherbergen. Im Jahr 1710 waren es 3000 verstümmelte oder alte Soldaten. Ihre Zahl stieg zeitweise bis auf ein Maximum von 5000 - 7000. Der schmucklose, majestätische Bau wurde von Libéral Bruant entworfen, der schon an der Salpétrière gearbeitet hatte. Jules Hardouin-Mansart setzte die Arbeiten von 1677 an fort (mit Ausschmückung durch Boullée, www). Im Jahr 1962 wurde das Bauwerk auf Initiative des damaligen Kulturministers André Malraux grundlegend restauriert, in der absicht,  ihm seinen ursprünglichen Charakter wiederzugeben. In der Tat war das „Invalidenhotel“ durch zahlreiche unbeholfene Ergänzungen im Interesse militärischer Dienststellen zugebaut worden. Man s jetzt wieder die Gräben der Befestigungen, die alten aus Feindeshand erbeuteten Kanonen. Die von Napoleon aus Wien hierher gebrachten Kanonen wurden von den Deutschen 1940 entfernt, kehrten aber 1946 zurück. Man sollte auch die Fassade und den Ehrenhof besichtigen. Das Invalidenhotel beherbergt auch heute noch ein modernes Krankenhaus für Kriegsversehrte.

Der Invalidendom Saint-Louis-des-Invalides
(Tel. 01 44 42 37 72
oder Ansagedienst unter Nr.: 01 44 42 37 67, geöffnet 10.00-18.00 von April bis September, von 10.00-17.00 von Oktober bis März)
Hardouin-Mansart  errichtete die Kirche Ende des 18. Jh. nach den Plänen von Libéral Bruant. Auffällig ist eine Galerie im Schmuck der vom Feind erbeuteten Fahnen und die große Orgel. Eine Kapelle und ein Denkmal im linken Seitenschiff ehren die 1914-1918 auf dem Feld der Ehre gefallenen Generäle. Ein Meilenstein der „Via Sacra“, der „heiligen Straße", die 1916 die einzige Verbindung zur Versorgung des umkämpften Verdun war, ist mit Erde von den Schlachtfeldern angefüllt. Ihm gegenüber enthält ein anderer Meilenstein Erde von den amerikanischen Soldatenfriedhöfen des zweiten Weltkriegs. Die Gruften beherbergen zahlreiche Grabmäler der Marschälle des ersten Weltkriegs, aber auch die von Leclerc und Juin, den Marschällen des zweiten Weltkriegs. Über einen Verbindungsgang an der linken Ecke der Kirche erreicht man den Hof des Doms. 

 

 

Das Grabmahl Napoleons in der Kuppelkirche des Doms
(geöffnet 9.00-19.00 im Juli und August, 10.00-18.00 in den anderen Monaten)
Begonnen 1679 von Hardouin-Mansart, wurde die Kirche erst 1706 vollendet. Die majestätische Kuppel wurde damals zum ersten mal vergoldet. Die Vergoldung wurde 100 Jahre später von Napoleon I. und dann wieder von Napoleon III. erneuert. Für die Weltausstellung von 1937 kam er wieder zu einer neuen Vergoldung, die aber nur fünf Jahre lang hielt. Der „Invalidendom“ hat seinen ganzen Glanz aus Anlas der Zweihundertjahrfeier der Französischen Revolution 1989 wiedergefunden: Goldplättchen mit einer Dicke von 0,2 Micron wurden auf das Kupferdach aufgebracht (im Ganzen sind es 12 kg Gold). Man entschloss sich auch, die vier Statuen rund um die Laterne der Kuppel wieder aufzustellen: es sind die Sinnbilder von Glaube, Hoffnung, Charitas und Religion. Sie waren 1793 eingeschmolzen worden, doch in Versailles befanden sich Kopien. Das Kircheninnere zeigt einen quadratischen Grundriss in Form eines griechischen Kreuzes und erinnert darin an St. Peter in Rom. Die sehr helle und lichte Kirche ist mit Malereien, Skulpturen und Mosaiken aus der Zeit Ludwigs des XIV. geschmückt. Ursprünglich dem König vorbehalten, wurde die Kirche 1840 zum Mausoleum Napoleons: eine kreisrunde zentrale Öffnung gibt den Blick frei auf das Grabmal, dessen Bedeutung im Wesentlichen symbolisch ist. 

