Stadtgeschichte - Geschichte und Anekdoten - moderne Kunst und Architektur - historische Gebäude - Gärten und Gartenstraßen - Handwerk und Industrie - Museen und Freizeiteinrichtungen im 8. Arrondissement
(Teil Champs-Elysées)

Vom Concorde-Platz zum Triumphbogen : die Champs-Elysées

Die "via Triumphalis" vom Louvre bis zum Bogen in la Défense
Perspektiven kennzeichnen Paris. Die wichtigste Sichtachse der Stadt führt vom Louvre zum „Großen Bogen“ an der Défense. Angelegt als Triumphstraße im Sinne der römischen „Via triumphalis“ geht sie in ihren Anfängen auf das 17. Jh. zurück. Im Jahr 1664 erhielt Le Nôtre von Ludwig dem XIV. den Auftrag, die Gartenanlage des Tuilerienschlosses neu zu gestalten. Der Gärtner (die Bezeichnung eines Landschaftsarchitekten kannte man noch nicht) betonte vor allem die zentrale Allee der Gartenanlage, die er außerhalb des Parks bis zum heutigen Rond-point weiterführte. Im Jahr 1709, taufte man diese mit Ulmen bepflanzte Promenade auf den Namen der Champs Elysées, in Anspielung auf den Aufenthaltsort der Heroen in der altgriechischen Mythologie, den Gefilden des Elysium. Im Jahr 1724, verlängerte der Herzog von Antin als Direktor der königlichen Gärten diese Avenue bis zum heutigen „Etoile“-Platz. Der Marquis von Marigny, sein Nachfolger führte sie bis zur Neuilly-Brücke weiter, um den Verkehr zu verbessern, vor allem aber aus Gründen der Ästhetik und des Prestige. Keine anderen Gründe waren es , die auch noch in unserer Zeit zur Neugestaltung in und bis  „la Défence“ führten. Starke  Akzente betonen wie Paukenschläge die 7 km lange Achse:  die Louvre-Pyramide, mit der sie heute beginnt, der Bogen des Carrousel, der Triumphbogen (eine Entscheidung Napoleons von 1806, als der Tuilerienpalast noch stand), der Concorde-Platz mit seinem Obelisken, der Große Bogen von  „la Défence“. Die Perspektive dürfte fortgesetzt werden, denn man plant, den Straßenzug zu überdecken, der Nanterre durchschneidet.

1- Place de la Concorde
Bestimmt war der Platz ursprünglich als Rahmen für ein Standbild Ludwig des XV. - das hier aber nur dreißig Jahre stand. Der einstige "König-Ludwigs-Platz" brach mit der Tradition der um das Standbild des Königs herum geschlossenen Königsplätze, um die Tuilerienperspektive zu wahren. Der Platz wurde also nur auf einer Seite bebaut, mit zwei monumentalen Palais des Architekten Jacques-Ange Gabriel, der sich vom Kolossalstil der Kolonnade des Louvre inspirieren ließ (heute Hôtel Crillon -www, Bilder www und Marineministerium). An die Stelle der rechteckigen mit Rasen und Blumen bedeckten Gräben um den Platz herum sind heute Balustraden getreten. Während der Revolution war hier am Beginn der Champs-Elysées die Guillotine aufgerichtet, auf dem damaligen Platz der Revolution. Im Anschluss an die blutige Zeit der Hinrichtungen von Ludwig XVI., Danton, Robespierre und 1100 anderer Personen wurde daraus 1795 der Platz der Eintracht: „place de la Concorde“. In der Restauration nach 1814 wieder  "place Louis" erhielt er 1830 seinen bis heute gültigen Namen zurück. An die Stelle der Guillotine traten die Kopien der Pferde von Marly Chevaux de Marly (die Originale sind im Louvre). Als Geschenk Ägyptens richtete Louis-Philippe 1836 den Obelisk von Luxor auf. Der „König der Franzosen“ wollte ein Monument haben, das  "auf keinen Fall die Leidenschaften wiedererwecken sollte", weder die der Revolutionäre noch die der Royalisten. Nach 1830 fügte man zwei Brunnen hinzu und mit einem Schiffsbug gekrönte Säulen, dem Symbol der Stadt Paris. Im Jahr 1844 erhielt der Platz die erste elektrische Beleuchtung der Stadt.

