| Zwischen Boulevard Saint-Germain und
Orsay-Museum
Das Electra-Gelände
(espace Electra), 6 rue
Récamier (Tel. 01 42 84 23 60 oder 01 53 63 23 45, geöffnet
12.00-19.00 außer Montag) (www der letzten Ausstellung von
Etienne-Jules Marey) Ausstellungsbereich der
Stiftung EDF (Französische Elektrizitätsgesellschaft). In der
Nähe die bezaubernden und schattigen Gartenanlage des 1-
Square Récamier
2- Wohngebäude, 28-30 Boulevard
Raspail (Architekt Pol
Abraham, 1932)
Beispiel der Architektur der 30er Jahre, der
Architektur einer
Zwischenzeit, die heute
in Vergessenheit geraten ist. Die vertikalen und massiven Partien
der Fassade haben tragende Funktion, sind also funktionell, wurden aber
besonders kräftig angelegt, um mit den schwarzen Horizontalen der
Fensteröffnungen und der Balkone in spielerische Beziehung zu treten. Das
Spiel der Bauvolumina wird weiter betont durch die Plastizität einzelner
Bauelemente und durch Rücksprünge. Die Eckfenster bieten eine
„drei-Viertel-Ansicht“ Die Ausarbeitung ist sehr sorgfältig:
vorgeblendeter Stein, Rotunde der Eingangshalle, Fahrstuhl in einer Säule
aus Stahl und Glas, rechteckige Regenableitungen aus Kupfer.
3- Das Gläserne Haus (maison de
verre), 31 rue Saint-Guillaume
(www) (Für die Besichtigung durch Gruppen wende man
sich an den Freundskreis Pierre Chareau (Association des
amis de Pierre Chareau), Tel. 01 42
22 01 04. Zwischen Anmeldung und Besichtigung muss man eine Frist von
einem Monat einrechnen.) (innerhalb
des Hofs, Architekt Pierre Chareau, 1931)
Gebaut im Auftrag von Jean D'Alsace, einem
Arzt der Avantgarde, wird hier die Grundidee der modernen Architektur verwirklicht, die Ästhetik des 20. Jh.
aus der
industriellen Technologie zu entwickeln. Das Haus erhält sein Licht
ausschließlich über die Fassaden aus Glaskacheln. Alle Materialien sind
industrieller und genormter Herkunft, die Beweglichkeit der Trennwände im
Inneren ist total, die Nieten der tragenden metallischen Struktur sind
unverblendet, ebenso die Kabel- und Versorgungsleitungen. Das
neue Haus wurde unter ein ehemaliges Stadtpalais gefügt, da der betagte
Mieter der obersten Etage nicht ausziehen wollte. (siehe die Abb. oben und
unten mit der
Außen- und Innenansicht)
"Science-Po" Das bekannte Institut für
politische Wissenschaften befindet sich bei der Hausnr. 27 in der rue
Saint-Guillaume (www).
Der Faubourg
Saint-Germain Heute noch
sind etwa hundert der ehemals gut 300 hôtels particuliers (Stadtpalais) vorhanden, die im 18. Jh. von der
Aristokratie hier in der "Vorstadt von Saint
Germain" errichtet wurden, als sie das Maraisviertel verließ, um sich an der Straße nach Versailles
und in der
Nähe des Louvre anzusiedeln. Sie können nicht alle eigens erwähnt
werden. Man trifft auf sie im Verlauf des vorgeschlagenen Rundgangs immer
wieder. Auf einige von ihnen wird im folgenden aber doch hingewiesen. Leider sind
ihre Gittertore oft verschlossen und man muss Mitte September und den 'Tag des
Kulturerbe' (journée du patrimoine) abwarten, um in ihr Inneres
vordringen zu können. Der Faubourg Saint Germain ist auch das Zentrum
der Kunstgalerien und der Altertumshändler (antiquaires)
Rue des Saint-Pères :
Stadtpalais Hausnr. 30.
Museum der Geschichte des Protestantismus, 54 rue des Saint-Pères (Tel. 01 45 48 62 07, Besuchergruppen nach Voranmeldung,
geöffnet jeweils am Vormittag außer Samstag und
Sonntag) Das Museum ist ein
Teil der Bibliothek zur Geschichte des Protestantismus. Die Dokumente
beziehen sich vor allem auf bedeutende Persönlichkeiten aus der
Gemeinschaft der Hugenotten, die sich im Verlauf der
Geschichte einen Namen gemacht haben: Sully, Henri IV, Agrippa d'Aubigné,
Cujas etc.
Quai Voltaire :
Stadtpalais Hausnr. 9, 19, 29
4-
Rue de l'Université : Die ENA (die
Eliteschule, aus der viele führende Persönlichkeiten in der Politik und
Wirtschaft Frankreichs hervorgegangen sind) befindet sich in einem
ehemaligen Stadtpalais (Hausnr. 13) (Abb. oben) (www) Weitere
Stadtpalais bei den Nsr. 15, 17
5- Rue de
Lille : Hausnr. 41 beherbergt ein Restaurant von 1907
im Stil des Art déco. Eine Skulptur von
Dubuffet entdeckt man bei der Nr. 56,
am Eingang zum „hôtel de la
Caisse des dépôts et consignations“ (Depositenbank). Weitere
Stadtpalais bei Hausnr. 67 oder in der Rue de Poitiers Nr. 12, usw..
Librairie (Buchhandlung) la Documentation
française
Quai d'Orsay Der Name der Straße
erinnert an den Vogt
der Kaufleute (Bürgermeister) Charles Boucher d'Orsay, der 1708 den
Grundstein für die erste Uferstraße legte, die später den Namen „quai
Anatole France“ erhielt. Der Anlage des heutigen quai d'Orsay wurde 1808
begonnen. Der Name gilt in aller Welt als Synonym für die Außenpolitik und
das Außenministeriums Frankreichs. Dieses liegt genau genommen aber in der
rue de l'Université 130 (siehe weiter
unten).
6- Das Orsay-Museum
, 7 quai Anatole
France, 1 rue de
Bellechasse (www, Bilder www) (Metro Solférino, RER Musée d'Orsay) (Tel. 01 40 49
48 14, geöffnet täglich außer Montag von 9.00-18.00 zwischen 20 Juni und 20 September, zwischen
10.00-18.00 im Winter, "Museumsnacht" Donnerstags
10.00-21.45) (Architekten: Act-architecture, Bardon, Colboc,
Philippon, Aulenti)
Der ehemalige Orsay-Bahnhof
wurde 1897 von Victor Laloux erbaut, dann aber 1939 aufgegeben, da die
Bahnsteige für die elektrischen Züge nicht mehr lang genug waren. Der
Abriss war seit 1961 beschlossene Sache. Seine Erhaltung verdankt der Bau
der allgemeinen Erregung über die Zerstörung der Pariser Markthallen
Baltard’s 1971 und dem plötzlich erwachten Interesse für das
kulturelle Erbe aus dem 19. Jh. Es hatte zunächst
mehrere Projekte gegeben, unter anderem für ein riesiges modernes Hotel.
