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Zwischen Monceau-Park und rue du
Faubourg Saint-Honoré
15- Avenue
Hoche Etliche
Fassaden den Avenue Hoche heben sich vom vorherrschenden Modell der Haussmannzeit ab. Hausnr.
30: die Firma LVMH (Louis-Vuitton-Moët-Hennecy)
hat die Erneuerung ihrer Immobilie aus den 30er Jahren dem Architekten
Stanislas Fiszer anvertraut. Er fasste jeweils zwei Etagen zusammen, was
der Fassade einen neuen Maßstab gab: auf diese Weise betonte er ihren
strengen Zuschnitt ebenso wie die wechselnde Kombination der Materialien.
Der Architekt polnischer Herkunft erhielt auch den Auftrag für ein ähnliches
Vorgehen bei Hausnr 7, der Botschaft Japans.
Das Haus
gegenüber, die Nr. 33,
beherbergt die Parfümeriesparte von Christian Dior mit einem Schaufenster
von Ricardo Bofill , das Naturstein,
Glas und Säulen mit einander verbindet
((Nach links weiter in die „rue du Faubourg Saint-Honoré, dann nach rechts in die
„rue Daru“...)
Man kommt am Konzerthaus "Salle Pleyel"
vorbei
(Hausnr. 252)
16- Die russisch-orthodoxe Kirche Alexander-Nevski,
12 rue Daru (Metro Ternes oder Courcelles) (Tel. 01 42 27
37 34, geöffnet Dienstag
oder Freitag von 15.00 bis 17.00)
Zwei
Architekten des Zaren bauten Mitte des 19. Jh. die orthodoxe Kirche zum
Heiligen Alexander Nevski. Die drei vergoldeten zwiebelförmigen Kuppeln
sind kennzeichnend für die byzantinische und orthodoxe Kirchenarchitektur.
Das Kirchenschiff in der Form eines griechischen Kreuzes verbindet Kreis-
und Rechteckformen und wird von einem Tonnengewölbe abgeschlossen. Das
Innere zeigt sich im Schmuck von Mosaiken und einer reich verzierten Ikonenwand
(Iconostase): es handelt sich dabei um eine mit Ikonen geschmückte
Trennwand zwischen Kirchenschiff und dem Allerheiligsten des Altarraums. (Weiter
nach rechts über die rue de Courcelles bis zum Peruplatz „place du Pérou“...)
An
der Kreuzung rue de Courcelles und rue de Rembrandt errichtete
F. Bloch 1926 einen Bau in Pagodenform für die Galerie C.T. Loo, die viel
zur Kenntnis der orientalische Kunst in Frankreich beigetragen hat.
Hausnr. 9 rue de Murillo:
im Hof befinden sich einige Überreste des Tuilerienpalastes, die 1882
nach dem Abriss hierher kamen, eine Folge des Brandes während des
Kommuneaufstandes.
17- Der Monceau-Park (Metro Monceau) (geöffnet 7.00-20.00 im Winter,
7.00-22.00 im Sommer)
Im Jahr 1787 ließ der Herzog von Chartres, der spätere Philippe Egalité,
Vater von König Louis-Philippe, nahe beim Dorf „Monceau“ einen der
ersten unregelmäßigen Gärten im englisch-chinesischen Stil erbauen. Die
Landschaftsplaner Carmontelle und Blaikie entwarfen einen Garten, der wie
ein Kuriositätenkabinett im Freien wirkt, das aus den Schönheiten der
Natur ebenso Nutzen zieht wie aus den Vorzügen der Zivilisation. Die
Natur war durch Flüsse, Haine, Felsen, Grotten vertreten, die
Zivilisation durch eine Pagode und ein Tartarenzelt : beide sind nicht
mehr vorhanden. Noch heute sieht man aber die ägyptische Pyramide und die
Säulenreihe von Naumachia; es handelt sich hierbei um ein bekanntes
Bassin, umgeben von den Ruinen einer Säulenreihe und benannt nach den
Seeschlachten, wie sie ähnlich den Gladiatorenkämpfen in der Antike
aufgeführt wurden.