Musée de l'Armée
(Tel. 01 44 42 37 70, geöffnet 10.00-17.45 von April bis September, bis 16.45 von Oktober bis März)
 Das Armeemuseum entstand 1905 auf der Grundlage älterer Sammlungen, etwa der seit 1685 im Arsenal zusammengebrachten Waffensammlung. Es wurde bereichert durch die in der Revolution konfiszierten privaten Sammlungen und durch Schenkungen der Herzöge und Prinzen. Das Museum wurde im Krieg von 1870 nach Brest ausgelagert. Im Jahr 1940 wurde ein Teil der Waffen und Rüstungen nach Berlin verbracht, kamen nach dem Krieg aber zurück. Das Museum zeichnet die Militärgeschichte in den zwei Gebäuden nach, die den Ehrenhof einrahmen. Der Westbau zeigt einige antike Stücke, vor allem aber Ritterrüstungen, Pferderüstungen, Waffen und Schwerter seit dem Hochmittelalter. Der Ausstellungsbereich der östlichen Kulturen zeigt Waffen aus dem Vorderen Orient und aus Japan. Ein Korridor ist der Jagd und dem Schützenwesen gewidmet. Die zweite Etage geht unvermitelt zum ersten und zweiten Weltkrieg über. Wenn man chronologisch vorgehen will, muss man zunächst das zweite Gebäude aufsuchen. Mittels Uniformen, Waffen, Rangabzeichen, Erinnerungsstücken wird im Ostbau die Militärgeschichte Frankreichs von 1600 bis 1870 dargestellt. Man sollte es nicht versäumen, rechts vom Eingang das Modell des Invalidenpalastes (vor 1690) und das von Ingres gemalte Portrait Napoleons zu besichtigen.

Musée des plans-reliefs (Das Museum der Reliefkarten) (www und www)
(Eingang in der 4. Etage, im Westflügel des Armeemuseums, Tel. 01 45 51 95 05, geöffnet 10.00-17.45 von April bis September, 10.00-16.45 von Oktober bis März)
(Architekt W. Mitrofanoff, Museumsgestaltung Ch. Germanaz)
Lange Zeit war diese Sammlung aus der Zeit Ludwigs des XIV. und Ludwigs des XV. mitärisches Geheimnis. Sie wurde bis 1776 im Louvre aufbewahrt, in der Galerie zur Seine und wurde durch Napoleon, Louis Philippe und Napoleon dem III weiter vervollständigt. Im Jahr 1927 erhielt die Sammlung den Rang eines Historischen Denkmals. Von Zeit zu Zeit war das Museum teilweise geschlossen, damit die Ausstellungsflächen neu organisiert und die Modelle restauriert werden können. Die Reliefkarten Nordfrankreichs wurden im Jahr 1982 ausgelagert und sind jetzt im Kunstmuseum von Lille zu besichtigen. Der erste Teil der Erneuerungsarbeiten wurde inzwischen abgeschlossen und so kann man sich wieder an den Modellen der Städte und der Festungen vom Ärmelkanal, der Atlantikküste, den Pyrenäen und des Mittelmeer begeistern. Es wird noch einige Jahre dauern, bis wieder jene aus dem Norden, dem Osten und der Alpenregion zu bewundern sein werden. Aus Anlass der Wiedereröffnung des ersten Abschnitts des Museums der Reliefpläne wurde eine Ausstellung zur Geschichte der Sammlung seit 400 Jahren eingerichtet; Ihr Titel "Im Maßstab 'ein Fuß zu 100 Klafter', der Krieg der Belagerungen dargestellt in Modellen") 

Musée d'histoire contemporaine
(Tel. 01 45 51 93 02, Besichtigung nur nach Voranmeldung oder während der zeitweiligen Ausstellungen.)
Das Museum der Zeitgeschichte ist die ikonographische Abteilung der internationalen Fachbibliothek zur Zeitgeschichte, die sich in den gleichen Räumen befindet. Es umfasst 1,5 Millionen Dokumente  zur Geschichte Frankreichs im 20. Jh.  Das Museum ist nur auf Vereinbarung zugänglich aber auch während der zeitweiligen Ausstellungen. Die Besucher können dann einen Teil der Photographien, der Plakate, Objekte, Gemälde, Zeichnungen zu einem bestimmten Thema besichtigen.