Staatspräsident Valéry Giscard d'Estaing entschied schließlich, in ihm das
Museum für die Kunst der zweiten Hälfte des 19. Jh. einzurichten. Bei der
Verwirklichung des Projekts wurden die bestehenden Bauten vollständig,
erhalten, „deren Inneres aber in aller Freiheit neu geordnet. Dabei wurden
insbesondere Ausstellungsräume in Form kleiner Kuben
geschaffen.
Das Museum gilt als eines der schönsten der Welt. Es ist vor allem
der Malerei und der Skulptur gewidmet, zeigt aber auch die weiteren Formen
des künstlerischen Schaffens (Kunsthandwerk, Architektur, Grafik sowie
Photographie in Sonderausstellungen). Darüber hinaus werden die
Beziehungen zwischen dem künstlerischen Schaffen und dem historischen,
sozialen und wirtschaftlichen Umfeld der Zeit zur Wirkung gebracht. Die
Sammlungen stammen großteils aus dem Louvre, dem Museum des „Jeu de
Paume“, dem Tokyo - Palais für die Nachimpressionisten sowie aus
zahlreichen Erbschaften und Schenkungen. Das Erdgeschoss zeigt Skulpturen
von Carpaux und Rude, Gemälde von Ingres, Courbet, Manet und den Malern
von Barbizon (Millet, Corot), dazu Möbel von 1850-1880, weiter Karikaturen
von Daumier, Gemälde von Puvis de Chavanne und Gustave Moreau. Hier findet
man auch ein Planmodell des Opern-Viertels. Die obere Etage präsentiert
viele der berühmten und großartigen Gemälde von Manet, Degas, Monet,
Pissaro, Renoir, Cézanne, van Gogh, Seurat, Matisse, Gauguin und
Toulouse-Lautrec. Vom Café aus genießt man einen schönen Blick auf die
Seine. Das Zwischengeschoß zeigt Werke des Naturalismus und des
Symbolismus, Skulpturen von Rodin, Möbel des „Art nouveau“ (Guimard) sowie
die Malerei der „Nabis“-Schule. Das Restaurant des Museums befindet
sich im ehemaligen Bahnhofshotel.
Schiffsanlegestelle Paris-Canal, port de Solférino, quai Anatole-France (www) (Neben dem
Parkplatz des musée d'Orsay, Metrostationen Solférino und Musée
d'Orsay) Abfahrt um 9:30 in Richtung la Villette, für eine Kreuzfahrt auf der Seine und den Kanal
„Saint-Martin“.
Passerelle
Solférino (Architekt Marc Mimram, www,
1999) Die
Solferinobrücke war in
einem so schlechten Zustand, dass sie 1960 abgerissen werden musste. Sie
wurde zunächst durch einen provisorischen Steg ersetzt, der 1992 aber für
die Öffentlichkeit geschlossen wurde. Der geplante Neubau sollte eine
direkte Verbindung zwischen dem Orsaymuseum und dem Tuileriengarten
schaffen. Der beauftragte Architekt und Bauingenieur entwarf einen neuen
Steg, der sowohl von der oberen wie von der unteren Uferstraße aus
zugänglich ist und einen stützenfreien Stahlbogen bildet. Bald nach seine
Einweihung musste er leider sofort wieder geschlossen werden, da
Schwingungen auftraten und die längs verlegten Holzlatten bei feuchtem
Wetter rutschig wie eine Seifenbahn wurden. Nach Lösung dieser Probleme
wurde der Steg Ende 2000 wieder zugänglich und in städtische Obhut
übergeben (Man hatte Dämpfungselemente eingebaut und rutschfeste Mittel
aufgebracht). Der Bau selbst kostete ca.16 Millionen Euro und wurde vom
Kulturministerium und dem Ministerium für öffentliche Einrichtungen zu
62,5 % bzw. 37,5% finanziert.
(Gegenüber dem musée d'Orsay...) 7- Musée de la légion d'honneur, 2 rue de Bellechasse (Metro Solférino, RER Musée
d'Orsay) (Tel. 01 40 62 84 25 oder 01 45 55 95 16, geöffnet 14.00-17.00
außer Montag)
Das Museum der Ehrenlegion und der ehemaligen
Ritterorden ist im „hôtel de Salm-Kyrburg“ von 1787, untergebracht. Das
Stadtpalais zeigt einen deutlichen Gegensatz zwischen der strengen Fassade
zum Hof (mit Triumphbogen und Säulenreihen) und der bezaubernden
Gartenseite mit dem Halbrund eines von Statuen gekrönten Pavillons. Hier
befindet sich seit 1804 der Sitz des Ordens der Ehrenlegion. Das Palais
wurde 1871 während des Aufstandes der Kommune niedergebrannt, jedoch
originalgetreu wiederaufgebaut. Die Ritterorden waren einst dem Adel
vorbehaltene Vereinigungen der Elite. Sie wurden 1791 aufgelöst. Die
Ehrenlegion wurde 1804 von Napoleon gegründet, um die "Talente zu ehren,
die zur Verteidigung und zum Wohlergehen des Landes beitragen“. Die
Ehrenlegion zählt heute 250 000 Mitglieder in den folgenden fünf Rängen:
Ritter, Offizier, Kommandeur, Großoffizier, Großkreuz. Das Museum zeigt
Medaillen, Abzeichen und Ehrenzeichen, die die Geschichte dieser
Ordensstufen illustrieren.
Die Hausnr. 78 und 80 der
rue de
Lille beherbergen eine
Botschaft und ein Ministerium und zeigen die für das 7. Arrondissement
(und das 16. Jh.) charakteristische Umnutzung der ehemaligen Stadtpalais,
von denen viele glücklicherweise noch heute vom Schmuck ihrer
Gärten umgeben werden
Zwischen Palais Bourbon und Hôtel
Matignon, das Viertel der Ministerien
8- Die Nationalversammlung
(Assemblée nationale), 126 rue de l'Université (www) (Tel. 01 48 87 24 14 oder 01 40 63 77 77, Besichtigung Samstags um
10.00, 14.00, 15.00 außer an den Sitzungstagen des Parlaments, Treffpunkt
Hausnr. 33, quai d'Orsay; Personalpapiere
erforderlich)
Das Palais Bourbon wurde 1726
gebaut, für eine legitimierte Tochter Ludwigs XIV. mit Madame de
Montespan, der Witwe des Herzogs von Bourbon. Übrig davon ist nur noch die
Hauptfassade an der rue de l'Université. Ein zeitgenössischer Architekt
bemerkte, es sei um eines der ersten Palais „um angenehm darin wohnen zu
können“ statt nur „zu repräsentieren“. Die Gartenanlagen stiegen in
Terrassen bis zur Seine herab. Der Prinz von Condé, Enkel der Herzogin,
ließ es vergrößern und fügte ihm das benachbarte Palais des „hôtel de Lassay“ hinzu. Heute
befindet sich hier die Residenz des Präsidenten der Nationalversammlung
(Hausnr.128).