Dem
Park wurde 1793 ein Zollgebäude angefügt, das von der „mur des fermiers généraux“
stammt („Mauer der Steuerpächter): an dieser
neoantiken, mit einem Peristyl umgebenen Rotunde des Architekten Ledoux
waren die Zölle für alle Waren eingetrieben worden, die nach Paris
herein kamen. Der Herzog von Chartres hatte in ihr einen Salon
eingerichtet, von dem aus man einen schönen Ausblick auf Paris hatte (Nordseite).
Als 1860 der Ort Montceau nach Paris eingemeindet wurde, verkaufte
Haussmann die eine Hälfte dieser sogenannten "folie"
(Lustschlösschen) von Chartres an die Brüder Péreire zum Bau von
herrschaftlichen Privathäusern. Der Park wurde mit einem vergoldeten
Gitter und Eingangstoren versehen.
Alphand
gestaltete ihn zum englischen
Garten um, fügte eine Brücke in italienischem Stil und seltene
Pflanzenarten (Zwergbäume) hinzu. Später stellte man im Park eine Arkade
von dem Rathausbau auf, den Aktivisten des Kommuneaufstandes
1871 niedergebrannt hatten.
Rund um den Park von Monceau Als
1837 die Brüder Péreire die Konzession erhielten, die Eisenbahn unter
der Montceauhöhe zu bauen, war dies gegen Ende des Second Empire der
Anlass für riesige stadtplanerische Aktivitäten auf der Ebene von
Monceau. Im offiziellen Haussmannstil
gebaute Häuser stehen neben Nachahmungen der Gotik oder Renaissance. (Man
nehme den nördlichen Ausgang des Parks Richtung „place de la République
dominicaine...)
18-
Avenue Vélasquez Am Monceau-Park mündet die
angenehmen Velazquez-Avenue mit ihren luxuriösen „hôtels“, etwa der
Hausnr 5. Das Haus Nr. 7 von 1873 wurde stark verändert, als es zum
Cernuschi -Museum umgebaut wurde.
Das Cernuschi - Museum, 7 Avenue
Vélasquez (www) (Metrostationen
Monceau, Villiers) (Tel. 01 45 63 50 75, wegen Renovierung bis 2004
geschlossen) Im Jahr 1896 hinterließ Henri Cernuschi der Stadt Paris sein Wohnhaus und
die wertvolle Sammlung chinesischer Kunst darin. Der Wirtschaftspolitiker
und Bankier hatte sie von einer Reise nach Fernost zwischen 1871 und 1873
mitgebracht. Das Museum ist seitdem sehr bereichert worden. Im Eingangsbereich
sind Buddha-Statuen versammelt. Das Erdgeschoss ist der
klassischen chinesischen Kunst von ihren Anfängen bis ins 13. Jh.
gewidmet : Töpferei aus der Jungsteinzeit, Bronzefiguren (die Tigerin),
Keramik, Porzellan, Grabfiguren, alte Malerei. In der ersten Etage werden
wechselnde Ausstellungen gezeigt oder Tuschzeichnungen zeitgenössischer
chinesischer Maler.
19-
Das Museum Nissim-de-Camondo, 63 rue de Monceau (Metro Villiers)
(Tel. 01 45 63 26 32, geöffnet 10.00-17.00, außer Montag und Dienstag) Das Gebäude wurde 1914 nach dem Vorbild des Petit Trianon im Park des
Schlosses von Versailles errichtet. Architektur und Dekor im Inneren
erinnern an die verfeinerte Atmosphäre eines Stadtpalais aus dem 18. Jh.
Das Museum besteht aus einer Sammlung von Möbeln, Gemälden, Porzellan,
Tafelgedecken, Gold- und Silberschmuck aus dem 18. Jh. Manche Stücke
stammen aus den Schlössern der Pariser Umgebung (Montreuil, Saint-Cloud,
Versailles). Die Sammlung wurde vom Grafen Moïse de Camondo
zusammengebracht, dem Erben einer Familie von Finanziers, die seit dem
zweiten Empire in Frankreich heimisch geworden ist. Im Jahr 1936 vermachte
er seine Sammlung dem Kunstgewerbemuseum der „Arts Décoratifs“ zum
Gedenken an seinen im ersten Weltkrieg gefallenen Sohn. Mehr noch bewegt
das Schicksal der Nachkommen: die ganze Familie wurden in Auschwitz
vernichtet.