Musée de l'Ordre de la Libération, 51 b rue de Latour-Maubourg
(Tel. 01 47 05 04 10, geöffnet 14.00-17.00 außer Sonntag)
Das Museum des Ordens der Befreiung wurde in dem eleganten Bau eingerichtet, der 1747 für die Offiziere des Königs errichtet wurde und sich von der majestätischen Nüchternheit des nahgelegenen Invalidenbaus abhebt. Der Orden der Befreiung wurde 1940 von General de Gaulle gegründet „um die Personen und die Gemeinschaften zu belohnen, die sich durch besondere Verdienste beim Werk der Befreiung Frankreichs und seines Imperiums hervorgetan haben werden“. Das Ordenskreuz wurde 1036 Einzelpersonen, 18 Militäreinheiten und 5 Städten verliehen. In Erweiterung seiner Aufgabe wurde das Museum auch zu einer Erinnerungsstätte an den Widerstand (die Résistance) und die Deportationen. Die Andenken, Zeugnisse und sonstigen Ausstellungsobjekte erinnern an den „sonderbaren Krieg ("drôle de guerre"), den Waffenstillstand, die Expeditionskorps des Auslandes, die Befreiung von Paris, die Konzentrationslager, den Kampf im Untergrund.

Im Sommer 1991 durften die jungen Besucher der soeben erst geöffneten Länder Osteuropas, die auf Entdeckungsfahrt nach Paris gekommen waren, ausnahmsweise auf den Rasenflächen der Invaliden-Esplanade nächtigen, was billiger war als die offiziellen Campingplätze.

16- Unesco, 7 place de Fontenoy (www)
(Metro Ségur, Cambronne)

(Tel. 01 45 68 03 71, geöffnet 9.00-12.30 et 14.30-18.00 außer Samstag und Sonntag)
(Architekten Breuer, Nervi, Zehfuss, 1958)
Die UNESCO, die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, wurde 1945 gegründet, um den Frieden zwischen den Völkern und den Kulturaustausch zu fördern . Für ihr Generalsekretariat haben die Architekten 1958 einen Bau in den reinen Formen der modernen Architekturbewegung errichtet, das sich dennoch dem Quartier gut einfügt. Das Sekretariat hat die Form eines Y, so dass es möglich war, den Halbkreis der Militärschule am Fontenoy-Platz, wie bereits von Gabriel vorgesehen, zu vollenden. Die Fassade wurde zudem mit Naturstein verkleidet, "um die historische Umgebung nicht zu dominieren". Dagegen konnten die Architekten bei den beiden übrigen ebenfalls gerundeten Fassaden ihren modernen Vorstellungen freien Lauf lassen: die horizontalen und vertikalen Linien der Sonnenblenden und Lichtfilter verbinden sich zu einem subtilen Lichtspiel. Der Bau ruht auf  72 Betonstützen, so dass der Platz frei wurde für Fußgänger und eine riesige Halle im Erdgeschoss (Photo von Brassaï im Restaurant). Die Architekten haben den Beton in den Rang eines edlen Baumaterials erhoben dank ihrer Beherrschung des Sichtbetons. Das Konferenzgebäude ist ebenfalls das Ergebnis einer geglückten Arbeit in Beton für das Tragwert ebenso wie für die Mauern und für das akkordeonartig gefaltete und mit Kupfer bedeckte Dach.

Eine Komposition Picassos schmückt die Eingangshalle. An der Ostseite erstreckt sich ein japanischer Garten, für den die Designerin Charlotte Perriand 1993 ein Teehaus aus Bambus und Schiffsleinwand entworfen hat. Die Westseite dagegen wird von einer riesigen Piazza im Schmuck moderner Skulpturen eingenommen (Calder, Henry Moore, Miro) . Die Renovierung des Baus wurde Renzo Piano anvertraut. Ein neuer Meditationsbereich wurde von dem japanischen Architekten Tadao Ando entworfen. 

(Abstecher zu moderner Architektur: gegenüber der „rue de Suffren“ öffnet sich die „rue Nikis“ und der Blick auf einen Bau der Jahre um 1970...) 
17- Agence spatiale européenne, 8-10 rue Mario Nikis, 15è
(Architekten Valentin Fabre und Jean Perrotet, 1977)
Für das Gebäude der Europäischen Raumfahrtagentur hat man drei ältere Gebäude erhalten und integriert (die Fassade zeichnet die alte Bauaufteilung nach), nachdem neue Bauvorschriften keine entsprechend großen Geschossflächen mehr erlaubten. Eine gemeinsame Haut aus weiß emaillierten Sandstein verbindet nun die drei Bauteile unter Bewahrung der ursprünglichen Bauvolumina ebenso wie die Verbindungsstege in der 3. und 4. Etage.