Die Metrostation Concorde
(Metro Linie 12)
Die Kacheln tragen die 17 Artikel der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789 .

Ausgehen in die Buddha Bar, 8 rue Boissy d'Anglas (Bilder www)
(Tel. 01 53 05 90 00).

Die Gartenanlagen der Champs-Elysées
Anno 1814-1815 verfolgten die russischen und preußischen Truppen die napoleonischen Armeen bis in die Hauptstadt. Die Soldaten kampierten in den Gartenanlagen und verwüsteten die Anpflanzungen: die berühmte Promenade verfiel. Ihre alte Pracht kehrte 1838 wieder, als Hittorff die Straße neu herrichtete. Der Architekt des Nordbahnhofs und des „Etoile“-Platzes legte Trottoirs an, schuf  Brunnen, Pavillons und Kandelaber für die Gasbeleuchtung. Ballhäuser, Theater, Zirkusbauten, Cafés  tauchten auf. Die Menge liebte auch die Panoramas mit gemalten Landschaften, die sie in eine andere Welt versetzten. Der Panoramabau des Architekten  Davioud, zunächst in einen Glaspalast umgewandelt, wurde schließlich zum „théâtre du Rond-Point“. Der Architekt Alphand  erneuerte die Gartenanlagen im englischen Stil, Bälle und Konzertcafés entwickelten sich, zwei Pavillons wurden errichtet. Ein neues „Panorama“ wurde 1883 von Charles Garnier errichtet, dem Architekten der Oper: es ist das heutige Marigny-Theater.

Beinahe gegenüber führt das "Gittertor mit dem gallischen Hahn" des Parks des Elyséepalastes (2) in Richtung der Avenue Gabriel: leider kann man das eleusische Blätterdach seines englischen Parks nur von außen sehen.

3- Grand Palais, 3 avenue du général Eisenhower, square Jean Perrin
(Metrostationen:  Champs-Elysées-Clémenceau, Franklin-Roosevelt)
(Tel. 01 44 13 17 17 oder 17 47, geöffnet 10.00-20.00 außer Dienstag, 10.00-22.00 am Mittwoch, Eintritt ohne Reservierung ab 13.00)
(Architekt Charles Girault, 1900)
Ursprünglich waren die Weltausstellungen der Industrie und der Technik gewidmet, öffneten sich aber nach und nach auch den schönen Künsten. So errichtete Charles Girault für die Weltausstellung 1900 das „Petit Palais“ und das  „Grand Palais“, (das kleine und das große Palais) : „zum Ruhm und zur Ehre der französischen Kunst“. Sie entstanden dort, wo sich 1855 der ehemalige Industriepalast befunden hatte. Der Grand Palais wurde mehr und mehr zu einer Stätte der Begegnung der Kunstwelt: der „salon d'automne“ im Herbst, der Salon der „Indépendants“ (der unabhängigen Künstler). Noch heute werden hier Kunstausstellungen sowie die FIAC organisiert , die internationale Ausstellung der zeitgenössischen Kunst (außer jetzt, da die große Halle wegen Renovierung geschlossen ist). Nachdem die Weltausstellung von 1889 die Apotheose des Metallbaus (mit einem ziemlich bekannten hohen Turm) gebracht hatte, zeugen dieser und der benachbarte Bau von einer Rückkehr  zur akademischen Baukunst. Die Ausstellungshalle aus Eisen wird verborgen hinter Säulen, Statuen, zwei kupfernen Quadrigen (mit vier Pferden bespannte Wagen) an den Gebäudeecken. Im Innern wurden allerdings keine Ornamente hinzugefügt,  im Gegenteil : "die Struktur ist das Ornament“. Diese Integration der Stile ist charakteristisch für das „Art nouveau“.

4- Petit Palais, avenue W. Churchill (www)
(Metro Champs-Elysées-Clémenceau, Franklin-Roosevelt)
(Tel. 01 42 65 12 73, geöffnet 10.00-17.40 außer Montag )
(Architekt Charles Girault, 1900)

Das Petit Palais wurde für die Weltausstellung 1900 in sehr akademischem Stil erbaut (Säulenreihen, Giebel, klassische Statuen). Er zeigte die Retrospektive der französischen Kunst. Die Stadt Paris erbte es,  seine heutigen Sammlungen stammen teilweise aus Erbschaften und Schenkungen. Die ständige Ausstellung zeigt alte Kunst, Kunst der Renaissance, Porzellan, Möbel, französische Malerei des 19. Jh., Kunstgegenstände von 1900, Skulpturen von Carpeaux.