In der Revolution
wurde das Palais beschlagnahmt, damit sich in ihm 1795 den Rat der
Fünfhundert versammeln konnte. Der damals errichtete Sitzungssaal ist auch
das heutige Halbrund („hémicycle“) des Plenarsaals. Hier entstand die
Bezeichnung der Linken und Rechten in der
Politik: die Monarchisten hatten sich rechts vom Redner
gesetzt, die Revolutionäre links. Das Zentrum wurde „marais“, Sumpf,
genannt. Napoleon ließ 1807 die heutige Fassade zum Concorde-Platz hin
errichten, rein aus dekorative Gründen. Ihr antikisierender, für das
Empire typischer Stil (korinthisches Peristyl mit
Giebel) sollte der Kolonnade der gleichzeitig errichteten
Madeleine -Kirche
entsprechen. 
In der Restaurationszeit nach 1814
erhielt der Prinz von Condé das Palais Bourbon zurück, das aber angemietet
und 1827 schließlich gekauft wurde, um in ihm die gesetzgebende
Körperschaft unterzubringen. Es handelt sich dabei noch keineswegs eine
repräsentative Volksvertretung, denn es galt noch das Zensuswahlrecht und
ihr Einfluss war.gering. Nach der heutigen Verfassung werden die
Abgeordneten der Nationalversammlung in allgemeiner und direkter Wahl für
sechs Jahre gewählt und haben die Aufgabe, die Gesetzesvorlagen zu prüfen,
zu diskutieren, abzuändern und zu beschließen. Damit sie endgültig Gesetz
werden, müssen sie im gleichen Wortlaut vom Senat, der zweiten Kammer des Parlaments,
angenommen werden, die im Luxemburgpalast tagt. Das Innere des Palais
Bourbon ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: Viele der Räume sind mit
Gemälden und Skulpturen geschmückt. Die schöne Bibliothek wurde von
Delacroix mit der Darstellung der Geschichte der antiken Zivilisation
ausgemalt (1838-1847).
Das
Außenministerium (ministère des affaires étrangères),
130 rue de l'Université, wurde 1845 in dem für das 19. Jh. typischen
Stil des Eklektizismus
erbaut. Der Platz des Palais Bourbon
ist mit seiner
geometrischen Anlage und der Statue im Zentrum typisch für die klassischen
Platzanlagen des 18. Jh.
Metrostation Assemblée nationale
(Malereien von Jean-Charles Blais) (Man folgt dem Straßenverlauf, am besten mit
Fahrrad...)
9- Rue de
Grenelle
Zahlreiche Stadtpalais aus dem 17.-18. Jh.,
sind zum Sitz von Ministerien geworden: etwa die Nr. 101, 116, 110, 138;
Die Nr. 127 (9) zeigt den
neoklassischen „Louis XVI“ - Stil, der nach der Entdeckung von Pompeji und
Herculaneum um 1750-60 wieder zu Ehren kam (Abb. gegenüber)
(Abstecher zu einer kleinen neogotischen Kirche
...)
Die Kirche Sainte-Clotilde, 23 b rue Las-Cases (Metro Solferino) (Tel. 01 47 05 22 46, geöffnet
8.00-19.00)
Die Kirche der Gemeinde der Vorstadt
„Faubourg Saint-Germain“, wurde 1846 in neogotischem Stil erbaut. Sie
spricht für die wachsende Neigung der Julimonarchie (1830-1948) für das
Mittelalter, dessen 'Kunst der Barbaren' (der „Goten“) seit der
Renaissance verworfen worden war. Das neu erwachende
Interesse wurde vor allem durch den Architekten Viollet-le-Duc gefördert,
der zahlreiche gotische Bauten restaurierte. Die Kirche ist der hl.
Chlothilde geweiht, die unter den Statuen der Fassade an der Seite ihres
Gemahls Chlodwig dargestellt ist. Die Tochter des Burgunderkönigs
Chilperic bewegte den Frankenkönig, dazu, sich 496 zum Christentum zu
bekehren.
10- Musée Rodin, 77 rue de Varenne (www) (Metro Varenne Tel.. 01 44 18 61 24 oder 01
45 50 42 34, geöffnet von 9.30-17.45, von Oktober bis März nur bis
16.45, Montags geschlossen )
Der
Bildhauer Rodin bezog 1908 das „hôtel de Biron“, ein Rokokopalais aus dem
18. Jh. Es war zuvor in Künstlerateliers aufgeteilt worden. 1911 wurde es
vom Staat aufgekauft. Das Rodinmuseum wurde 1919 eröffnet,
nachdem der Künstler seine Werke gestiftet hatte. Es zeigt alle seine großen Skulpturen: Der Kuss, die Bürger von
Calais, die Hand Gottes. Einer der Säle ist Camille Claudel gewidmet, der
Schwester des Dichters Paul Claudel, die von 1882 bis 1898 Schülerin und
Gefährtin Rodin’s war. Man begegnet auch einigen Gemälden, die der
Bildhauer von Van Gogh, Renoir, Monet gekauft hatte. In dem angenehmen,
schattigen und weitläufigen Garten sind monumentale Bronzen ausgestellt:
der Denker, Balzac, der Eingang zur Hölle. Die letztere (vom „musée des
Arts décoratifs“ in Auftrag gegeben aber nicht abgenommen) illustriert
Dantes Hölle. Der Garten ist gegen eine Gebühr von 7 F (ca. 1 Euro)
zugänglich. Der kleine Automat am Eingang verhindert
Warteschlangen.
Rue de
Varenne, hier befinden sich besonders tiefgründige
Gartenanlagen
11- Hôtel Matignon, 57
rue de Varenne (www) (Metrostationen
Solférino, Rue du Bac, Varenne) (zugänglich nur Mitte
September bei den Tagen des Kulturerbes - des offenen
Denkmals)
Der Bau dieses Stadtpalais begann im Jahr 1721. Bald nach der
Errichtung wurde es an Jacques Goyon de Matignon, den Grafen von Thorigny
verkauft. Nach der Revolution wechselte der Rokokobau mehrfach den
Besitzer. Talleyrand gab in ihm glänzende Feste. Im Jahr 1815 kam es durch
einen Tausch des Königs Louis XVIII. gegen den Elysée-Palast an die
Herzogin von Bourbon. Als Erbteil ging es an die Schwester des Königs
Louis-Philippe und gehörte nach 1847 mehreren Herzögen. Danach diente es
Österreich-Ungarn als Botschaft. Im Jahr 1935 kaufte der Staat das Palais
für das Präsidium des Rats der Republik. Schließlich wurde das Hôtel
Matignon 1958 zum Amtssitz des
Premierministers. Sein halbmondförmiger Eingang erleichterte früher
die Vorfahrt der Karossen. Der weitläufige Garten dehnt sich bis zur rue
de Babylone.
Weitere Stadtpalais bei den
Hausnr. 50, 47...