20-
Das Museum Jacquemart-André, 158 boulevard Haussmann
(www, Bild www) (Metro Saint-Philippe-du-Roule) (Tel. 01 42 89 04 91, geöffnet
10.00-18.00) Die
elegante Wohnanlage im Stil der italienischen Neo-Renaissance baute
Edouard André 1875. Er
heiratete 6 Jahre später die Portraitmalerin Nélie Jacquemart. Als kluge
und kundige Sammler brachten die beiden eine sehr schöne Sammlung von
Malerei und Kunstgegenständen zusammen, die Nélie Jacquemart 1912 dem
„Institut de France“ vermachten. Die Sammlung ist nach Ländern
geordnet: die französische Schule des 18. Jh. ist vertreten durch Möbel,
Wandteppiche aus Beauvais, Gemälde von Boucher, Chardin, Fragonnard,
Watteau und Skulpturen von Lemoyne und Pigalle; die flämische Schule des
17. und 18. Jh. durch Van Dyck, Rembrandt; die italienische Malerei wird
von ihren toskanischen Anfängen, über die Malerei des Florentiner
Quattrocento bis zur Venezianischen Renaissance gezeigt: Mantegna und
"Der hl Gregor als Drachentöter" von Ucello. (weiter über den Boulevard Haussmann bis zur
Kreuzung mit der rue Washington...)
21-
Washington plazza, früher Shell Haus, Nr. 44-42 rue Washington
und 29 rue de Berri
(Architekten L. Bechmann und Chatenay, 1932)
Ein aus den USA zurückgekehrter Architekt entwarf das Gebäude nach dem
Vorbild der New-Yorker Bauten doch in Pariser Maßstäben. Modernsten
Bautechniken kamen bei den perfektionierten Heizungs- Belüftungsinstallationen
und den Fahrstühlen zur Anwendung. Die monumentale Ladengalerie wurde
inzwischen für die Öffentlichkeit geschlossen.
(Weiter über die „rue du faubourg
Saint-Honoré“...)
Faubourg
Saint-Honoré Die
Straße des Faubourg Saint-Honoré
(Sankt Honorius-Vorstadt) zeigt noch immer ihren leicht geschwungenen
Verlauf aus dem Mittelalter. Im 18. Jh. wurde die Aristokratie durch die
weiten, leeren Flächen in der Nähe der Champs-Elysées (und der
königlichen Residenz im Louvre) angezogen und baute hier prachtvolle
Stadtpalais: wie z.B. die Hausnr.
137, 135
22-
Die Kirche Saint-Philippe du
Roule, 154 rue du Faubourg St-Honoré (Metro St-Philippe du Roule) (Tel. 01 43 59 24
56, geöffnet 7.30-19.30; am Samstag, Sonntag sowie zwischen 15. Juli und
1. September : von 7.30-12.00 und von 16.00-19.30) (Architekt
Jean-François Chalgrin,
1784)
Saint-Philippe du Roule wurde als
Kirche für die sich entwickelnde Vorstadt des „faubourg Saint-Honoré“
von 1774-1784 errichtet. Der Bau des Architekten Jean-François Chalgrin
stand am Beginn der Kirchen, die von der klassischen Antike inspiriert
wurden, einer Mode die bis zur Mitte des folgenden Jh. andauerte. (siehe
Notre-Dame de
Lorette). In
Nachahmung der römischen Basilika entfernt sich der Grundriss von dem bis
dahin üblichen griechischen oder lateinischen Kreuz. Die Kirche bildet
ein Rechteck aus einem Hauptschiff aber ohne Querschiff, mit zwei
niedrigeren Seitenschiffen mit einer halbrunden Chorwand als Abschluss.
Eine flache, verzierte Decke tritt an die Stelle des Gewölbes. Ein
Vorteil der einfachen Konstruktion lag in der Senkung der Baukosten. Auch
die Fassade mit ihrem Peristyl
aus
vier Säulen und einem Giebel
zeigen von dem neoklassischen Geschmack.