5- Pont Alexandre III
Die Brücke entstand zeitgleich mit dem Grand und Petit Palais für die Weltausstellung von 1900. Zar Nikolaus der Zweite legte den Grundstein; die Brücke erhielt  zur feierlichen Bekräftigung der französisch-russischen Freundschaft den Namen seines Vaters. Ihr einziger recht flacher Bogen fügt sich in die Perspektive ein und ist überreich geschmückt mit Bronzekandelabern, geflügelten Pferden usw. .Weitere Statuen, insbesondere von Bourdelle, erheben sich längs des  „cours de la Reine“. 

Am Zusammentreffen dieses Korso mit der Avenue Franklin-Roosevelt befindet sich eine Gartenanlage im Stil eines Schweizer Tales,  jardin de la vallée suisse. Sie ist ganz typisch für einen Garten der Haussmannzeit (Bäume, kleine Brücke...) 

6- Palais de la Découverte, avenue Franklin-Roosevelt (www)
(Metro Franklin D. Roosevelt) (Tel. 01 40 74 80 00, geöffnet 9.30-18.00 außer Montag, am Sonntag 10.00-19.00)
 Das „Palais der Entdeckungen“ wurde 1937 aus Anlass der internationalen Ausstellung der Wissenschaft und Technik westlich des Grand Palais eröffnet. Sie hatte so viel Erfolg, dass daraus  eine Dauerausstellung entstand, die dem Universitäts- und Wissenschaftsministerium angegliedert wurde. Die originelle Konzeption stammt von Wissenschaftlern, insbesondere dem Nobelpreisträger für Physik Jean Perrin: den Besuchern aller Art sollen die Grundlagen der Wissenschaft nahegebracht werden, indem man ihren Entdeckergeist durch Experimente weckt. Zahlreiche, tägliche Demonstrationen der wissenschaftlichen Animateure stellen auf einfache und interaktive Art alle Wissenschaften vor. Als hauptsächliche Wissensgebiete werden die Astronomie mittels des soeben renovierten Planetarium, die Physik (Elektrostatik, Elektrizität), die Chemie, die Geowissenschaften, die Biologie des Menschen, die Medizin vorgestellt. Der Eureka-Saal richtet sich vor allem an die Kinder, die etwas bearbeiten, die experimentieren und selbst entdecken wollen...  „Cyber Métropole“ ist ein Multimediabereich, wo man im Internet surfen, CD-Roms ansehen kann.  „Saturne 2“ nennt sich ein neuer Bereich, in dem man die Elemente entdecken kann, die in einem Teilchenbeschleuniger entstehen. „Terre et vie“ (Erde und Leben) ist eine wissenschaftliche Darstellung der Veränderungen unsere Planeten seit seinen Ursprüngen. 

Gegenüber, bei Hausnr. 17, befindet sich das Restaurant von René Lasserre, das in seinen Anfängen um 1930 noch ein bescheidener „Bistrot Schuppen“ war.

7- Théâtre du Rond-Point des Champs-Elysées, au n° 2 b (bis)
Madeleine Renaud und  Jean-Louis Barrault haben für ihr Theater am Rond-Pont der Champs-Elysées einem Panoramabau des Architekten Davioud von 1857 neues Leben eingehaucht. Panoramen waren im 19. Jh. eine Attraktion für die Besucher, die sich in gemalte Landschaften versenken konnten, die sie anders kaum kennen lernen konnten. Der Haupteingang befand sich im Garten des „Grand Palais“ gegenüber dem heutigen Theatereingang. Das Panorama hatte die Form einer Rotunde von 40 m Durchmesser, geschmückt mit einem Peristyl (Säulenvorbau) aus vier korinthischen Säulen, die von einem Giebel gekrönt wurden. Der Bau war 1892 in einen Eispalast umgewandelt worden. Er wurde für die Compagnie Renaud-Barrault zunächst 1964, dann noch einmal 1980  umgestaltet.