(Man umgeht die Militärschule „l'Ecole militaire“ über die „Avenue de Suffren“ und erreicht so das Marsfeld (Champ-de-Mars)...)
18- Ecole militaire, 1 place Joffre
(Metrostationen Ecole militaire, Ségur)
(Besichtigung mit Erlaubnis des Standortkommandanten möglich)

Ludwig der XIV. gründete die Militärschule 1751 für die militärische Ausbildung junger Angehöriger aus verarmten Adelsfamilien. Napoleon Bonaparte richtete hier 1795 sein Hauptquartier als General ein und später die Kaserne für seine Kaiserliche Garde. Jetzt dient die Schule wieder ihrem ursprünglichen Zweck als Sitz der Militärhochschule. Der Architekt Gabriel hat einen Bau im vollendet klassischem Stil geschaffen: ionische Säulen (schlank und „weiblich“), dorische Säulen (massiv und „männlich“), korinthische Säulen (mit ihrem Blätterschmuck), Giebel, Säulenhallen an den Portalen...  An der Fassade zum Marsfeld hin entdeckt man vier Statuen, den Symbolen der Macht, des Friedens, Frankreichs und des Sieges: die Siegesgöttin trägt die Züge Ludwigs des XV. (in antiker Kleidung). Es ist eine der wenigen Statuen des Königs, die die Revolution überlebt haben. 

Champ-de-Mars
Mit der Gründung der Ecole militaire 1751 durch Ludwig den XV. wurde das Marsfeld (das den Namen des römischen Kriegsgottes trägt) als Exerzierplatz eingerichtet. Die damals noch ländliche Fläche konnte 10 000 Mann in Schlachtordnung aufnehmen. Ende des 18. Jh. fanden hier Pferderennen statt, auch Versuchsflüge der Ballonfahrt. Vor allem aber wurde das Marsfeld zum Schauplatz mehrer bedeutender Ereignisse der Revolution. Hier fand am 14. Juli 1790 das große Föderationsfest statt, bei dem man die Erstürmung der Bastille im Jahr zuvor feierte. 250 000 Freiwillige strömten herbei, um das Feld dafür herzurichten. An diesem Ort wurde auch Bailly hingerichtet. Robespierre organisierte1794  hier das Fest des „Höchsten Wesens“. Im zweiten Empire wurde das Marsfeld zum Schauplatz für die großen Weltausstellungen des Industriezeitalters. Diese fanden 1867, 1878 und 1889 statt, zur Hundertjahrfeier der Revolution mit dem Eiffelturm als ihrem Höhepunkt. Um wieder das zu beseitigen, was die Ausstellungen hinterlassen hatten und auch um Geld einzunehmen, verkaufte die Stadt Paris Geländeparzellen am Rand des Marsfeldes und legte einen großen, schattigen Garten an. Damals also wurden die Ränder des Platzes mit  den schönen, luxuriösen Häusern bebaut, die man heute sieht. Die schöne Perspektive, die man in Richtung des Palais de Chaillot  hat, wurde 1937 fertiggestellt.

(Neu)
Eine Mauer des Friedens (Mur pour la Paix) wurde jüngst gegenüber der Militärschule von Jean-Michel Wilmotte nach einer Idee von Clara Halter errichtet, der Schriftstellerin, Malerin und Ehefrau von Marek Halter. Das Wort "paix" (Frieden) wird in mehreren Sprachen auf zwei Glaswänden dekliniert. Zwischen ihnen befindet sich ein Raum mit Bildschirmen, durch die Botschaften vermittelt werden, indes der Besucher eingeladen ist, seine eigene Botschaft in die Zwischenräume der äußeren Wände zu stecken.