(Im
Weitergehen kreuzt man die Avenue Matignon, dann gleich rechts...) Bürogebäude, 22 Avenue Matignon (Architekt Vittorio Mazzucconi, 1976)
Die
Stadt Paris verlangte, dass sich die Fassade unauffällig der Umgebung
einfügt, was durch das mittlere Kranzgesims erreicht wurde. Andererseits
wünschte die Werbeagentur Walter Thompson als Ausdruck ihrer Kreativität
ein spektakuläres Gebäude. Das erlaubte es dem Architekten, seiner
Neigung entsprechend eine moderne Glasfassade mit falschen klassischen
Ruinen zu verbinden „denn in Zeiten der Krise verwenden neue
Zivilisationen Bestandteile der älteren“. Das Einsprengsel der Glasfläche
ist ein Sinnbild für „das Drama des Bruchs unserer industriellen
Zivilisation mir den früheren“ und für „die Katastrophen, die unsere
Zivilisation bedrohen“. (Links, bei Hausnr. 34 der Avenue Matignon...) Der Bau der Galerie
d'Orsay (Architekt J. Fernier, Bildhauer Babinet, 1992)
(Abb. gegenüber)
Kunstgalerie der zeitgenössischen Malerei: Envie
d'Art
23-
Palais de l'Elysée, 55 rue du Faubourg Saint-Honoré (www)
(Metrostationen
Champs-Elysées-Clémenceau, Miromesnil)
(Tel. 01 42 92 81 00)
Der
Elyséepalast wurde 1718 von
Mollet für den Grafen von Evreux erbaut. Mme
de Pompadour kaufte ihn 1753. Im Jahr 1764 fiel
er an Louis XVI, (der ihn durch Boullée, www
ausschmücken ließ).
Die Könige machten daraus eine Nebenstelle von Versailles, wo sie ihre Gäste
unterbrachten. In der Revolution wurde der Palast zuerst zu einer
Druckerei, dann zur Tanzschule und schließlich wurde er in Läden und
Wohnungen aufgeteilt. Napoleon schenkte das Palais dann 1805 seiner
Schwester Caroline. Sie und ihr Gemahl, der künftige Prinz Murat, verschönerten
ihn mit zwei gelungenen Ergänzungen: dem Salon Argent und dem Salon
Murat, in dem heute der Ministerrat tagt. Die Kaiserin Josephine wohnte
hier, dann bis 1814 auch der Kaiser selbst. Zar Alexander machte ihn 1815
zu seiner Residenz, in der Napoleon 1815 seine Abdankung unterschrieb.
Danach ging das Palais an den Bürgerkönig Louis-Philippe und schließlich
an Louis-Napoléon Bonaparte. Napoleon III., der Kaiser des zweiten
Empire, residierte zwar in den Tuilerien, veranlasste aber umfangreiche
Bauarbeiten : er errichtete neue Flügelbauten an Stelle der vorherigen
benachbarten Palais, veränderte die Innenausstattung tiefgreifend (Ballsaal)
und stockte die Flügel zum Hof auf. Der Elyséepalast wurde von 1873 an
zur offiziellen Residenz der Präsidenten der Republik. Vincent Auriol ließ
1947 die Markisen und die Fenster entfernen, jene Zutaten aus Metall und
Glas, die das ausgehende 19. Jh. so liebte. Der jetzige Präsident Jacques
Chirac wohnt in den Privatgemächern des Präsidenten, die sich in der
ersten Etage des Flügels zur rue de l'Elysée befinden. Das prunkvolle
Innere ist mit Wandteppichen aus der Manufaktur der Herstellerfamilie
„Gobelin“ sowie mit Möbeln und Gemälden des französischen 18. Jh. geschmückt. Der Palast kann nur im September während der Tage des
nationalen Kulturerbes („journées du patrimoine“) besichtigt werden :
oft muss man dann drei Stunden warten, bevor man in das Herz der
Staatsmacht vordringen kann...
Das Stadtpalais des „hôtel
du prince de Beauvau“
gegenüber dem Elysée ist Sitz des Ministeriums des Inneren.
Rue du Faubourg
Saint-Honoré
(Fortsetzung) :
Das Palais Hausnr. 41 (von
1836) ist jetzt die Residenz des Botschafters der Vereinigte Staaten. Hausnr.