12- Das Maillol -
Museum - Die
Stiftung Dina Vierny, 59-61 rue de Grenelle (www) (Metro
rue du Bac) (Tel. 01 42 22 59 58, geöffnet 11.00-18.00 außer
Dienstag) Das Museum des katalanischen
Bildhauers Aristide Maillol
wurde in einem schönen Stadtpalais
eingerichtet, in dem der Dichter Alfred de Musset gewohnt hatte. Seine
Gründerin war Dina Vierny, die mehr als 10 Jahre lang Maillols letztes
Modell war. Das Museum präsentiert Zeichnungen, Gemälde und
originale Gipsformen des Bildhauers. Ergänzt wird es durch die
private Sammlung von Dina Vierry mit Werken der naiven Malerei: es sind
Gemälde und Zeichnungen von Matisse, Dufy, Kandinski, Duchamps sowie
mehrerer zeitgenössischer russischer Künstler.
Der benachbarte Brunnen, die
Fontaine des
Quatre-Saisons, wurde 1739 von Bouchandon zur
Versorgung des Stadtviertels mit Wasser errichtet. Die großen
allegorischen Figuren stellen die Stadt Paris dar, eingerahmt von den
Flüssen der Seine und der Marne. Flachreliefs zeigen die 4 Jahreszeiten.
Der antikisierende Stil nimmt das vorweg, was sich einige Jahre später
überall ausbreitete.
Die Boutique Décoration:
die Verkaufsstätte von Terence Coran, dem Schöpfer von "Habitat" (kreative
Wohnraumgestaltung)
13- Le Bon Marché, 140 rue du Bac (www) (Metro
Sèvres-Babylone) (Architekt Gustave
Eiffel)
Es handelt sich beim Bon
Marché um
das aller erste große Kaufhaus von
Paris.
Es wurde 1852 von Aristide Boucicaut gegründet und vergrößerte sich in den
Jahren 1869 bis 1882 rasch , vor allem dank fortschrittlicher
kaufmännischer Ideen des Gründers: großer Umsatz - kleiner Preis,
ungehinderter Zugang der Kunden, Ware mit festen Preisen (diese hingen
damals auch von den Vorstellungen der Kunden ab), Gewährung der
Möglichkeit zur Erstattung des Kaufpreises. Boucicaut war auch darin ein
Neuerer, dass er ein paternalistisch geprägtes soziales Modell förderte,
das Zola in seinem Roman „Au bonheur des dames“ beschrieb. Schließlich nutzte er für sein
Kaufhaus die neue Metallarchitektur der 2. Hälfte des 19. Jh. Das
Bon marché wurde von Gustave Eiffel gebaut, einem ihrer
Hauptvertreter. Das Stadtquartier des quartier du Bon Marché beherbergt eine
der bedeutendsten Konzentrationen von Boutiquen für
Bekleidung, schick in der rue du Cherche-Midi und der rue de
Sèvres, eher luxuriöser Art im Bereich der rue du Bac.
Wenn man dem Verlauf der
rue de Babylone weiter folgt, kommt man bei der Nr. 29 zur Gartenanlage des Jardin Catherine Labouré
(und zum schattigen Blätterdach des Hôtel Matignon.
14- Das
Kino la Pagode, 57 b (bis) rue de Babylone (Metro
François-Xavier) (Tel. 01 45 55 48 48, Programm www, als Kennwort
"pagode" eingeben) (Architekt Alexandre
Marcel)
Der Pavillon im chinesischen Stil wurde 1895
für die Frau des Direktors des Bon Marché - Kaufhauses errichtet und zeugt
von der Begeisterung der Jahrhundertwende für den Fernen Osten. (Die
Herkunft des Pavillon ist freilich nicht ganz geklärt; manche Quellen
berichten von einem Transport aus Japan). Der Bau diente ab 1905 für
Empfänge der Gesandtschaft Chinas, die Hausnr. 57 residierte. Seit 1931
befindet sich in ihm ein Kino, das erst vor kurzem renoviert
wurde.
Vom Invaliden-Bau zum Eiffelturm
15- Les Invalides (www) (Metro
Invalides) (Tel. 01 44 42 37 72 oder Ansagedienst unter Nr. 01 44 42 37 67,
geöffnet 10.00-18.00 von April bis
September, von 10.00-17.00 ab
Oktober bis März) (Architekten Libéral
Bruant, Jules
Hardouin-Mansart, 1671-1706)
Ludwig XIV. ließ dieses Palais von 1671 an
erbauen, um die im Dienst de Königs verwundeten Soldaten zu beherbergen.
Im Jahr 1710 waren es 3000 verstümmelte oder alte Soldaten. Ihre Zahl
stieg zeitweise bis auf ein Maximum von 5000 - 7000. Der schmucklose,
majestätische Bau wurde von Libéral Bruant entworfen, der schon an der
Salpétrière gearbeitet hatte. Jules Hardouin-Mansart setzte die Arbeiten
von 1677 an fort (mit Ausschmückung durch Boullée, www). Im Jahr 1962 wurde
das Bauwerk auf Initiative des damaligen Kulturministers André Malraux
grundlegend restauriert, in der absicht, ihm seinen ursprünglichen
Charakter wiederzugeben. In der Tat war das „Invalidenhotel“ durch
zahlreiche unbeholfene Ergänzungen im Interesse militärischer
Dienststellen zugebaut worden. Man s jetzt wieder die Gräben der
Befestigungen, die alten aus Feindeshand erbeuteten Kanonen. Die von
Napoleon aus Wien hierher gebrachten Kanonen wurden von den Deutschen 1940
entfernt, kehrten aber 1946 zurück. Man sollte auch die Fassade und den
Ehrenhof besichtigen. Das Invalidenhotel beherbergt auch heute noch ein
modernes Krankenhaus für Kriegsversehrte.
Der Invalidendom
Saint-Louis-des-Invalides (Tel. 01 44 42 37
72 oder Ansagedienst unter Nr.: 01 44 42
37 67, geöffnet 10.00-18.00 von April bis
September, von 10.00-17.00 von Oktober bis
März)
Hardouin-Mansart errichtete die Kirche Ende des 18. Jh. nach
den Plänen von Libéral
Bruant. Auffällig ist eine Galerie im Schmuck der
vom Feind erbeuteten Fahnen und die große Orgel. Eine Kapelle und ein
Denkmal im linken Seitenschiff ehren die 1914-1918 auf dem Feld der Ehre
gefallenen Generäle. Ein Meilenstein der „Via Sacra“, der „heiligen
Straße", die 1916 die einzige Verbindung zur Versorgung des umkämpften
Verdun war, ist mit Erde von den Schlachtfeldern angefüllt. Ihm gegenüber
enthält ein anderer Meilenstein Erde von den amerikanischen
Soldatenfriedhöfen des zweiten Weltkriegs. Die Gruften beherbergen
zahlreiche Grabmäler der Marschälle des ersten Weltkriegs, aber auch die
von Leclerc und Juin, den Marschällen des zweiten Weltkriegs. Über einen
Verbindungsgang an der linken Ecke der Kirche erreicht man den Hof des
Doms.