Der Eiffelturm (www) (www Photos) (Rundblicke vom Eiffelturm aus www)
(RER (S-Bahnstation) Tour Eiffel-Champ de Mars)
(Tel. 01 44 11 23 23, geöffnet 9.00-24.00 von 15. Juni bis Ende August, 9.30-23.00 (für den Rest des Jahres)
(Ingenieur Gustave Eiffel, 1889) (porträtiert von Dufy)
 
Das zweite Empire (Napoleons des III.) wählte das Marsfeld für die großen Weltausstellungen des Industriezeitalters, zunächst 1867, dann 1878. Der Clou der Ausstellung
im Jahr 1889, aus Anlass der Hundertjahrfeier der Revolution, war der Eiffelturm. "Eiffel war bis dahin nur Ingenieur gewesen, nun wurde auch zum Architekten und sogar zum Poeten". Dieser  Erfolg ist sowohl technischer Natur, durch die Leichtigkeit des Baus aus nur 7000 Tonnen Eisen (in 15 000 Einzelteilen, die durch 2 500 000 Nieten miteinander verbunden sind), als auch ästhetisch begründet: "Die Form des Turms ist die schönste Illustration einer typischen Form um 1900, nämlich der Lilie (die hier auf dem Kopf steht)". Sie ist im Übrigen von der Notwendigkeit diktiert, einem Turm von 300 m Höhe genügend Standfestigkeit zu geben. B. Oudin bedauert in seinem Dictionnaire des architectes, éditions Seghers nur "die ärgerliche Konzession der Bögen, welche die erste Etage scheinbar stützen , in Wirklichkeit aber nur an ihr aufgehängt sind". 

Anfangs wegen seine Hässlichkeit von nicht wenigen angefeindet, hat er sich der Turm der Pariser Stadtlandschaft so sehr aufgeprägt, dass er für die Millionen Besucher zu einem Symbol von Paris wurde. Er sollte ursprünglich nur 20 Jahre stehen bleiben. Doch er wurde auch wissenschaftlich genutzt, vor allem als meteorologische Station, was ihn rettete. Später wurde er auch zur Funkstation, seit 1898 für das Radio und ab 1925 für das Fernsehen. Das Publikum hat Zugang zur ersten Etage in 57 m, zur zweiten in 115 m und zur dritten in 274 m Höhe. Von ihrem offenen Umgang aus sieht man die zwei Leuchtfeuer und die 1957 errichteten Fernsehantennen. Der großartige Rundblick reicht bis zu 90 km weit und ist eine Stunde vor Sonnenuntergang am besten. Es gibt ein sehr gutes Restaurant, von dem aus man das Panorama bewundern kann und ein audiovisuelles Museum zur Geschichte des Turms. Am Fuß des Nordpfeilers befindet sich die Büste Gustave Eiffels von Bourdelle (1930).

Schiffsanlege
Die Einwohner von Paris vergessen oft, dass die Entdeckung ihrer Stadt von der Seine aus nicht nur für die Touristen da ist... Alle Regierungen haben Spuren in der Gestaltung jener Uferböschungen ('berges') hinterlassen, die nach Klassifizierung der Unesco zum Weltkulturerbe gehören... www

Bateaux Parisiens, am Hafen "port de la Bourdonnais", pont d'Iéna (www)
(Metrostationen: Champ de Mars-Tour Eiffel, Pont de l'Alma) (Tel. 01 44 11 33 44, oder - 55 für die Restauration)
Die Aussichtschiffe der 'Bateaux Parisiens bieten für 150 Personen auch eine gut organisierte Restauration unterwegs (Mittags- und Abendmahlzeiten). 
Mit einer Animation für 3-10-jährige Kinder durch zwei Komödianten bietet die
"Croisière enchantée" (die Zauberreise auf dem Schiff) auf spielerische Weise einen Zugang zur Geschichte.

Vedettes de Paris, port de Suffren (www)
(Metro Champ de Mars-Tour Eiffel) (tel. 01 47 05 71 29).
Ausflugsschiffe der Organisation Vedettes de Paris

(Siehe auch ein wenig weiter unten die Schiffsanlege der 'Bateaux-Mouche')

Das künftige Museum der Naturvölker (musée des Arts Premiers), quai Branly (www)
Nach vielen Verzögerungen (www zur Vorgeschichte), wird das am Seineufer gelegene Grundstück gegenüber dem Debilly-Steg nun endlich 2004 das von Staatspräsident Chirac gewünschte Volkskundemuseum aufnehmen. Den 1999 ausgeschriebenen Architekturwettbewerb gewann das Team von Jean Nouvel. Das neue "Museum für Kunst und Zivilisation Afrikas, Asiens, und beider Amerika" wird die ethnologischen Sammlungen des
musée de l’Homme (Museum des Menschen, zur Zeit im Palais du Trocadéro) und des Nationalmuseums der  arts d’Afrique et d’Océanie (Museum der Kunst Afrikas und Ozeaniens, zur Zeit in der Porte dorée) zusammenführen. 