39 (von 1720) wurde 1825 die Botschaft Großbritanniens:
man sieht das Wappen der englischen Monarchie mit seiner französischsprachigen
Devise...; die Engländer bewahrten übrigens die Innenausstattung, die
von der Schwester Bonapartes stammt. Sehenswert ist auch Hausnr.
33 (von 1713). Die rue du faubourg Saint-Honoré ist im übrigen
nicht nur eine Hochburg der Pariser Haute Couture,
hier finden sich auch Antiquitätenhändler, Juweliere, Kunstgalerien...
Jeanne Lanvin ließ sich schon 1890 in Hausnr.
22 nieder; ihr folgten Christian Dior, Yves Saint-Laurent,
Cartier. Die Schaufenstermeile, an deren Auslagen man sich die Nase platt
drücken kann, setzt sich bis zur rue Royale und der place Vendôme fort
(1. Arr.).
Von der Madeleine-Kirche zum Bahnhof Saint-Lazare
24-
Eglise de la Madeleine (Tel. 01 44 51 69 00, geöffnet 7.00-19.00)
Die
Kirche zur hl. Magdalena wurde 1764 begonnen, „um der Königsstraße (rue Royale) einen würdigen
Abschluss zu geben", als Gegenstück zum Palais-Bourbon
. Im Jahr 1806 wurde sie nach antikem Vorbild mit einer Säulenreihe
umgeben und damals zu einem „Tempel zum Ruhm der französischen Armeen“
Napoleons gemacht. Als der Bau 1842 schließlich vollendet war, diente er
wieder seiner ursprünglichen Bestimmung als Kirche. Das Innere ist
typisch für die offizielle Kunst der Jahre 1830-1840 mit ihrem Schmuck
durch Skulpturen und Fresken religiösen Inhalts. Dagegen sieht man von Außen
weder Glockenturm noch Kreuz: die einzigen religiösen Zeichen sind die
Heiligenstatuen in den Nischen und Flachreliefs der Bronzetüren.
La
place de la Madeleine. Der Madeleineplatz, wurde1842 von Charpentier
entworfen. Er wird von einem alten Blumenmarkt
und von Feinkostgeschäften belebt.
Proust wohnte in Hausnr. 9, dem Gebäude, das seit 1880 das Restaurant
Lucas Carton beherbergt. Die Kuppel links gehört zur Kirche
Saint-Augustin. Ein Kiosk bietet Tageskarten zum halben Preis für Theatervorstellungen am gleichen Tag.
Die
rue Royale ist gesäumt von Luxusboutiken : Christofle, Lalique in Hausnr. 11 (www), Lachaume in Hausnr. 10 (seit 1845). Maxim's eröffnete im Jahr 1893 in der
Hausnr. 3 und zeigt immer noch sein Décor Art nouveau.
Museum
Bouilhet-Christofle,
9 rue Royale (Metrostationen Madeleine, Concorde) (Tel. 01 49 33 43
00, Führungen von 14.00 bis 18.00 Nach Voranmeldung 14 Tage im Voraus,
geschlossen Samstag, Sonntag und im August) Das
Gold und Schmuckgeschäft von Charles
Christofle wurde 1830 gegründet und entwickelte sich ab 1841 sehr schnell,
nachdem der Goldschmied das englische Verfahren der Galvanoplastik eingeführt
hatte, das Vergolden und Versilbern von Metallen durch Elektrolyse. Das
Museum zeichnet 150 Jahre der Goldschmiedekunst nach, aus massivem
Edelmetall ebenso wie aus vergoldetem und versilbertem Metall. Man sieht
unter anderem eine filigrane Bonbonniere aus Silber, Tafelgeschirr für
Napoleon III., eine Teemaschine von 1873, die Art déco-Sammlung des
Passagierschiffs Normandie sowie zahlreiche zeitgenössische Stücke.
25-
Das Kaufhaus " Magazin des Trois Quartiers", 17 boulevard de la Madeleine, 1. Arr. (Architekt Louis
Faure-Dujarric, 1932)
Schon
seit 1829 besteht das „Trois Quartiers“ und ist damit eines der ältesten
Kaufhäuser von Paris. Der Neubau von 1932 im Stil des Art déco wurde
soeben restauriert. Der Architekt Faure-Dujarric hatte zuvor in
Argentinien eher schwerfällige, dem Haussmannstil nachempfundene Gebäude
errichtet. Seit den 20er Jahren zurück in Frankreich, vertrat er einen nüchtern-schmucklosen,
graphisch inspirierten Stil. Tatsächlich zog der Baumeister im Gegensatz
zu der überschwänglichen Verwendung von Metall in der ersten Generation
der großen Kaufhausbauten, die vor allem deren wirtschaftliche Funktion
unterstrich, eine Fassadengestaltung vor, die einem abstrakten Gemälde ähnelt.