Der rond-Point wurde von Le Nôtre als Rundplatz zum Abschluss des "Grand Cours" entworfen, bildet heute den Übergang der Gartenanlagen mit ihren Brunnen und Blumenbeeten und der Avenue der Champs Elysées (Anordnung der Gebäude im Halbrund)

Avenue Montaigne : In ihr sind die großen Namen der „Haute couture“ und der Parfumeure versammelt. Weiter befindet sich hier der Sitz der Radio- und Fernsehstation von France 2 (RTL und  M6 sind nicht fern). Hausnr. 23-27: das Plaza Athénée.

8- Théâtre des Champs-Elysées, 13-15 avenue Montaigne
(Metro Alma Marceau)

(Architekten Auguste Perret, Henry van de Velde, 1913)
Der Theaterbau von 1913 ist ein Epochendatum in der Architekturgeschichte des Jahrhundertbeginns. Als Architekt war Henry Van de Velde ausgewählt worden, da er aber für das Betonskelett die Firma Perret heranziehen wollte, wurde er schließlich von dem Projekt ausgeschlossen. Auguste Perret bleibt hier seinen Grundsätzen nicht ganz treu. Gewöhnlich vertrat er die Ansicht, dass „Beton alleine ausreicht“, doch hier hat er die Fassade mit weißem Marmor verblendet. Gewöhnlich meinte er, dass „die Struktur eines Bauwerks der schönste Schmuck der Architektur ist“. Hier sieht man aber nur den Portikus der Fassade, der die vier Gruppen der Streben nur andeutet, die den Baukörper tragen, der drei Theatersäle birgt. Im Inneren dagegen illustriert alles die Auffassung des Architekten, dass „nichts die Strukturen verbergen darf“ : die Tragbalken sind sichtbar geblieben, was bei der Eröffnung einen Skandal hervorrief. Auf dem Dach wurde 1989 ein hässliches Restaurant gebaut, das lebhafte Proteste hervorrief. Die Flachreliefs der Außenseite sind von Bourdelle, der von Anfang an der Planung beteiligt war. Sie zeigen Apollo, dem die Musen entgegen laufen : es sind die Musen der Musik, des Tanzes, der Komödie, der Tragödie, der Skulptur und der Architektur. Die Malereien im Inneren stammen von Vertretern der Schule des Nabis : Maurice Denis (Kuppel des großen Saals), Vuillard (Foyer des Saales der Komödie) und Roussel (Theatervorhang). In diesem Theater wurden die russischen Ballette der Neuerer Diaghilev und Nijinski uraufgeführt. Hier erklangen zum erstenmal die großes Aufsehen erregenden Werke Starvinskis wie der  "sacre du printemps". Joséphine Baker zeigte hier 1925 ihre "revue nègre", was für den Jazz eine Art offizieller Anerkennung bedeutete.

Ausflugsboote auf der Seine
Bateaux-Mouches vor der Alma-Brücke, Anlegestelle "port de la Conférence"
(Tel. 01 46 33 98 38)
Der Name der Reederei stammt von dem der Werften in Lyon, in denen früher diese Schiffe gebaut wurden. Die Boote können 400 Personen aufnehmen.

9- Rund um den Platz "place François Ier"
(Metro Franklin D. Roosevelt)

Das Viertel wurde im zweiten Empire (Napoleon III - 1850-1870) nach einem sternförmigen Plan gebaut, der auf die klassischen Parkanlagen zurückgeht. Zwei Stadtpalais stehen einander gegenüber und bilden den Rahmen für die Fontäne von Davioud

Avenue des Champs-Elysées (www virtuell, www webcam, www Boutiquen und Restaurants)
Die Champs-Elysées sind überall in der Welt das Symbol für. Paris. Die „schönste Avenue der Welt“ ist  der wichtigste Teil der Triumphstraße (via triumphalis, aus altrömischer Tradition), deren Anfänge in das 17. Jh. zurückgehen. Sie wurde im 19. Jh. ein Inbegriff für Vergnügungen und seit 1900 ein Zentrum für die Herstellung und den Handel von Luxusgütern. Zu Beginn des 16. Jh. legt Maria von Medici den „cours de la Reine" an, eine lange baumbestandene Allee dort, wo zuvor nur sumpfige Felder waren. Im Jahr 1667 verlängert Le Nôtre die Perspektive der Gärten des Tuilerienschlosses. Der große mit Baureihen bepflanzte Korso ("Grand Cours") wird 1709 in "Champs Elysées" umbenannt, eine Anspielung an der Aufenthaltsort der Helden in der griechischen Mythologie, den „eleusischen Feldern“. Der Herzog von Antin verlängert als Direktor der königlichen Gärten die Avenue bis zum heutigen "Stern" (place de l’Etoile). Bis zum Ende des 18. Jh. ist die künftige große Avenue nicht mehr als eine Promenade außerhalb der Stadt, an der es nur sechs Gebäude gibt. Als russische und preußische Truppen 1814-1815 die Truppen Napoleons bis in die Hauptstadt verfolgen, kampieren die Kosaken in den Gartenanlagen und verwüsten die Anpflanzungen. 