Das Grabmahl
Napoleons in der Kuppelkirche des
Doms (geöffnet 9.00-19.00
im Juli und August, 10.00-18.00 in den anderen
Monaten)
Begonnen 1679 von Hardouin-Mansart, wurde die
Kirche erst 1706 vollendet. Die majestätische Kuppel wurde damals zum
ersten mal vergoldet. Die Vergoldung wurde 100 Jahre später von Napoleon
I. und dann wieder von Napoleon III. erneuert. Für die Weltausstellung von
1937 kam er wieder zu einer neuen Vergoldung, die aber nur fünf Jahre lang
hielt. Der „Invalidendom“ hat seinen ganzen Glanz aus Anlas der
Zweihundertjahrfeier der Französischen Revolution 1989 wiedergefunden:
Goldplättchen mit einer Dicke von 0,2 Micron wurden auf das Kupferdach
aufgebracht (im Ganzen sind es 12 kg Gold). Man entschloss sich auch, die vier Statuen rund um die
Laterne der Kuppel wieder aufzustellen: es sind die Sinnbilder von Glaube,
Hoffnung, Charitas und Religion. Sie waren 1793 eingeschmolzen worden,
doch in Versailles befanden sich Kopien. Das Kircheninnere zeigt einen
quadratischen Grundriss in Form eines griechischen Kreuzes und erinnert
darin an St. Peter in Rom. Die sehr helle und lichte Kirche ist mit
Malereien, Skulpturen und Mosaiken aus der Zeit Ludwigs des XIV.
geschmückt. Ursprünglich dem König vorbehalten, wurde die Kirche 1840 zum
Mausoleum Napoleons: eine kreisrunde zentrale Öffnung gibt den Blick frei
auf das Grabmal, dessen Bedeutung im Wesentlichen symbolisch
ist.
Musée de
l'Armée (Tel. 01 44 42
37 70, geöffnet 10.00-17.45 von April bis September, bis 16.45
von Oktober bis März) Das Armeemuseum entstand 1905 auf der Grundlage älterer
Sammlungen, etwa der seit 1685 im Arsenal zusammengebrachten
Waffensammlung. Es wurde bereichert durch die in der Revolution
konfiszierten privaten Sammlungen und durch Schenkungen der Herzöge und
Prinzen. Das Museum wurde im Krieg von 1870 nach Brest ausgelagert. Im
Jahr 1940 wurde ein Teil der Waffen und Rüstungen nach Berlin verbracht,
kamen nach dem Krieg aber zurück. Das Museum zeichnet die
Militärgeschichte in den zwei Gebäuden nach, die den Ehrenhof einrahmen.
Der Westbau zeigt einige antike Stücke, vor allem aber Ritterrüstungen,
Pferderüstungen, Waffen und Schwerter seit dem Hochmittelalter. Der
Ausstellungsbereich der östlichen Kulturen zeigt Waffen aus dem Vorderen
Orient und aus Japan. Ein Korridor ist der Jagd und dem Schützenwesen
gewidmet. Die zweite Etage geht unvermitelt zum ersten und zweiten
Weltkrieg über. Wenn man chronologisch vorgehen will, muss man zunächst
das zweite Gebäude aufsuchen. Mittels Uniformen, Waffen, Rangabzeichen,
Erinnerungsstücken wird im Ostbau die Militärgeschichte Frankreichs von
1600 bis 1870 dargestellt. Man sollte es nicht versäumen, rechts vom
Eingang das Modell des Invalidenpalastes (vor 1690) und das von Ingres
gemalte Portrait Napoleons zu besichtigen.
Musée
des plans-reliefs (Das Museum der Reliefkarten) (www
und www) (Eingang in der 4. Etage, im
Westflügel des Armeemuseums, Tel. 01 45 51 95 05, geöffnet 10.00-17.45 von
April bis September, 10.00-16.45 von Oktober bis März) (Architekt
W. Mitrofanoff, Museumsgestaltung Ch. Germanaz) Lange Zeit war
diese Sammlung aus der Zeit Ludwigs des XIV. und Ludwigs des XV.
mitärisches Geheimnis. Sie wurde bis 1776 im Louvre
aufbewahrt, in der Galerie zur Seine und wurde durch Napoleon, Louis Philippe und
Napoleon dem III weiter vervollständigt. Im Jahr 1927 erhielt die Sammlung
den Rang eines Historischen Denkmals. Von Zeit zu Zeit war das
Museum teilweise geschlossen, damit die Ausstellungsflächen neu
organisiert und die Modelle restauriert werden können. Die Reliefkarten
Nordfrankreichs wurden im Jahr 1982 ausgelagert und sind jetzt im
Kunstmuseum von Lille zu besichtigen. Der erste Teil der
Erneuerungsarbeiten wurde inzwischen abgeschlossen und so kann man sich
wieder an den Modellen der Städte und der Festungen vom Ärmelkanal, der
Atlantikküste, den Pyrenäen und des Mittelmeer begeistern. Es wird noch
einige Jahre dauern, bis wieder jene aus dem Norden, dem Osten und der
Alpenregion zu bewundern sein werden. Aus Anlass der Wiedereröffnung des
ersten Abschnitts des Museums der Reliefpläne wurde eine Ausstellung zur Geschichte der Sammlung
seit 400 Jahren eingerichtet; Ihr Titel "Im Maßstab 'ein Fuß zu 100
Klafter', der Krieg der Belagerungen dargestellt in
Modellen")
Musée d'histoire contemporaine (Tel. 01 45 51 93 02, Besichtigung nur nach Voranmeldung
oder während der zeitweiligen Ausstellungen.) Das Museum der Zeitgeschichte ist die
ikonographische Abteilung der internationalen Fachbibliothek zur
Zeitgeschichte, die sich in den gleichen Räumen befindet. Es umfasst 1,5
Millionen Dokumente zur
Geschichte Frankreichs im 20. Jh. Das Museum ist nur auf
Vereinbarung zugänglich aber auch während der zeitweiligen Ausstellungen.
Die Besucher können dann einen Teil der Photographien, der Plakate,
Objekte, Gemälde, Zeichnungen zu einem bestimmten Thema
besichtigen.
Musée de l'Ordre de la Libération, 51 b rue de
Latour-Maubourg (Tel. 01 47 05 04
10, geöffnet 14.00-17.00 außer Sonntag) Das Museum des Ordens der Befreiung wurde in dem eleganten Bau eingerichtet,
der 1747 für die Offiziere des Königs errichtet wurde und sich von der
majestätischen Nüchternheit des nahgelegenen Invalidenbaus abhebt. Der
Orden der Befreiung wurde 1940 von General de Gaulle gegründet „um die
Personen und die Gemeinschaften zu belohnen, die sich durch besondere
Verdienste beim Werk der Befreiung Frankreichs und seines Imperiums
hervorgetan haben werden“. Das Ordenskreuz wurde 1036 Einzelpersonen, 18
Militäreinheiten und 5 Städten verliehen. In Erweiterung seiner Aufgabe
wurde das Museum auch zu einer Erinnerungsstätte an den Widerstand (die
Résistance) und die Deportationen. Die Andenken, Zeugnisse und sonstigen
Ausstellungsobjekte erinnern an den „sonderbaren Krieg ("drôle de
guerre"), den Waffenstillstand, die Expeditionskorps des Auslandes, die
Befreiung von Paris, die Konzentrationslager, den Kampf im
Untergrund.