Die weißen Flächen aus Stein, die schwarzen Linien aus Stahl, die sorgfältige
Behandlung aller Teile könnten eher zu einem luxuriösen Wohnhaus passen
als zu einem Kaufhaus. Die Verkaufsräume zeigen heute den Chic der Mode
von Chacok, Rodier und Hugo Boss über einem weiträumigen Untergeschoss,
das dem Sport gewidmet ist.
(man kann von hier
aus fortsetzen mit dem Rundgang durch das
1. Arrondissement...)
(oder auf dem
Boulevard Malesherbes weitergehen...)
26-
Wohngebäude, 4 rue Roquépine (Architekten
Jacques Vitry und Dominique Hertenberger, 1982)
Das
Gebäude stellt einen Versuch dar, „die Prinzipien der klassischen
Architektur auf zeitgenössische Art aber ohne platte Nachahmung neu zu
interpretieren“. Die Fassade ist symmetrisch um eine Achse angeordnet
und besteht aus drei unterschiedlichen gestalteten Etagen, statt nur
identische Elemente übereinander zu schichten: Untergeschoss, die
herrschaftlichen Etagen (teilweise als Maisonettewohnung),
Schieferbedeckung wie bei den übrigen Dächern der Straße. Um der „Stadt
einen wirklich urbanen Schmuck zu bieten“, sind besonders die ersten fünf
für den Fußgänger gut sichtbaren Meter sehr sorgfältig gearbeitet.
27-
Die Kirche Saint-Augustin, 46
boulevard Malesherbes (Metro
Saint-Augustin) (Tel. 01 45 22 23 12, geöffnet 7.00-19.30)
Victor Baltard, dem
Architekten der früheren Markthallen, ist es gelungen, ein schwieriges
dreieckiges Grundstück zu nutzen. Sein einfallsreicher Plan von 1861 legt
die Kirche als ein weitläufiges Schiff an, dessen Seitenkapellen immer
breiter werden. Sie münden in einen von einer großen Kuppel gekrönten
Chor. Diese gibt der Silhouette ihr charakteristisches Aussehen. Die
Konstruktion aus Eisen ermöglichte eine Kuppel von 50 m Höhe. Die
Steine, die das Metallgerüst verkleiden, haben keine tragende sondern nur
dekorative Funktion. Eine Besonderheit des Innenraums ist die dekorative
Verwendung der Metallstruktur, was höchst modern war. So ruht das Gewölbe
des Kirchenschiffs auf offen sichtbaren, ziselierten Metallbögen. Die
weiteren Elemente der Innenausstattung sind in romanischen, gotischen,
neobyzantinischen, und Renaissance-Formen gehalten, der typischen Mischung
des Eklektizismus am Ende des 19. Jh.
Gare
Saint-Lazare
Der
bedeutendste Pariser
Bahnhof. 140 Millionen Reisende benutzen ihn jährlich,
besonders in Richtung der westlichen Vororte. Der erste Bau von 1851 hatte
Metallhallen, von denen sich Baltard für die ehemaligen Markthallen inspirieren ließ. Der Neubau wurde
1885 neu errichtet und mischt moderne Glasflächen mit dem akademischen
Vokabular der Architektur des 17. Jh. So wurde zum Beispiel eine
symmetrische Komposition als verbindendes Element zum ehemaligen Hotel
Terminus entworfen. Als Symbol der modernen Zeit in Verbindung mit der
eigenartigen Atmosphäre, die damals eine Reise mit dem Zug vermittelte,
wurde „la gare Saint-Lazare“ zu einer Quelle der Inspiration für die
Maler des Impressionismus : für Caillebotte, Manet, der sein Atelier in
Hausnr. 58 der rue de Rome
hatte, und für Monet, der hier immer den Zug nach Argenteuil nahm.