Die große Transformation des Straßenzugs beginnt in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Bautätigkeit des zweiten Empire festigt damals den Gegensatz zwischen einem Paris der armen Bevölkerungsschichten im Osten und einem Paris der Reichen, das rund um die Champs Elysées im Westen entsteht. Erst Hittdorf dann Alphand errichten Brunnen, Trottoirs und 3000 Gaslampen. Die Restaurants, die Zirkusbauten, die Panoramen ziehen eine elegante Menschenmenge an. Die Reiter, Kaleschen und Fiaker der Reichen drehen ihre Runden unter den Augen der Schaulustigen. Zahlreiche luxuriöse Wohnpalais werden gebaut, von denen heute keines mehr steht (außer dem Stadtpalais des "hôtel de la Païva", Hausnr 25). Mit der Einrichtung der Linie 1 der Metro im Jahr 1902 entstehen große Hotels, üppige Wohnhäuser und schließlich Bauten für das Gewerbe mit Luxuswaren. Die Avenue wird zu einem Schaufenster der modernen Industrie, des Automobils, des Films. Nach 1930 entstehen viele Verwaltungs- und Bürogebäude, so dass die Champs-Elysées heute zu einer Straße geworden sind, in der nur noch einige Hausmeister und Wächter wohnen. Die Champs-Elysées wurden zu einem patriotischen Symbol für die nationale Größe: seit 1919 findet hier die traditionelle große  Militärparade zum Nationalfeiertag am 14. Juli statt; hier versammelte sich 1885 eine riesige Menschenmengen zum Gedenken an Victor Hugo, 1944 zum Defilee der Befreiung, 1970 zu Ehren von General de Gaulle. 

Die neue Ausstattung durch Bernard Huet im Jahre 1994  durch Bernard Huet hatte zum Ziel, der Avenue ihr altes Prestige wiederzugeben: die Autos wurden aus den Seitenalleen verbannt, ein unterirdisches Parkhaus eingerichtet, Pflaster aus grauem Granit gelegt (leider schon fleckig durch die vielen Kaugummis). Der Eindruck einer Promenade wurde durch die Anpflanzung einer zweiten Platanenreihe verstärkt. Für die Firmenschilder und die Ausstellungsvitrinen wurden neue Auflagen erlassen, eine neue Linie für das Stadtmobiliar wurde von Jean-Michel Wilmotte eigens entworfen, um die neuen Bänke, Kandelaber, Verkehrsampeln und Kioske einheitlicher zu gestalten sowie störende und nutzlose Zutaten zu entfernen. Dennoch ist das städtische Mobiliar weiterhin recht uneinheitlich, da auch Repliken der Straßenlaternen Hittdorfs von 1840 hinzugefügt wurden, sowie Kioske im Stil des Art nouveau, Morris-Telefonsäulen und Wartehäuschen an den Bushaltestellen im Stil von  Norman Foster... (Es empfiehlt sich, die Avenue auf der rechten Seite hochgehen, also auf der mit den geraden Hausnummern, da man dann die Gebäude auf der Seite mit den ungeraden Hausnummern besser sehen kann...)