Moderne Architektur zwischen Almabrücke und Invaliden-Palais

Besichtigung der Abwasserkanäle (visite des égouts),  93 quai d'Orsay, vor der Alma-Brücke (pont de l'Alma)
(Metro pont de l'Alma) (Tel. 01 47 05 10 29, geöffnet 11.00-17.00 außer Donnerstag und Freitag, nur 11.00-16.00 von Oktober bis April)
Der Ingenieur Bruneseau baute zu Beginn des 19. Jh. die ersten modernen Abwasserkanäle. Die Cholera-Epidemie von 1832 beschleunigte die Arbeiten. Es waren es aber schließlich Haussmann und Belgrand,die Paris mit der heutigen Kanalisation versahen Sie führt die Abwässer zum Klärwerk von  Achères (nordwestlich von Paris).  Eine Ausstellung erklärt die Geschichte und die Techniken der Beseitigung der Abwässer. Die eigentliche Besichtigung der Kanalisation erfolgt heute zu Fuß, auf einem Rundgang von nur 200 m Länge, während sie früher von Booten aus erfolgte...

Schiffsanlegestelle für die Bateaux-Mouche  
(Pont de l'Alma) (Tel. 01 42 25 96 10)
(Der Name dieser  Art von Ausflugs- und Besichtigungsbooten stammt von dem Stadtviertel In Lyon, in dem die Schiffe gebaut wurden )

20- Wohnungsbau, 89 quai d'Orsay et 22 rue Cognacq-Jay
(Architekt  Michel Roux-Spitz, 1929)
Der Architekt ist ein Vertreter der "Architektur der Übergangszeit" zwischen den beiden Weltkriegen. Sie nimmt eine Mittelstellung ein, wobei sie die Kunst beherrschte, sowohl modern zu sein (nüchterne Fassade ohne jede Dekoration, geometrische Elemente wie hier in den Erkerfenstern) aber doch klassisch zu bleiben (luxuriöses Finish mit vorgeblendetem Naturstein. (Abb. gegenüber)

Bei Hausnr. 65 des quai d'Orsay geht man an der American church vorüber, einem wichtigen Informations- und Veranstaltungszentrum der Amerikanischen Gemeinde in Paris.

 

21- Botschaft von Südafrika (Ambassade d'Afrique du sud), 59 quai d'Orsay
(Architekten Jean-Marie Garet, Gérard Lambert, Jean Thierrart, 1974)
Die Architekten haben versucht, widersprüchliche Ziele miteinander zu versöhnen. „Die Bewohner sollen den außergewöhnlich schönen Panoramablick auf die Seineufer genießen können" und zugleich soll der "geheime Charakter einer Botschaft" gewahrt bleiben“. Daher die Abschirmung durch Schilde aus Aluminiumformguss, die „halboffene symbolische Fenster darstellen“ und deren "vertikaler Charakter mit den umgebenden Bauten harmoniert". Das Ganze ist ein typisches Beispiel für die Architektur der 1970-er Jahre

Das Tabakmuseum der Seita, 12 rue Surcouf
(Metro Invalides) (Tel. 01 45 56 60 17, geöffnet 11.00-19.00 außer Sonntag
)
Die ersten französischen Zigaretten wurden 1845 in der Tabakmanufaktur von Gros-Caillou hergestellt, die sich an der Ecke des quai d'Orsay und der rue Surcouf befand. Die Manufaktur wurde 1905 abgerissen Das Museum zeigt die „Geschichte des Tabaks und der damit verbundenen Gebräuche“: es schildert die Entdeckung des Tabaks seit der Ankunft von Christoph Columbus in der neuen Welt, zeigt die Tabakpflanze im Detail, die Umwandlung der Pflanze zum Endprodukt, ihre rituelle und medizinische Verwendung (bei den Indianern). Man entdeckt zahlreiche Pfeifenmodelle aus der ganzen Welt. Die Pfeife ermöglichte anfangs die Verbreitung des Tabakkonsums, lange vor der Zigarre im 18. Jh. und der Zigarette im 19. Jh. Weiter werden zahlreiche Gegenstände gezeigt, mit deren Hilfe der Tabak aufbewahrt, verbraucht, angeboten wird. Das Raucherkabinett Napoleons des III. und Gegenstände aus alten Tabakgeschäften zeigen, wie es früher einmal war. Eine Ausstellungsfläche neben dem Museum bietet interessante Ausstellungen der zeitgenössischen Malerei .