Im Sommer 1991 durften die
jungen Besucher der soeben erst geöffneten Länder Osteuropas, die auf
Entdeckungsfahrt nach Paris gekommen waren, ausnahmsweise auf den
Rasenflächen der Invaliden-Esplanade
nächtigen, was billiger war als die offiziellen
Campingplätze.
16- Unesco, 7 place de Fontenoy
(www) (Metro Ségur,
Cambronne) (Tel. 01 45 68 03 71, geöffnet
9.00-12.30 et 14.30-18.00 außer
Samstag und Sonntag) (Architekten Breuer, Nervi, Zehfuss,
1958)
Die UNESCO, die Organisation der Vereinten
Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, wurde 1945 gegründet, um
den Frieden zwischen den Völkern und den Kulturaustausch zu fördern . Für
ihr Generalsekretariat haben die Architekten 1958 einen Bau in den reinen
Formen der modernen Architekturbewegung errichtet, das sich dennoch
dem Quartier gut einfügt. Das Sekretariat hat die Form eines Y, so dass es
möglich war, den Halbkreis der Militärschule am Fontenoy-Platz, wie
bereits von Gabriel vorgesehen, zu vollenden. Die Fassade wurde zudem mit
Naturstein verkleidet, "um die historische Umgebung nicht zu dominieren".
Dagegen konnten die Architekten bei den beiden übrigen ebenfalls
gerundeten Fassaden ihren modernen Vorstellungen freien Lauf lassen: die
horizontalen und vertikalen Linien der Sonnenblenden und Lichtfilter
verbinden sich zu einem subtilen Lichtspiel. Der Bau ruht auf 72 Betonstützen, so dass der Platz
frei wurde für Fußgänger und eine riesige Halle im Erdgeschoss (Photo von
Brassaï im Restaurant). Die Architekten haben den Beton in den Rang eines
edlen Baumaterials erhoben dank ihrer Beherrschung des Sichtbetons. Das Konferenzgebäude ist ebenfalls das
Ergebnis einer geglückten Arbeit in Beton für das Tragwert ebenso wie für
die Mauern und für das akkordeonartig gefaltete und mit Kupfer bedeckte
Dach.
Eine Komposition
Picassos schmückt die Eingangshalle. An
der Ostseite erstreckt sich ein japanischer Garten, für den die Designerin
Charlotte Perriand 1993 ein Teehaus
aus Bambus und Schiffsleinwand entworfen hat.
Die Westseite dagegen wird von einer riesigen Piazza im Schmuck
moderner Skulpturen eingenommen (Calder, Henry Moore, Miro) . Die
Renovierung des Baus wurde Renzo Piano anvertraut. Ein neuer
Meditationsbereich
wurde von dem japanischen Architekten Tadao
Ando entworfen.
(Abstecher zu moderner Architektur: gegenüber der „rue de
Suffren“ öffnet sich die „rue Nikis“ und der Blick auf einen Bau der Jahre
um 1970...) 17- Agence
spatiale européenne, 8-10
rue Mario Nikis, 15è (Architekten
Valentin Fabre und Jean Perrotet, 1977) Für das Gebäude der
Europäischen Raumfahrtagentur hat man drei ältere Gebäude erhalten und
integriert (die Fassade zeichnet die alte Bauaufteilung nach), nachdem
neue Bauvorschriften keine entsprechend großen Geschossflächen mehr
erlaubten. Eine gemeinsame Haut aus weiß emaillierten Sandstein verbindet
nun die drei Bauteile unter Bewahrung der ursprünglichen Bauvolumina
ebenso wie die Verbindungsstege in der 3. und 4. Etage.
(Man umgeht die Militärschule „l'Ecole militaire“ über die
„Avenue de Suffren“ und erreicht so das Marsfeld (Champ-de-Mars)...) 18- Ecole
militaire, 1 place Joffre (Metrostationen Ecole militaire, Ségur) (Besichtigung
mit Erlaubnis des Standortkommandanten möglich) Ludwig der XIV. gründete die
Militärschule 1751 für die militärische Ausbildung junger
Angehöriger aus verarmten Adelsfamilien. Napoleon Bonaparte richtete hier
1795 sein Hauptquartier als General ein und später die Kaserne für seine
Kaiserliche Garde. Jetzt dient die Schule wieder ihrem ursprünglichen
Zweck als Sitz der Militärhochschule. Der Architekt Gabriel hat einen Bau
im vollendet klassischem Stil geschaffen: ionische Säulen (schlank und
„weiblich“), dorische Säulen (massiv und „männlich“), korinthische Säulen
(mit ihrem Blätterschmuck), Giebel, Säulenhallen an den Portalen...
An der Fassade zum Marsfeld hin entdeckt man vier Statuen, den Symbolen
der Macht, des Friedens, Frankreichs und des Sieges: die Siegesgöttin
trägt die Züge Ludwigs des XV. (in antiker Kleidung). Es ist eine der
wenigen Statuen des Königs, die die Revolution überlebt
haben.
Champ-de-Mars
Mit der Gründung
der Ecole militaire 1751 durch Ludwig den XV. wurde das Marsfeld (das den Namen des römischen Kriegsgottes trägt) als Exerzierplatz
eingerichtet. Die damals noch ländliche Fläche konnte 10 000 Mann in
Schlachtordnung aufnehmen. Ende des 18. Jh. fanden hier Pferderennen
statt, auch Versuchsflüge der Ballonfahrt. Vor allem aber wurde das
Marsfeld zum Schauplatz mehrer bedeutender Ereignisse der Revolution. Hier
fand am 14. Juli 1790 das große Föderationsfest statt, bei dem man die
Erstürmung der Bastille im Jahr zuvor feierte. 250 000 Freiwillige
strömten herbei, um das Feld dafür herzurichten. An diesem Ort wurde auch
Bailly hingerichtet. Robespierre organisierte1794 hier das Fest des
„Höchsten Wesens“. Im zweiten Empire wurde das Marsfeld zum Schauplatz für die
großen Weltausstellungen des Industriezeitalters. Diese fanden 1867, 1878
und 1889 statt, zur Hundertjahrfeier der Revolution mit dem Eiffelturm als
ihrem Höhepunkt. Um wieder das zu beseitigen, was die Ausstellungen
hinterlassen hatten und auch um Geld einzunehmen, verkaufte die Stadt
Paris Geländeparzellen am Rand des Marsfeldes und legte einen großen,
schattigen Garten an. Damals also wurden die Ränder des Platzes mit
den schönen, luxuriösen Häusern bebaut, die man heute sieht. Die schöne
Perspektive, die man in Richtung des Palais de
Chaillot hat, wurde 1937 fertiggestellt.
(Neu) Eine Mauer des Friedens (Mur pour la
Paix) wurde jüngst gegenüber der
Militärschule von Jean-Michel Wilmotte nach einer Idee von
Clara Halter errichtet, der Schriftstellerin, Malerin und Ehefrau von
Marek Halter. Das Wort "paix"
(Frieden) wird in mehreren Sprachen auf zwei Glaswänden dekliniert.