(Trottoir der Straßenseite mit den ungeraden Hausnummern...)
Bei Haus 15, ein vornehmes Stadthaus von 1844 umgeben von luxuriösen Gittern aus Schmiedeeisen. Es ist eines der wenigen noch vorhandenen prunkvollen Wohngebäude, die im 19. Jh. die Avenue säumten, und die zugleich eine Art Stilsammlung und eine Art Museum für Kunstgegenstände darstellten (10). Bei  Hausnr. 25 handelt es sich um das Stadtpalais des hôtel de la Païva : es wurde 1866 für eine der "Königinen des Pariser (Nacht-) Lebens" erbaut und zeigt eine Fülle von verschiedenfarbigem Marmor, vergoldeten Bronzen, Stuckelementen und Malereien allegorischer Art zum Rum der Weiblichkeit.
(Trottoir der Straßenseite mit den geraden Hausnummern...)
Bei Hausnr. 34 entdeckt man eine Fassade , die nur die Breite eines Fensters hat. Bei Hausnr. 40, sieht man noch eines der Schaufenster der großen Automobilhäuser aus den  1920er Jahren, um jene neuen feuerrot glänzenden Modelle zu präsentieren, dei zu den Nachfolgern der Kutschenmacher, der Sattler und der Pferdehändler des 19. Jh. wurden. (Ebenso auf dem Trottoir der ungeraden Nummern... Hausnr. 51-53).
(
Trottoir der Straßenseite mit den geraden Hausnummern...)

Bei den Hausnr.  56-60 der Virgin Megastore.  Das Kaufhaus befindet sich in einem Bau, den Arfvidson 1931 für die First National City Bank errichtet hatte: Pilaster mit monumentaler Wirkung, zurückgesetzte obere Etagen, großes Treppenhaus (11)
CD's und Bücher:
Virgin

(Gleich rechts...)
Karten, Pläne und Reiseführer:  Espace IGN

(Von hier Man kann einen Abstecher zur Architektur der 1970erJahre machen, indem man links die „rue Charron“ in Richtung der Avenue Georges V nimmt...)
Das Geschäftszentrum Centre d'affaires Georges V, 30 avenue Georges V
(Architekten Nicolas Ilic, Pierre Sicard und Pierre Molins, 1974)
Die Architektur der Immobilie der Verbandes der Schuhindustrie kennzeichnet die Architekturrichtung der 1970er Jahre. Jede der 70 Mitgliedsfirmen erhielt ein Büro, das ihr als Pariser „Schaufenster“ diente, im übertragenen wie im wörtlichen Sinn. Doch der Bau musste an eine Bankengruppe verkauft werden. Grund waren die hohen Unterhaltungskosten, die ein automatisiertes Management verursachte. Um sich der Umgebung einzufügen, haben sich die Architekten an deren mittlere Bauhöhe ausgerichtet - mit Ausnahme eines Hochhauses, das die Funktion einer Straßenecke deutlich hervorheben soll; weiter wurde „paillettenartiges Glas“ eingesetzt, in dem sich die benachbarten Gebäude spiegeln. 

(Weiter auf dem Trottoir mit den geraden Hausnr....) 
Champs-Elysées
Seit Jahrhundertbeginn sind die Neubauten an den Champs- Elysées eine Art Schaufenster für Firmensitze und die Industrie für Luxusgüter: so bezieht Guerlain 1914 die Hausnr. 68, einen Bau von Méwès, den Architekten des Hotels Ritz, (Anklänge an den klassischen Stil und moderne Elemente wie die Erkerfenster aus Eisen; das Schönheitsinstitut von 1939 zieren Wandleuchter von Giacometti); Vuitton bezieht die Hausnr. 70 (Gebäude von Bigot, siehe Abb. gegenüber). Vom Claridge-Hotel, Haus Nr. 74 , das 1912 gebaut und 1977 geschlossen wurde, blieb nur die Fassade erhalten.
Die Mode der gedeckten Einkaufspassagen beginnt 1926 mit den Arkaden des Lido der
Hausnr. 76-78. Léonard Rosenthal verkleidete die Mauern mit blondfarbigem und schwarzem Marmor und mit Wandleuchtern von Lalique aus Bronze und Glas; die Glaskacheln der Decke werden von Marmorsäulen gestützt.

(Auf der Straßenseite gegenüber mit den ungeraden Hausnr. ...)
Die  Hausnr. 77 zeigt eine Fassade im Stil des Arts déco.  Sie ist mit Marmor verkleidet und mit schmiedeeisernen Dekorationen geschmückt.