Im Jahr 1985 wurden in den beiden Bahnhofshallen „cour du Havre“ und
„cour de Rome“ zwei Werke des Bildhauers
Arman
aufgestellt: "l'Heure de tous" (Unser aller Zeit) ist
eine Anhäufung von Uhren, "Consigne à vie" (Lebenslange Gepäckaufbewahrung)
ist eine Komposition aus übereinander getürmten Koffern.
28- Place de
l'Europe (Europaplatz) Die
Brücke des Europaplatzes hinter dem Bahnhof erlaubte im Jahr 1832 (und
auch heute noch) die Betriebsamkeit der damals hochmodernen Eisenbahn zu
beobachten, von deren Lärm, Rauch, Dampf und Getümmel wir uns kaum noch
ein Bild machen können, es sei denn mit Hilfe des Gemäldes von Monet.
Der Europaplatz bildet das Zentrum des Europaviertels aus derselben Epoche,
dessen Straßen die Namen großer europäischer Straßen tragen. Die rue de Rome beherbergt eine
ungewöhnliche Konzentration von Geigenbauern,
Bogenbauern und weiteren Herstellern von Musikinstrumenten. Sie alle haben
sich hier angesiedelt, als 1911 das Musikkonservatorium sich in der rue de Madrid niederließ. Dessen neuerlicher Umzug nach
la Villette hat daran nichts geändert. Die Kunden kommen von weit her, um
ihre handwerkliche Meisterschaft in Herstellung und Restauration zu nutzen.
(weiter
in Richtung des Boulevard Haussmann...)
Das Proustzimmer (Chambre de
Proust), 102 Boulevard
Haussmann In der zweiten Etage der SNVB-Bank befindet sich das jüngst restaurierte
Zimmer von Marcel Proust, das vor allem wieder mit den Korkplatten
ausgekleidet wurde, die es vor Lärm schützten. Der Autor der „Suche
nach der verlorenen Zeit“ arbeitete hier von 1906 bis 1919. Das Mobiliar
befindet sich freilich im musée Carnavalet (Besichtigung auf
Vereinbarung)
(Gegenüber...) 29-
Der Stadtgarten "square Louis XVI" Dreitausend Opfer der 13 Monate der Terrorherrschaft während der
Revolution (1793-94) wurden an dieser Stelle, dem ehemaligen Friedhof der
Madeleinkirche, beerdigt, unter ihnen König Ludwig XVI. und
Marie-Antoinette. Ludwig XVIII. wünschte für seinen Bruder ein würdigeres
Grab. Er ließ die beiden Leichname später in der Basilika von St. Denis
bestatten. Er beauftragte Fontaine und Percier, an dieser Stelle eine Sühnekapelle
für die revolutionären Verbrechen zu errichten. Der
Garten des Square wurde 1865 angelegt, ein Jahr nach dem Straßendurchbruch des Boulevard
Haussmann.
(Man folgt weiter dem Boulevard Haussmann in Richtung
der großen Kaufhäuser ...) 30-
Bürogebäude, ursprünglich
Kaufhaus Majorelle, 126 rue de
Provence (Architekten Henri Sauvage und Charles Sarrazin,
1913)
Sauvage
hatte fünfzehn
Jahre zuvor für den Kunsttischler Majorelle dessen Haus in Nancy
entworfen, das geradezu ein Manifest des „Art nouveau“ war... Doch
keine Spur findet sich davon in diesem Gebäude für die Geschäftsräume
des Möbelbauers. Der Architekt spielt nur mit der Verschiedenheit der
Etagen, um deren Funktion hervorzuheben: eine monumentale Fassade für die
ersten beiden Etagen mit den ehemaligen Ausstellungsräumen, runde,
intimere Erkerfenster für die Büros der Stockwerke 3 und 4, weiträumige
Werkstätten ganz oben.