Zwischen ihnen befindet sich ein Raum mit Bildschirmen, durch die
Botschaften vermittelt werden, indes der Besucher eingeladen ist, seine
eigene Botschaft in die Zwischenräume der äußeren Wände zu
stecken.
Der Eiffelturm
(www) (www Photos) (Rundblicke vom Eiffelturm aus www) (RER (S-Bahnstation)
Tour Eiffel-Champ de Mars) (Tel. 01 44 11 23 23, geöffnet 9.00-24.00 von 15. Juni bis Ende
August, 9.30-23.00 (für den Rest des Jahres) (Ingenieur Gustave
Eiffel, 1889) (porträtiert von Dufy) Das zweite Empire (Napoleons des III.) wählte
das Marsfeld für die großen Weltausstellungen des Industriezeitalters,
zunächst 1867, dann 1878. Der Clou der Ausstellung
im Jahr 1889, aus Anlass der
Hundertjahrfeier der Revolution, war der Eiffelturm.
"Eiffel war bis dahin nur Ingenieur gewesen, nun wurde auch zum
Architekten und sogar zum Poeten". Dieser Erfolg ist sowohl
technischer Natur, durch die Leichtigkeit des Baus aus nur 7000 Tonnen
Eisen (in 15 000 Einzelteilen, die durch 2 500 000 Nieten miteinander
verbunden sind), als auch ästhetisch begründet: "Die Form des Turms ist
die schönste Illustration einer typischen Form um 1900, nämlich der Lilie
(die hier auf dem Kopf steht)". Sie ist im Übrigen von der Notwendigkeit
diktiert, einem Turm von 300 m Höhe genügend Standfestigkeit zu geben. B.
Oudin bedauert in seinem Dictionnaire des architectes, éditions
Seghers nur "die ärgerliche
Konzession der Bögen, welche die erste Etage scheinbar stützen , in
Wirklichkeit aber nur an ihr aufgehängt sind".
Anfangs wegen seine Hässlichkeit von nicht
wenigen angefeindet, hat er sich der Turm der Pariser Stadtlandschaft so
sehr aufgeprägt, dass er für die Millionen Besucher zu einem Symbol von
Paris wurde. Er sollte ursprünglich nur 20 Jahre stehen bleiben. Doch er
wurde auch wissenschaftlich genutzt, vor allem als meteorologische
Station, was ihn rettete. Später wurde er auch zur Funkstation, seit 1898
für das Radio und ab 1925 für das Fernsehen. Das Publikum hat Zugang zur
ersten Etage in 57 m, zur zweiten in 115 m und zur dritten in 274 m Höhe.
Von ihrem offenen Umgang aus sieht man die zwei Leuchtfeuer und die 1957
errichteten Fernsehantennen. Der
großartige Rundblick reicht bis zu 90 km weit und ist eine Stunde
vor Sonnenuntergang am besten. Es gibt ein sehr gutes Restaurant, von dem
aus man das Panorama bewundern kann und ein audiovisuelles Museum zur
Geschichte des Turms. Am Fuß des Nordpfeilers befindet sich die Büste
Gustave Eiffels von Bourdelle (1930).
Schiffsanlege Die Einwohner von
Paris vergessen oft, dass die Entdeckung ihrer Stadt von der Seine aus
nicht nur für die Touristen da ist... Alle Regierungen haben Spuren in der
Gestaltung jener Uferböschungen ('berges') hinterlassen, die nach
Klassifizierung der Unesco zum Weltkulturerbe gehören... www.
Bateaux Parisiens, am Hafen "port de la
Bourdonnais", pont d'Iéna (www) (Metrostationen: Champ de Mars-Tour Eiffel, Pont de
l'Alma) (Tel. 01 44 11 33 44, oder - 55 für die
Restauration) Die Aussichtschiffe der 'Bateaux Parisiens bieten für 150
Personen auch eine gut organisierte Restauration unterwegs (Mittags- und
Abendmahlzeiten). Mit einer Animation für 3-10-jährige Kinder
durch zwei Komödianten bietet die "Croisière enchantée" (die Zauberreise auf dem Schiff) auf spielerische Weise einen Zugang zur
Geschichte.
Vedettes de Paris, port de Suffren
(www) (Metro Champ
de Mars-Tour Eiffel) (tel. 01 47 05 71 29). Ausflugsschiffe der Organisation Vedettes de
Paris
(Siehe auch ein wenig
weiter unten die Schiffsanlege der 'Bateaux-Mouche')
Das
künftige Museum der
Naturvölker (musée des Arts Premiers), quai
Branly (www) Nach vielen Verzögerungen (www zur Vorgeschichte), wird das am Seineufer gelegene
Grundstück gegenüber dem Debilly-Steg nun endlich 2004 das von
Staatspräsident Chirac gewünschte Volkskundemuseum aufnehmen. Den 1999 ausgeschriebenen
Architekturwettbewerb gewann das Team von Jean Nouvel. Das neue "Museum
für Kunst und Zivilisation Afrikas, Asiens, und beider Amerika" wird die
ethnologischen Sammlungen des musée
de l’Homme (Museum des Menschen, zur Zeit im Palais du Trocadéro) und
des Nationalmuseums der arts
d’Afrique et d’Océanie (Museum der Kunst Afrikas und Ozeaniens, zur
Zeit in der Porte dorée) zusammenführen.
Moderne Architektur zwischen Almabrücke
und Invaliden-Palais
Besichtigung der
Abwasserkanäle (visite des égouts), 93 quai d'Orsay, vor der Alma-Brücke (pont de
l'Alma) (Metro pont de l'Alma) (Tel. 01 47 05 10 29,
geöffnet 11.00-17.00 außer Donnerstag und Freitag, nur 11.00-16.00 von Oktober bis
April) Der Ingenieur
Bruneseau baute zu Beginn des 19. Jh. die ersten modernen Abwasserkanäle.
Die Cholera-Epidemie von 1832 beschleunigte die Arbeiten. Es waren es aber
schließlich Haussmann und
Belgrand,die Paris mit der
heutigen Kanalisation versahen Sie führt die Abwässer zum Klärwerk
von Achères (nordwestlich von Paris). Eine Ausstellung erklärt
die Geschichte und die Techniken der Beseitigung der Abwässer. Die
eigentliche Besichtigung der Kanalisation erfolgt heute zu Fuß, auf einem
Rundgang von nur 200 m Länge, während sie früher von Booten aus
erfolgte...
Schiffsanlegestelle für die Bateaux-Mouche
(Pont de l'Alma) (Tel. 01 42 25 96
10) (Der Name dieser Art von Ausflugs- und
Besichtigungsbooten stammt von dem Stadtviertel In Lyon, in dem die
Schiffe gebaut wurden )
20- Wohnungsbau, 89 quai d'Orsay et 22 rue Cognacq-Jay (Architekt
Michel
Roux-Spitz, 1929)
Der Architekt ist ein Vertreter der
"Architektur der Übergangszeit" zwischen den beiden Weltkriegen. Sie nimmt
eine Mittelstellung ein, wobei sie die Kunst beherrschte, sowohl modern zu
sein (nüchterne Fassade ohne jede Dekoration, geometrische Elemente wie
hier in den Erkerfenstern) aber doch klassisch zu bleiben (luxuriöses
Finish mit vorgeblendetem Naturstein. (Abb. gegenüber)
Bei Hausnr. 65 des quai d'Orsay geht man an
der American church
vorüber, einem wichtigen Informations- und Veranstaltungszentrum
der Amerikanischen Gemeinde in Paris.