Die Hausnr. 99, das Fouquet's, begonnen 1898, wurde in den1980er Jahren in die Denkmalliste eingetragen , um es vor der bedrängenden Nachbarschaft der fast-food - Ketten zu retten. 
Hinter der Kreuzung mit der Avenue Georges-V wurde 1931 ein Bau mit der Bestimmung eines  Maison de France errichtet. Er steht 
Hausnr. 55 der Avenue Georges V, und zeigt immer noch unverändert seine Rotunde an der Gebäudeecke und seine Erkerfenster (Abb. gegenüber). Es dient heute als Sitz der Firma Andersen Consulting.

(Trottoir mit den geraden Hausnr....)
Auf beiden Seiten der „rue Washington“ (gegenüber der Avenue Georges V), sind die  Hausnr. 104 und 114 (und etwas weiter unten die  Hausnr. 92) immer noch ein Beispiel für die üppige Ausstattung der Mietshäuser, wie sie um 1900 für reiche Bewohner gebaut wurden. Die über einander gestellten
Loggias und die abgesetzten Gebäudeecken, die wie Türme behandelt sind, werden im Jahr 1931 von Boileau für das Haus  Nr. 101, auf der ungeraden Straßenseite, wieder aufgenommen (Besitzer ist heute das CCF (Abb. oben, ganz rechts)

Hausnr 103, das ehemalige Elysée-Palace -Hotel, wurde 1919 von der französischen Handelsbank „Crédit Commercial de France“ aufgekauft. Sie ließ das Innere völlig umgestalten und nur die Fassade unverändert: die wellenförmigen Linien, die Kurven und die Guirlanden im Stil des Art nouveau stammen von Georges Chédanne.

(Gegenüber am Trottoir mit den geraden Hausnr....)
12-
Lido, 116 b (bis) Avenue des Champs-Elysées (www)
(Metro Georges V) (Tel. 01 40 76 56 10)
(Architekt Jean Desbouis, 1929)
Eingeweiht im Jahr 1928 unter dem Namen "Arcades des Champs-Elysées" (Hausnr. 76-78), gewöhnlich Lidoarkaden genannt, bot das  Lido damals unter anderem ein Schwimmbecken, Schönheitssalons… Nachdem es 1948 zum heutigen Kabarett geworden war zog es 1977 in dieses aus architektonischer Sicht sehr moderne Gebäude. Der Bau wurde 1929 errichtet und war ursprünglich als Funkhaus für die Radiostation Paris vorgesehen. Der Rundfunk war damals geradezu ein Symbol der modernen Zeit und entsprechend wollte der Architekt sich in voller Absicht von den Nachbargebäuden absetzen. Die „akkordeonartige“ Fassade ermöglichte einen doppelten Ausblick auf die Avenue. Der Architekt setzte auch auf das Spiel der Farben, indem er die Erkerfenster in gelbem Travertin und die ersten beiden Etagen in blauem Granit hielt. Sie sind aber verschwunden wie auch die chromfarbenen Balkone. Die heutige Leuchtreklame entspricht ebenfalls nicht ganz dem ausgewogenen Spiel der Bauteile.

Das Privatpalais Hausnr. 124 von 1858 zeigt eine neoklassische Fassade  (italianisierende Skulpturen) mit einem  Giebelgekrönten Eingang (rue Balzac).
In der rue Balzac kommt man dann zur Industrie und Handelskammer
chambre de commerce et d'industrie, die im Stadtpalais Potocki (www) Nr. 27 Avenue de Friedland (13) residiert.

(Straßenseite mit den ungeraden Hausnr. gegenüber ...)
Die luxuriösen Stadtpalais vom Beginn des 20. Jh. sind modernen Gebäuden gewichen : das der CCF Hausnr. 119, sowie die beiden folgenden.

Das Verkehrsamt der Stadt Paris (Office du tourisme de Paris), 127 avenue des Champs-Elysées (www)
(Tel. 01 47 23 61 71)

14- Publicis, 131 Avenue des Champs-Elysées et rue Vernet
(Architekt Pierre Dufau, 1975)
Der Architekt sollte eine „ziemlich neutrale Immobilie bauen, die sich nicht auf unhöfliche Art in die Perspektive des Triumphbogens drängen sollte“. Er erfüllte seine Aufgabe indem er ein „mittleres Volumen baute, das nicht hervorragt“ und durch eine Anlage der „Fenster, die den Himmel und den Triumphbogen widerspiegeln“. Die Gebäudeecke wird von hochragenden Streben unterbrochen, um eine banale geschnittene Fläche, eine weiche Form“ zu vermeiden. Das Gebäude sollte allerdings auch genug „eigenständigen Charakter aufweisen um zu Recht die bekannte Gesellschaft für Kommunikation repräsentieren“ zu können. So sind die Terrassen mit Grün bepflanzt (so wie es Kaiserin Eugenie gewünscht hatte, als sie den Architekten des Hittorf um eine grüne Krone rund um den Triumphbogen gebeten hatte...), ein Grün übrigens, das auch weniger elegante Elemente des Dachs verhüllt. 