(Weiter und dann nach links ...) Die Kirche Saint-Louis d'Antin, 63 rue de Caumartin, 9è (Metrostationen Havre-Caumarin,
Saint-Lazare)
Die Kirche gehörte zu einem
Kloster, das Brongniart, der Architekt der Pariser Börse,
1782 gebaut hat. Der nüchterne Hof gleich hinter dem Portal ist von
dorischen Säulen umgeben. Mit diesem Bau begann übrigens die Vorliebe für
diese massiven, schmucklosen Säulen ohne Basis. Das Kloster wurde 1804
von Napoleon in eine Schule umgewandelt. Das „Lyzeum Bonaparte“ war
unter seinem Leiter Lakanal eines der vier große Pariser Lyzeen.
Viollet-le-Duc
schuf 1865 einen Erweiterungsbau für
das Gymnasium, das dann zum lycée Condorcet wurde. Zu seinen ehemaligen
Schülern zählen Ampère, die Brüder Goncourt, Proust, Nadar, Léon Blum
und andere mehr.
(Von hier aus kann man, beginnend an der Oper und den
grands magasins mit dem Rundgang durch das
9. Arrondissement
fortsetzen...)
(Man kann auch nach la
Défense
fahren: mit der Regionalbahn „RER“ ab der Station Havre-Caumartin
bzw. mit der Buslinie 73 ab einer Haltestelle auf den Champs-Elysées, die
man vom Bahnhof Saint-Lazare aus mit den Bussen 32 und 22 erreicht, bzw.
ab Neuilly ebenfalls mit der Buslinie 73, im Anschluss an den Bus 43 vom
Bahnhof Saint-Lazare...)
Associations du
8è
(Bürgervereinigungen im
8. Arrondissement)
Mairie du 8è
(Bürgermeisteramt
des 8. Arrondissement) François Lebel (RPR), 56 boulevard Malesherbes, 75 383, Paris
cedex 08, métro Europe, Tel. 01 44 90 75 08 (www) (cedex = Postfach)
Das 8. Arrondissement in Zahlen
Statistik der Volkszählung
von 1990
Erhebung des l'INSEE im 1. Quartal |
Zahlen
für den
8. Bezirk (Arrondissement) |
Zahlen
für Paris |
Zahlen für
den Großraum Paris
|
| Gesamtbevölkerung |
40
795 |
2
151 245 |
9 316
656 |
Einwohner
nach Alter (in %)
0-19 Jahre
20-39 Jahre
40-59 Jahre
60-74 Jahre
+ 75 Jahre |
19,5 31 26,7 13,8 9 |
18,6 35,9 24,7 12,2 8,5 |
25,5 33,8 24,7 10,2 5,7 |
Familien
(Ehepaare und Kinder)
davon Kinder
Einzelhaushalte (in % der
Haushalte)
Zahl der Menschen pro Haushalt |
27
844 9 904 47 2,02 |
1
423 932 491 292 49,8 1,92 |
7
486 068 2 920 272 33,2 2,41 |
Beschäftigtenquote
(in %)
davon arbeitslos |
57,4 6 |
60,9 9,7 |
62,5 9 |
Die
Haushalte in gesellschaftlicher und beruflicher Hinsicht (Haushaltsvorstand)
(%) selbständige Landwirte
Handwerker,
Handeltreibende, Leiter von Betrieben
Leitende Positionen in geistigen Berufen
Mittlere Angestellte und Beamte
Angestellte
Arbeiter
Rentner, Pensionäre
Andere (Schüler,
Studenten, Familienangehörige) |
0 8,8
27,5 8,5 13,2 8 20,8 13,1 |
0 5,5
23,4 13,9 13,8 10,5 23,4 9,4 |
0,1 5,3
18,4 16,3 14,2 17,4 22,3 6,0 |
Status der
Wohnraumbelegung
durch die
Haushalte (in %)
Selbstgenutztes Wohneigentum
Mieter
Kostenlose Wohnraumnutzung
Wohnungen ohne Komfort
___ (ohne Bad und Innen-WC ) |
28,2 55,6 16,2 11,1 |
28,3 63,0 8,7 8,1 |
40,2 54,0 5,8 3,9
|
Haushalte ohne Auto
(in %)
Berufstätige, die in Paris arbeiten
___ (bei Großraum Paris am
Wohnort) |
46,6 79,4 |
53,7 72,9 |
34,5 33,9 |
Internetseiten zum 8. Arrondissement
(in französischer Sprache) Internetseite
des Bürgermeisteramts Der Rundgang des Monat
: Besichtigung des Elysée-Palastes |