21- Botschaft von Südafrika (Ambassade d'Afrique
du sud), 59 quai
d'Orsay (Architekten Jean-Marie Garet, Gérard Lambert, Jean
Thierrart, 1974)
Die Architekten haben versucht,
widersprüchliche Ziele miteinander zu versöhnen. „Die Bewohner sollen den
außergewöhnlich schönen Panoramablick auf die Seineufer genießen können"
und zugleich soll der "geheime Charakter einer Botschaft" gewahrt
bleiben“. Daher die Abschirmung durch Schilde aus Aluminiumformguss, die
„halboffene symbolische Fenster darstellen“ und deren "vertikaler
Charakter mit den umgebenden Bauten harmoniert". Das Ganze ist ein
typisches Beispiel für die Architektur der 1970-er
Jahre
Das Tabakmuseum der
Seita, 12 rue
Surcouf (Metro Invalides) (Tel. 01 45 56 60 17, geöffnet
11.00-19.00 außer Sonntag) Die ersten französischen Zigaretten wurden
1845 in der Tabakmanufaktur von Gros-Caillou hergestellt, die sich an der
Ecke des quai d'Orsay und der rue Surcouf befand. Die Manufaktur wurde
1905 abgerissen Das Museum zeigt die „Geschichte des Tabaks
und der damit verbundenen Gebräuche“: es schildert die Entdeckung des
Tabaks seit der Ankunft von Christoph Columbus in der neuen Welt, zeigt
die Tabakpflanze im Detail, die Umwandlung der Pflanze zum Endprodukt,
ihre rituelle und medizinische Verwendung (bei den Indianern). Man
entdeckt zahlreiche Pfeifenmodelle aus der ganzen Welt. Die Pfeife
ermöglichte anfangs die Verbreitung des Tabakkonsums, lange vor der
Zigarre im 18. Jh. und der Zigarette im 19. Jh. Weiter werden zahlreiche
Gegenstände gezeigt, mit deren Hilfe der Tabak aufbewahrt, verbraucht,
angeboten wird. Das Raucherkabinett Napoleons des III. und Gegenstände aus
alten Tabakgeschäften zeigen, wie es früher einmal war. Eine
Ausstellungsfläche neben dem Museum bietet interessante Ausstellungen der
zeitgenössischen Malerei .
22- Musikkonservatorium und Altersheim, 7 rue Jean
Nicot (Architekt Christian
de Portzamparc, 1984, www)
Wie schon der Name
sagt, dient das Bauprogramm ganz unterschiedliche Funktionen. Für das
Konservatorium an der "monotonen Durchgangsstraße" der rue de l'Université
wollte der Architekt der Musikstadt von La Villette ein eigenständiges,
charakteristisches und leicht erkennbares Gebäude schaffen. Der
Giebel des Tanzsaals ist nicht nur ein
neoklassischer Anklang an die Funktion einer öffentliche Einrichtung. Er
bildet „den Brennpunkt für alle Elemente des Baus, die ihm seine Autonomie
als Baudenkmal verleihen“. Doch „um all das zu durchbrechen, was
möglicherweise noch akademisch ist“, hat der Architekt ein außenliegendes,
asymmetrisches, zur Stadt hin offenes Treppenhaus hinzugefügt. Im
Gegensatz dazu strebte Christian de Portzamparc für das Altersheim eine
„häusliche“ Architektur an, die mit der übrigen Stadt durch die dem
Straßenverlauf folgende Bauflucht in Verbindung tritt. Zwischen den beiden
Bauten entsteht ein Freiraum , der „die Bauteile in der Spannung ihrer
unterschiedlichen Volumina miteinander
verbindet.“
Fast genau gegenüber liegt
das
Bürogebäude der Hausnr. 154-156
von Ricardo
Bofill aus dem Jahr 1993 (sichtbar auch von der Hausnr 9 der Avenue Robert
Schumann aus)
Associations du
7è (Bürgervereinigungen im 7. Arrondissement)
Mairie du 7è
(Bürgermeisteramt des 7. Arrondissement). Martine
Aurillac (RPR), 116 avenue de Grenelle, 75 340 Paris cedex 07, métro Bac
ou Varenne, tel. 01 45 51 07 07 ("cedex" =
Postfach)
Das 7. Arrondissement in
Zahlen
Statistik der Volkszählung von
1990 Erhebung des l'INSEE im 1. Quartal |
Zahlen für den 7. Bezirk (Arrondissement) |
Zahlen für Paris |
Zahlen für den
Großraum Paris |
| Gesamtbevölkerung |
62
944 |
2
151 245 |
9 316
656 |
Einwohner nach
Alter (in %) 0-19 Jahre 20-39 Jahre 40-59 Jahre
60-74 Jahre + 75 Jahre |
18,1 31,7 25,5 14,3 10,4 |
18,6 35,9 24,7 12,2 8,5 |
25,5 33,8 24,7 10,2 5,7 |
Familien
(Ehepaare und Kinder) davon Kinder Einzelhaushalte (in %
der Haushalte) Zahl der Menschen pro Haushalt |
41 120 14 564 51,8 1,92 |
1 423 932 491 292 49,8 1,92 |
7 486 068 2 920 272 33,2 2,41 |
Beschäftigtenquote (in
%) davon arbeitslos |
54,8 6,9 |
60,9 9,7 |
62,5 9 |
Die Haushalte in
gesellschaftlicher und beruflicher Hinsicht
(Haushaltsvorstand) (%) selbständige
Landwirte Handwerker,
Handeltreibende, Leiter von Betrieben Leitende Positionen in
geistigen Berufen Mittlere Angestellte und Beamte Angestellte
Arbeiter Rentner, Pensionäre Andere (Schüler,
Studenten, Familienangehörige) |
0,1 7,7 28,9 10,1 11,2 5,5 22,7 13,8 |
0 5,5 23,4 13,9 13,8 10,5 23,4 9,4 |
0,1 5,3 18,4 16,3 14,2 17,4 22,3 6,0 |
Status der
Wohnraumbelegung durch die Haushalte (in
%) Selbstgenutztes Wohneigentum Mieter Kostenlose
Wohnraumnutzung Wohnungen
ohne Komfort ___ (ohne Bad
und Innen-WC ) |
33,3 50,7 16,1 9 |
28,3 63,0 8,7 8,1 |
40,2 54,0 5,8 3,9 |
Haushalte ohne Auto (in
%) Berufstätige, die in
Paris arbeiten ___
(bei Großraum Paris am Wohnort) |
47,2 78,6 |
53,7 72,9 |
34,5 33,9 |
Internetseiten zum 7. Arrondissement |