La place de l'Etoile-Charles de Gaulle („Der Platz am Großen Stern-Charles de Gaulle“)
Am Ende des 18. Jh. bildete die noch ländliche Straßenkreuzung von fünf Alleen einen Stern inmitten von Rasenflächen. Zwei Zwillings-Pavillons des Architekten  Ledoux  bildeten die Barriere am Stern (zwischen Tilsiter- und Pressburger Straße). An ihnen wurde der  octroi kassiert, die Steuer auf alle Waren, die nach Paris gebracht wurden. Sie wurden 1860 abgerissen. Im Jahr 1854 beginnt Hittorff mit der Metamorphose des Platzes der Concordia, der Eintracht (place de la Concorde) und der Magistrale der Champs-Elysées. Napoleon III beauftragt ihn, den Platz neu zu gestalten und dabei die Ideen von Haussmann umzusetzen. Haussmann wollte mittels sieben neuer Verzweigungen des Sterns eine sehr offene Fläche erreichen. Eine Anwesenheit von Handel und Industrie wünschte er nicht: die 12 Stadtpalais, die Hittdorf baute, mussten Gärten zum Stern hin haben und die Eingänge durften sich nur in den beiden anliegenden Straßen befinden. Es kam was wohl kommen musste, denn der Platz ist heute vor allem einer des Autoverkehrs...

L'Arc de Triomphe (Der Triumphbogen)
(Tel. 01 43 80 31 31,  geöffnet von April bis September 9.30-23.00, nur bis 18.30 am Sonntag und Montag, geöffnet von Oktober bis März 10.00-22.30, nur bis 18.00 m Sonntag und Montag)
Napoleon beschloss 1806, in Paris einen Triumphbogen zu errichten, um die Siege seiner Grande Armée zu feiern, aber auch um „die französische Skulptur 10 Jahre lang zu beschäftigen und zu ernähren“. Der Bogen wurde nach den Plänen des Architekten Chalgrin errichtet, der zuvor am „Collège de France“ und an der Kirche Saint-Sulpice gewirkt hatte. Er wurde mit zahlreichen Skulpturengruppen  aus der Hand romantischer und ausdrucksstarker Bildhauer geschmückt. Thema sind napoleonischen aber auch mythologische Schlachten sowie allegorische Figuren wie „der Triumph“, die „Göttin des Friedens“: („le Triomphe, la Paix“). Bemerkenswert ist die Marseillaise von Rude. Der Bogen war freilich noch lange nicht vollendet als Napoleon 1810 die Hochzeit mit der österreichischen Prinzessin Marie-Louise feierte. So zogen Kaiser und neue Kaiserin feierlich durch ein Modell in natürlicher Größe, bestehend aus einem Gerüst mit bemalten Stoffbahnen... Die Arbeiten blieben in der Zeit der Restauration liegen und wurden erst 1836 durch König Louis-Philippe vollendet. Seine Bestimmung als ein Bogen des Triumphs ging ihren Gang mit den feierlichen Einzügen von Eroberern wie Befreiern. Heute ist er ein Ort des patriotischen Gedenkens, seit der Parade vom 14. Juli 1919 und der Grablegung des unbekannten Soldaten im Jahr 1921. Der Aufstieg auf den Triumphbogen lohnt mit der Aussicht auf die 12 sternförmig ausstrahlenden Avenuen: man befindet sich genau auf halbem Weg zwischen dem Louvre und „la Défense“ mit dem neuen „Großen Bogen“

(Hausnr. 6 Avenue Kléber, Bau im Stil des Art nouveau von Georges Chédanne)

(man kann fortsetzen mit dem Viertel von la Défense, indem man mit Bus 73 dorthin fährt, oder man kann in Richtung des parc Monceau gehen, wozu man durch die Avenue Hoche geht...)

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