22- Musikkonservatorium und Altersheim, 7 rue Jean Nicot
(Architekt Christian de Portzamparc, 1984, www)
Wie schon der Name sagt, dient das Bauprogramm ganz unterschiedliche Funktionen. Für das Konservatorium an der "monotonen Durchgangsstraße" der rue de l'Université wollte der Architekt der Musikstadt von La Villette ein eigenständiges, charakteristisches und leicht erkennbares Gebäude schaffen. Der Giebel des Tanzsaals ist nicht nur ein neoklassischer Anklang an die Funktion einer öffentliche Einrichtung. Er bildet „den Brennpunkt für alle Elemente des Baus, die ihm seine Autonomie als Baudenkmal verleihen“. Doch  „um all das zu durchbrechen, was möglicherweise noch akademisch ist“, hat der Architekt ein außenliegendes, asymmetrisches, zur Stadt hin offenes Treppenhaus hinzugefügt. Im Gegensatz dazu strebte Christian de Portzamparc für das Altersheim eine „häusliche“ Architektur an, die mit der übrigen Stadt durch die dem Straßenverlauf folgende Bauflucht in Verbindung tritt. Zwischen den beiden Bauten entsteht ein Freiraum , der „die Bauteile in der Spannung ihrer unterschiedlichen Volumina miteinander verbindet.“

Fast genau gegenüber liegt das  Bürogebäude der Hausnr. 154-156 von  Ricardo Bofill aus dem Jahr 1993 (sichtbar auch von der Hausnr 9 der Avenue Robert Schumann aus)

Associations du 7è
(Bürgervereinigungen im 7. Arrondissement)

Mairie du 7è (Bürgermeisteramt des 7. Arrondissement). Martine Aurillac (RPR), 116 avenue de Grenelle, 75 340 Paris cedex 07, métro Bac ou Varenne, tel. 01 45 51 07 07 ("cedex" = Postfach)

Das 7. Arrondissement in Zahlen

Statistik der Volkszählung von 1990
Erhebung des l'INSEE im 1. Quartal 
Zahlen für den
 7. Bezirk (Arrondissement)
Zahlen für Paris  Zahlen für den Großraum Paris
Gesamtbevölkerung 62 944 2 151 245 9 316 656
Einwohner nach Alter (in %)
0-19 Jahre
20-39 Jahre
40-59 Jahre
60-74 Jahre
+ 75 Jahre

18,1
31,7
25,5
14,3
10,4

18,6
35,9
24,7
12,2
8,5

25,5
33,8
24,7
10,2
5,7
Familien (Ehepaare und Kinder)
davon Kinder

Einzelhaushalte (in % der Haushalte)
Zahl der Menschen pro Haushalt
41 120
14 564

51,8
1,92
1 423 932
491 292

49,8
1,92
7 486 068
2 920 272
33,2
2,41
Beschäftigtenquote (in %)
davon arbeitslos
54,8
6,9
60,9
9,7
62,5
9
Die Haushalte in gesellschaftlicher und beruflicher Hinsicht (Haushaltsvorstand) (%) selbständige  Landwirte
Handwerker
, Handeltreibende, Leiter von Betrieben
Leitende Positionen in geistigen Berufen
Mittlere Angestellte und Beamte
Angestellte
Arbeiter
Rentner, Pensionäre

Andere
(Schüler, Studenten, Familienangehörige)


0,1
7,7
28,9
10,1
11,2
5,5
22,7

13,8


0
5,5
23,4
13,9
13,8
10,5
23,4
9,4


0,1
5,3
18,4
16,3
14,2
17,4
22,3
6,0
Status der Wohnraumbelegung
durch die Haushalte (in %)
Selbstgenutztes Wohneigentum
Mieter
Kostenlose Wohnraumnutzung

Wohnungen ohne Komfort
___ (ohne Bad und  Innen-WC )


33,3
50,7
16,1
9


28,3
63,0
8,7
8,1


40,2
54,0
5,8

3,9
Haushalte ohne Auto (in %)
Berufstätige, die in Paris arbeiten 
___ (bei Großraum Paris am Wohnort)
47,2
78,6
53,7
72,9
34,5
33,9

Internetseiten zum 7. Arrondissement

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